„Sodomite Suppression Act“ - als bekennender Christ distanziere ich mich

Fanatismus und Hass kann nicht auf eine bestimmte Religion allein bezogen werden. Wenn Aufrufe zu Gewalt veröffentlicht werden, in denen der Islam als Begründung herhalten muss, dann erwartet die demokratische Öffentlichkeit eine klare Distanzierung seitens der muslimischen Mitbürger und – bürgerinnen.

Jetzt wurde eine menschenverachtende Initiative fundamentalistischer Christen aus Kalifornien bekannt. Ich möchte den Anspruch der demokratischen Öffentlichkeit auch und gerade in diese Situation ernst nehmen und klar sagen: ich als bekennender Christ distanziere mich vollständig von den Aktivitäten des Rechtsanwaltes Matthew G. McLaughlin und seiner Unterstützer, welche die Todesstrafe für homosexuelle Liebe und gleichgeschlechtliche Handlungen einführen wollen.

(Nachzulesen u.a. hier: http://www.huffingtonpost.de/2015/03/31/anwalt-wil...

Christlicher Fundamentalismus steht anderen Formen in Zynismus und Menschenverachtung leider nicht nach. Ziel einer Volksabstimmung in Kalifornien soll nach Ansicht extrem biblizistisch geprägter Christen der „Sodomite Suppression Act“ ein Gesetz sein, das Homosexualität wieder neu kriminalisieren und dabei sogar die Todesstrafe vorsehen soll. Die Huffingstonpost führt dazu aus: „McLaughlin führt seine verachtende Idee aus: Man müsse das "monströse Übel durch Schüsse in den Kopf oder durch eine andere geeignete Methode" töten. In den USA muss man lediglich 200 US-Dollar zahlen um eine Petition abfassen zu können - offensichtlich ist Menschenverachtung dabei kein ausschließendes Kriterium. Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.“

Die Todesstrafe an sich sehe ich bereits als unvereinbar mit den Werten des christlichen Glaubens als auch mit dem Maßstab der Menschenrechte. Die Forderung nach Strafbarkeit von LGBTQ- Aktivitäten, gar nach der Todesstrafe für diese sexuelle Orientierung, hat nichts mit dem Evangelium zu tun, sondern gehört zu dem politischen Katalog hochideologisierter, extremistischer Gruppen.

Ich werde oft gefragt, wie die Kirche denn zur Homosexualität steht.
Was DIE Kirche zur homosexuellen Liebe sagt, das ist nahezu unmöglich zu beschreiben. DIE Kirche ist in sich äußerst vielschichtig und plural. Sie besteht aus zahllosen Kirchen, Gemeinden, Gruppen, theologischen Richtungen und kulturellen Traditionen. Die Kirche spiegelt in der Frage "Homosexualität" das gesamte auch sonst bestehende gesellschaftliche Spektrum wider.

Innerhalb christlicher Religion gibt es aggressive Homophobie, der geradezu hasserfüllt auf homosexuelle Menschen reagiert, so u.a in Nigeria. In fundamentalistischen christlichen Gruppen. Dann besteht eine konservativ-christliche Haltung, die Homosexualität gesellschaftlich akzeptiert, aber unvereinbar mit dem Glauben hält. Weiter nehmen immer mehr Christen Homosexualität als Lebensunterwurf an und wirken darauf hin, dass homosexuell Liebende auch in der Kirche respektiert und gleichbehandelt werden. So gibt es Segnungshandlungen für homosexuelle Paare, Gottesdienste für Homosexuelle und eigene LGBTQ-Gemeinden. Christen engagieren sich auch gesellschaftlich für die volle Emanzipation Homosexueller (dies hatte u.a. auch in der DDR-Kirche eine starke Tradition).

Meine eigene, persönliche Position ist die
alle Glaubensaussagen und biblische Interpretationen haben sich an den Grundorientierungen der Bibel auszurichten. Gott wurde Mensch in Jesus, so bekennen es Christen. Deshalb sind Aussagen, die Menschenwürde und -rechte in Frage stellen, für mich mit der Bibel unvereinbar. Auch muss die Liebe ("Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm" 1.Joh.) der entscheidende Gradmesser sein. Deshalb gehört für mich Homosexualität zu der von Gott geschaffenen Schöpfungsvielfalt. Hass auf (homosexuelle) Menschen, Homophobie sehe ich als Sünde an.
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