Songtage-Sprungbrett in der Songtage-Straßenbahn mit Theresa Schönfeld, Tobias Krügel und Martin Ebert

In der Songtage-Straßenbahn geht es eng zu. Daniel Zein nimmt Tobias Krügel die Gitarre ab.
 
Sonderfahrt: Songtage-Straßenbahn
Gera: Straßenbahnhaltestelle Heinrichstraße |

Das Experiment Songtage-Straßenbahn ist gelungen. Erstmals waren die 7. Geraer Songtage mit einer Straßenbahn durch das nächtliche Gera unterwegs. Im Rahmen des Songtage-Sprungbretts spielten und sangen sich Theresa Schönfeld, Tobias Krügel und Martin Ebert ins Herz der Fahrgäste.

Kennen Sie das? Mies gelaunt in der Straßenbahn sitzend. Es geht auf Arbeit. Die einen starren aus dem Fenster der grauen Tristesse des Neubaugebietes hinterher. Andere schaffen sich daran, Romane ins Handy zu tippen. Der nächste ist der Meinung, dass nur er allein die Metalklänge unter seinen Kopfhörern hört. Und wenn die Oma nicht aufpasst, rollern ihr beim nächsten Ampelstopp die Apfelsinen aus dem Einkaufsbeutel. Obwohl's schon mehrere erahnen, sagt keiner etwas. Alltagsmief Straßenbahnfahrt.

Aber Moment mal. Das geht auch anders. Schon an der Haltestelle liegt eine erwartungsvolle Stimmung in der Luft. Ein Ticket muss diesmal keiner zücken. Namentliche Einlasskontrolle wie bei den großen Events in den Metropolen dieser Welt. Hand verlesene, elitäre Fahrgäste? Mitnichten. Jeder konnte sich vorab dazu anmelden - zumindest, bis die Straßenbahn voll ist. Heute ist nicht das Ankommen das Ziel, sondern der Weg.

Die Tür auf halber Länge der Straßenbahn bleibt dem Volk verschlossen. Kein Wunder, hier versperrt ein Schlagzeughocker den Weg. Mit Gaffa Tape ist er auf dem Boden fixiert. Zwei Sitzplätze beansprucht ein Mischpult. Über die ganze Straßenbahnlänge sind Boxen verteilt. Und dann öffnet sich die Tür. Theresa Schönfeld kommt mit ihrer Gitarre, packt sie aus und fängt auf dem Weg nach Lusan an zu spielen und zu singen. Gitarre spielend mit den Fahrbewegungen zu recht zu kommen ist schon eine Herausforderung. Theresa meistert sie trotz der Aufregung.

Das Songtage-Sprungbrett auf Achse. Es geht voran. Mit der Bahn und den Künstlern. Die Songtage-Straßenbahn hat Lusan erreicht. Nach vier Liedern und jeder Menge Beifall packt Theresa ihre Gitarre ein und ein neuer Fahrgast steigt zu: Tobias Krügel. Er zählt bei den Songtagen schon fast zu den alten Hasen. Dementsprechend professionell gibt er seine Lieder zum Besten.

Längst dreht die Straßenbahn unter nächtlichem Himmel ihre Runden. An jeder Haltestelle, wo in der Gegenrichtung Heimwollende warten, erntet sie staunende Blicke und sorgt für offene Münder.

In Zwötzen steigt der dritte Sprungbrett-Musiker ein: Martin Ebert. Klar, auch er ist aufgeregt. Aber diese Aufregung scheint mit dem Öffnen seiner Mähne von ihm sprichwörtlich abzufallen. Kein Wunder, hat er doch in der Straßenbahn die meisten Fans um sich geschart, die sich zudem bei seinen Liedern textsicher geben. "Sonne" lautet sein letztes Lied, als die Straßenbahn in der Heinrichstraße ihr Ziel erreicht. Martin entlässt die Fahrgäste mit einem sonnigen Lächeln in die Nacht.

Experiment Straßenbahn bei den 7. Geraer Songtagen. Es kann als gelungen bewertet werden. Wer übrigens von Martin Ebert noch mehr hören möchte, kann sich schon heute auf das Songtage-Abschlusskonzert mit Jupiter Jones freuen. Martin wird das Vorprogramm gestalten.


Weiter geht es bei den 7. Geraer Songtagen am 25. April, 20.30 Uhr mit Árstíðir in der Trinitatiskirche. Komplettes Songtage-Programm.
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4 Kommentare
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Thomas Triemner aus Gera | 23.04.2014 | 09:57  
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Steffen Weiß aus Gera | 23.04.2014 | 10:41  
13.091
Eberhard :Dürselen aus Weimar | 23.04.2014 | 11:22  
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Hannelore Grünler aus Artern | 23.04.2014 | 20:19  
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