Valentinsfeier - Maskenspiel und Segen

geheimnisvolle Spiel der Liebe (Foto: Felix Starke)
 
wir alle tragen Masken (Foto: Felix Starke)
 
ein ewiger Zauber... (Foto: Felix Starke)
Gera: kath. Kirche St. Elisabeth | Der Valentinstag 2015 wurde in Gera auf verspielte Weise gefeiert. In dem ökumenischen Gottesdienst wurde dem Geheimnis der Liebe nachgespürt; es gab eine Maskenperformance, Zitate zu dem Verhältnis Liebe und Spiel und die Einladung, die eigene Liebe persönlich segnen zu lassen.

Wer etwas weiter über dieses geheimnisvolle Spiel der Liebe nachdenken möchte, kann hier gern die Predigt des Gottesdienstes lesen:

Der Liebe Glut ist feurig und ein geheimnisvolles Spiel

Das Leben ist wundersam und voller Überraschungen,
es ist wunderbar und immer wieder ein Wagnis.
Die Liebe ist wundersam und voller Überraschungen.
Sie ist zauberhaft und immer wieder unberechenbar.

Manchmal gleicht das Leben einem Spiel, dessen Regeln wir erst später durchschauen. Oft ähnelt die Liebe einem Spiel, das von uns Risikobereitschaft und vollen Einsatz erwartet. Die Liebe gehört zu den ewigen Spielen der Menschheit, bei dem passende Teile zusammengefügt werden und man gemeinsam etwas Ganzes sucht. Wir müssen danach suchen, wo etwas überein stimmt. Dazu brauchen wir Herz und Verstand. Das Spiel der Liebe, bei dem niemand verliert, aber jeder gewinnen kann.
Manchmal steckt auch Konkurrenz, Wettbewerb im Liebesspiel. Manchmal wollen wir überlegen sein, dem Anderen ein Schritt voraus. Manchmal spielen wir sie nur vor, die Liebe.

Kinder lieben Rollenspiele. Sie schlüpfen ohne Probleme in die Haut eines Andren, werden zur bezaubernden Prinzessin oder zum mutigen Ritter. Und auch wir Großen beherrschen das Spiel von Illusion und Verwandlung. Wer träumt den nicht davon, Schönheitskönigin oder Held zu werden? Und sind wir nicht auch das – Schönheitskönigin und Held, ganz exklusiv, für den Einen, für die Eine, die wir lieben?
Kinder lieben Rollenspiele und räumen mit Begeisterung den elterlichen Kleiderschrank oder die altmodische Kostümkiste aus. Für einen Nachmittag lang kennen sie keine Grenze von Raum und Zeit und sie werden miteinander all das, was sie sich vorstellen, was sie miteinander vereinbaren. Zusammen träumen, verkleidet und geschminkt, im liebevollen Spiel versunken.

Zum Karneval erwacht dieses Kind in uns. Auch wir wollen für eine Zeit lang miteinander spielend in andere Rollen eintauchen. Wir setzen Masken auf und umhüllen uns mit einem Gewand und finden Vergnügen daran, uns einmal ganz anders zu zeigen. Die Routine wird in ein buntes Rätsel getaucht. Der Ausnahmezustand wird ausgerufen. Karneval, das bedeutet eine anarchische Mischung aus Versteckspiel, Quiz, Memory, Puzzle und „Mensch-ärgere-dich-nicht“.

Doch wir täuschen uns selbst, wenn wir meinen, das Umhüllen und Verwandeln sei nur auf die tollen Tage beschränkt. Auch im Alltag nehmen wir wieselbstverständlich ganz unterschiedliche Rollen an. Der Liebe Glut ist feurig und ein geheimnisvolles Spiel. So Manches scheint anders, als es ist. Rätselhaft, zuweilen verworren und undurchschaubar – so erleben wir dies Spiel. Auch in unserer Liebe, auch in der Beziehung zu unserer Familie und Freunden setzen wir Masken auf. Vielleicht machen wir das oft unbewusst, gewiss suchen wir nicht selten solche Masken zielgerichtet aus. (goldene Maske) Wie oft wollen wir für die Anderen glänzen? Wie oft wollen wir vor der einen, vor dem einen klug, stark und attraktiv erscheinen? Geschickt wissen wir es, unsere Schwächen, Grenzen, Fehler zu verstecken, unsere hässliche Seite zu verbergen. Wir wollen Erwartungen erfüllen und haben Angst zu enttäuschen. Gewiss, das ist nur allzu verständlich, aber wo fangen wir an, den anderen mit unserer Maske zu täuschen?
(weiße Maske) Doch dann lassen wir gar nichts blicken. Wie es in unserem Inneren aussieht, was wir gerade fühlen, wie es uns geht, das möchten wir nicht zeigen. Eine undurchschaubare, gleichmäßig weiße Wand lässt die Blicke der Anderen abprallen. Unser Leid und unsere Trauer, unsere Furcht und unsere Ohnmacht bleiben dahinter versteckt.
Wir wollen Erwartungen erfüllen und haben Angst zu enttäuschen. Gewiss, das ist nur allzu verständlich, aber wo fangen wir an, den anderen mit unserer Maske zu täuschen?

„Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz“.
Vor Gott können wir Masken aufsetzen, er wird uns jedoch durchschauen. Das klingt erst einmal ernüchternd, wir fühlen uns unangenehm beobachtet. Doch wir können es ganz anders verstehen. Gott sieht unser Herz, doch er schaut uns mit Augen der Liebe an. Wir brauchen uns vor ihm nicht verstecken. Wir können unsere Masken ablegen, weil er den ganzen Menschen liebt. Er liebt uns mit all unseren Schwächen, Grenzen, Fehler, er liebt uns mit unserem Leid, unserer Furcht, unserer Trauer und Ohnmacht. Er liebt uns, wie wir sind. Und seine Erwartung an uns ist, dass wir dieser seine Liebe ganz und gar vertrauen. Deshalb brauchen wir uns nicht verstecken und dürfen den Mut haben, Schritt für Schritt unsere Masken abzulegen.

Die Liebe gewährt uns einen Schutz, den keine Maske bieten kann. Dies gilt nun auch für unsere menschlichen Beziehungen, für das Miteinander in Partnerschaft, Familie und Freundschaft. Wir dürfen lernen, täuschende Masken abzulegen, uns zu zeigen und zu sein, wie wir sind.
Jeder von uns ist unverwechselbar einmalig und gerade das macht jeden von uns so wertvoll.

(bunte Maske) Der Zauber der Liebe zieht Menschen geheimnisvoll in seinen Bann. Auch hier werden Masken ins Spiel gebracht, um zu verführen, um Rätsel zu stellen oder um in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Es sind kostbare, sinnliche, verzaubernde Masken – aus Liebe heraus gestaltet. Die Liebe macht Verwandlungen möglich.
Das Spiel der Liebe, uralt und geheimnisvoll.

Wir Menschen brauchen das Spiel mit der Verkleidung. Liebe lässt sich in immer neuer Erscheinung sehen, und sie lässt sich von dem Anderen durchschauen, erspüren. Solche Masken sind heilsam, sind geradezu religiös.

Selbst Gott kommt in unzähligen Verkleidungen zu uns Menschen. Oft erkennen wir ihn gar nicht. Gottes Masken verbergen, um uns Menschen zu reizen, das Wesentliche dahinter zu entdecken. Gott nimmt uns Menschen in sein kosmisches Spiel mit hinein. Auch Gott will uns verführen, Rätsel stellen, uns in immer neuen Gestalten begegnen. Gottes Spiel ist das ewige Spiel der Liebe, uralt und geheimnisvoll.
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