Teezeit - von der Kultur einer anregenden Pflanze

Teezeremonie (Foto: hbs cdrom)
Tee (Camellia sinensis)
begann im 17. Jahrhundert seinen Siegeszug um den Erdball. Als entspannend- anregendes Getränk zaubert er einen besonderen Moment in den Tagesablauf unzähliger Menschen. Ob Grüntee, Schwarztee oder aromatisierter Tee – dies bleibt Geschmackssache und ist jedem selbst überlassen.
Der Anbau von Teepflanzen erfolgt in tropischen und subtropischen Gebieten und bedarf einer hohen Niederschlagsmenge. Die Plantagen sind in Höhenlagen über 1000 Meter zu finden. Außerhalb Asiens hat Tee u.a. in England (Five-o-clock-tea), Russland (Samowar) und in Ostfriesland kulturprägend gewirkt.

Der Teestrauch gelangte – zusammen mit dem Buddhismus – gegen 500 nach Christus von Indien nach China. 300 Jahre später brachte ihn der buddhistische Mönch Saicho nach Japan. Teeanbau und Teegebrauch sind in diesen beiden Ländern weit verbreitet und kulturell stark verwurzelt. Im Taoismus und im ZEN – Buddhismus spielt Tee zur Unterstützung der Meditation eine herausragende Bedeutung.
Der „Weg des Tees“ (Cha-no-yu) integriert das Teetrinken in ein spirituelles Ritual: die japanische Teezeremonie, welche zu Harmonie, Erkenntnis und Frieden verhelfen soll. Diese Zeremonie hat in Japan die Gartenbaukunst, Architektur, Literatur und Malerei beeinflusst. Die Kunst des Teegenusses spiegelt nach Ansicht der Weisen den Geist und die Philosophie des Ostens.
Die klassische chinesische Medizin nutzt den Grünen Tee als Universalheilmittel. In Tibet hat ein Gebräu aus Milch, Wasser, Butter, Tee und Gewürzen – der tibetische Buttertee – große kulturelle Bedeutung.

Der Niederländische Erzähler Cees Nootebomm beschreibt innerhalb seines Romanes „Rituale“ den Ablauf einer Teezeremonie. Die Geschichte, die in Amsterdam der fünfziger, sechziger und siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts spielt, handelt von Sinnlichkeit und Frauen, Einsamkeit und Männern, von Wirklichkeit und Unwirklichkeit, von Leben und Tod. Dabei nimmt die Philosophie des Tees die Rolle des Spiegels ein, der uns zeigt, wie fähig bzw. wie unfähig wir sind, eine eigene Beziehung zu unserem Dasein zu finden.


Mate (Ilex paraguariensis)
Aus den Blättern dieser Stechpalmenart wird ein anregender Tee bereitet. Der auch „Yerba“ genannte Matebaum wächst vor allem auf dem Gebiet von Paraguay, Brasilien und Argentinien.
Archäologische Funde, bei denen Mateblätter und entsprechende Trinkgefäße als Grabbeigabe entdeckt wurden, weisen auf eine sehr alte Tradition des Mategebrauches hin. In der indianischen Überlieferung wird Yerba als heiliger Baum verehrt.
Bei den Guarini, einem in Paraguay ansässigen indigenen Volk, wird Mate bei schamanischen Handlungen und für gemeinschaftsstiftende Kreisrituale eingesetzt. Auch eine Nutzung als Heilmittel ist weit verbreitet. Für den Mategenuss werden traditionell die Cuia – ein Trinkgefäß aus Kürbis – und ein Bombilla genanntes Trinkrohr verwendet.
Heute ist das Matetrinken in vielen Südamerikanischen Gesellschaften in die Alltagskultur integriert und hat dort mitunter einen höheren Stellenwert als der Kaffeegenuss. Zunehmend gewinnt Mate als landwirtschaftliches Exportprodukt Bedeutung.
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5 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 20.09.2011 | 13:17  
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Renate Jung aus Erfurt | 21.09.2011 | 17:40  
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Petra Seidel aus Weimar | 22.09.2011 | 21:54  
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Renate Jung aus Erfurt | 22.09.2011 | 22:10  
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Miriam Wagner aus Gera | 23.07.2015 | 15:10  
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