ORF-Friedenslicht 2013 in Gera: Es war schon 'mal ein wahres Weihnachtslicht...

Wann? 23.12.2013

Wo? Hauptbahnhof Gera, 07545 Gera DE
der Weihnachtsbaum von 2013 im Festsaal der Thüringer Staatskanzlei
Gera: Hauptbahnhof Gera | Ankunft an Gera Hauptbahnhof am 23. Dezember um 12.22 Uhr / Laterne und Kerze mitbringen! / Zur 24. "Aktion" nur noch eine Durchgangsstation für das "ORF-Friedenslicht aus Bethlehem" / Einst (1990) war die Stadt der erste Ausgangspunkt für die landesweite Verbreitung des neuen Weihnachtssymbols für Thüringen / Wandel oder zurück auf Anfang?!/

Beinahe wie „Alle Jahre wieder“ wird am Montag, dem 23. Dezember 2013, das „ORF-Friedenslicht aus Bethlehem“ im Freistaat Thüringen verteilt, weitergegeben und somit auch in Gera ankommen. Am Bahnsteig 5 des Hauptbahnhofs empfängt es fast traditionell ein Posaunenchor der Evangelischen Kirche, dazu Peter Beyer als Vertreter der Stadtverwaltung und stellvertretender Werkleiter KVG. Die Jugendfeuerwehr Gera-Langenberg übernahm es erneut freiwillig und mit den Gefühlen großer Vorfreude und besonderer Ehre, die symbolträchtige Flamme in Erfurt abzuholen und neben Pfadfindern entlang der Bahnstrecke via Weimar und Jena mit wartenden Interessenten zu teilen.

Sie wissen: Das diesjährige Friedenslicht wurde bereits kurz vor dem 1. Advent in der Geburtsgrotte zu Bethlehem entzündet; während einer speziellen, vom ORF speziell organisierten Friedenslicht-Reise. Es flog in einer Speziallaterne per AUA ins Ursprungsland der Idee Österreich; wurde danach sogleich in Suhl zu Florian Silbereisens Fernsehshow "Adventsfest der 100000 Lichter“ (Erstausstrahlung ARD am Samstag vor dem 1. Advent / Wiederholung mdr-TV am 21.12.) rührselig vervielfältigt und - umgetextet auf die bekannte Melodie von „Hark, the herald angels singing“ - besungen.

Schade nur, dass die Initiatoren um ORF-Projektleiter Günter Hartl in erwähnter Sendung kaum mehr zu sagen hatten, als dass in Österreich das Friedenslicht aus Bethlehem originär von den ÖBB Bundesbahnen in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember an bemannte Bahnhöfe gebracht wird bzw. erst an Heiligabend von der Bahn, den Rundfunkstudios oder DRK-Stationen abzuholen ist. In Deutschland würden sich vor allem Pfadfinder der Verteilung widmen. Keine Zeit, um z.B. die (Jugend-)Feuerwehren, Kirchgemeinden oder vielfältige private Initiativen in dem mehrfach als vorbildlich publizierten Friedenslicht-Land Thüringen zu erwähnen.
Einseitigkeit? Was soll deutsche Medien-Gigantomanie oder Terminhatz in der Adventszeit vor Weihnachten, unter offenkundiger Missachtung des religiösen Verständnisses vom Fest und der damit verbundenen Lichtsymbolik? Kommt es mit den Alleingängen durch Pfadfinder zur Vereinnahmung oder Überfremdung des in österreichischen Redaktionsstuben erfundenen, populären Weihnachtsbrauchs anstelle von Respekt gegenüber den Idee(n) aus dem benachbarten Alpenland?

Dann tauchte das "ORF-Friedenslicht aus Bethlehem" nochmals neu zur nunmehr üblich gewordenen, internationalen Aussendungsfeier (eigentlich Vorverteilung) der Pfadfinderverbände in Wien auf. Es wurde von Thüringens Delegation zunächst ins Eichsfeld gebracht, um es dort schon in einem Gottesdienst der katholischen Sankt Bonifatius-Kirche von Leinefeld-Worbis zu feiern.
Etwas später wurde es PR-trächtig für den Stamm der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg bereits am Montag nach dem 3. Advent in der Erfurter Staatskanzlei an Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht überreicht. Dort konnte die Kerze in einer Laterne an der Wache danach schlichtweg abbrennen. (statt sonst gar als offenes Feuer gelöscht zu werden) Zum Vergleich: Der Landeshauptmann Oberösterreichs übernimmt das Original im ORF-Studio Oberösterreich Linz zur Feierstunde mit Sponsoren und vielerlei Helfern symbolisch vor den laufenden Fernsehkameras, lässt die Laterne stehen, um das Licht wirklich erst Heiligabend zu holen. Neudietendorfs Pfadfinder kennen das eigentlich aus eigenem Erleben...

Bis dahin hatte nun Bethlehem unter wohl maßgeblich katholischem Einfluss ein „h“ in der Schreibweise verloren, weil es ein über das letzte Jahr umformierter Initiativkreis offenbar so wollte. in neuer Schreibweise - auch auf der umgebauten Homepage - kann man sich natürlich leichter von bisherigen Traditionen und Vorgeschichte(n) trennen; wie etwa vom Fotoarchiv anderer agierender Helfer des Lichts, von Urhebern oder von positiven Erfahrungen mit bisherigen Friedenslicht-Patenstädten in verschiedenen Ecken Thüringens bzw. damit verbundenen und den jährlich wechselnden "Friedenslicht-Kindern" als Boten für das Land.

Immerhin: Die Pfadfinder wahren die besondere Flamme für die bundesweit noch einmalige, landesweite Verteilungsaktion an möglichst rund 260 erreichbare Bahnstationen Thüringens; in 2013 á la „Von Altenburg bis Zeutsch“ nach dem sogenannten Leitwort „Recht auf Frieden“. Am 23. Dezember starten sie also nun mit gut 100 Helfern im Bunde vom Erfurter Bahnhofsvorplatz aus entlang der Schienen von im Lande agierenden Eisenbahngesellschaften ihre „Aktion“.

Das bedeutet: Etwa 12.22 Uhr erreichen die Langenberger Jugendfeuerwehr-Leute Geras Hauptbahnhof mit dem ORF-Friedenslicht. Sie werden es in dieser Stafette anderen Boten übergeben. Aber wie weiter für sie selbst? Eine Friedenslicht-Feier findet 2013 in Gera weder städtischerseits, noch - wie in den letzten Jahren - hinter dem 23. Türchen des lebendigen Adventskalenders im Geraer Puppentheater statt. Wo sind in dieser Stadt, die das Friedenslicht anfangs als Alleinstellungsmerkmal hatte, Phantasie und Interesse der Stadtverwaltung daran geblieben?
„Woher soll man Geld dazu nehmen?“, fragte eine Realisatorin vom Kultur- und Veranstaltungsmanagement Gera sinngemäß zurück. Offenbar nicht wissend, dass bisher vor allem Ideen- und ehrenamtliche Organisationsarbeit das Friedenslicht aus Bethlehem via Linz für Thüringen ermöglichten. Das ist natürlich nicht allein mit der Erfüllung eines mehr oder weniger gut definierbaren Dienstauftrags an städtisches Personal zu machen. Schon gar nicht, wenn man das Symbol nicht für Wert hält. "Wenn das so wichtig ist,..." begann die Marketingfrau einen Einwand. Doch sie sollte selbst wissen, dass die Relevanz in den Augen der Menschen durch die Form, Ort, Mitwirkende, Durchführungsweise u.a.m. recht beträchtlich beeinflusst werden kann. Falls man es wollte.

Also: Die Stadtverwaltung Gera trägt am Montag (23.12.) das „ORF-Friedenslicht aus Bethlehem“ von Bahnhof in die Feuerwache der Städtischen Berufsfeuerwehr. Dort mögen sich interessierte Bürger das besondere Friedenslicht für Weihnachten abholen. Die Diensthabenden werden sich bedanken, wenn es nur diese eine öffentliche Anlaufstelle gibt... und gewohnte Partner, die das Friedenslicht in sozialen Einrichtungen, Vereinen usw. hatten, sich verwundern.

Es ist m.E. schon eine seltsame Geschichte: Gera hat verlernt (oder selbst beim nun 24. Mal noch nicht gelernt), mit dem seit 1990 international gewordenen Weihnachtsbrauch um das vormalige Begleitsymbol für „Licht ins Dunkel“ des Österreichischen Rundfunks umzugehen. Irritationen in Thüringen erschweren das. Schade. Vielleicht aber beginnt ja 2014 die Weihnachtsgeschichte mit „Es war einmal...“ neu.

ORF-Friedenslicht an Geraer Bahnhöfen - weitere Ankunftszeiten:
(Quelle): www.orf-friedenslicht-thueringen.de/Ankunftszeiten.246.0.html
Gera Hauptbahnhof 12.02 Uhr
Gera-Süd 12.34 Uhr
Gera-Langenberg 12.35 Uhr
Gera-Zwötzen 12.36 Uhr
Gera-Ost 13.07 Uhr
Gera-Liebschwitz 13.09 Uhr
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