Virtuelle Mordkampagne –ein Iranischer Musiker unter Beschuss

(Foto: //assets.radiojavan.com)
Shahin Najafi war bisher in Deutschland ein eher unbekannter Künstler. In seiner Heimat unterstützte der aus dem Iran stammende Musiker mit seinen Liedern die Demokratie- und Frauenbewegung, bis er auf Druck der Regierung 2005 nach Deutschland emigrierte. Hier nutzte er die Möglichkeiten des Internet, um seine Stimme weiter zu Gehör zu bringen. Die Mehrheit seiner Fans sind junge Menschen aus dem Iran. Via Webgemeinde blieb Shahin Najafi eine markante kritische Stimme, die ungeschminkt soziale und religiöse Missstände im Iran zur Sprache bringt.
Nun gehen seine Gegner ebenfalls den Weg über das Internet, um diese junge kritische Stimme zum Schweigen zu bringen. Mit Aggressivität und Menschverachtung soll eine Atmosphäre der Angst verbreitet werden. Bereits vier Todesdekrete wurden im Iran gegen den Musiker ausgesprochen, ein Kopfgeld wurde für ihn ausgeschrieben. Um eine effektiv einschüchternde Wirkung zu erzielen, wurden diese Todes-Fatwas im großen Umfang per Email verbreitet.
Doch gezielt wird weiter die Stimmung angeheizt. In einem Onlinespiel kann Shahin Najafi virtuell ermordet werden. Bezeichnendes Detail: im Hintergrund ist ein Davidsstern zu erkennen. Das Spiel diene dazu, den Hass auf sichtbar zu machen, der all jene treffen werde, die den Islam beleidigen, begründeten die Hersteller ihr Machwerk. Außerdem stelle es eine Art Training dar. Offizielle staatliche Stellen unterstützen offensichtlich diese breit angelegte Kampagne gegen Shahin Najafi.
Sicherheitskräfte in Deutschland nehmen diese Bedrohung sehr ernst. Shahin Najafi lebt inzwischen unter Polizeischutz. Nach Angaben des Iran Human Rights Documentation Center wurden auf Betreiben Iranischer Stellen bisher mindestens 162 Iraner im Ausland ermordet.
Eine breite Solidarität seitens Kollegen und Öffentlichkeit steht in Deutschland noch aus. Der Schriftsteller Wallraff äußerte sich über diesen Umstand enttäuscht und fordert deutlich sichtbare Schritte, um Shahin Najafi zu unterstützen. Auch der Konzertagent Bertold Seliger meint dazu:
„Was können wir tun? Ich bin nicht sonderlich geübt darin, Aufrufe zu verfassen und zu organisieren. Ich denke aber, wir sollten alle Möglichkeiten nutzen, Shahin Najafi unsere konkrete Solidarität und Unterstützung spüren zu lassen:“

Konkrete Anregungen dafür sind:

Bundesregierung, Außenminister und Bundespräsident auffordern, politisch aktiv zu werden
Botschafter Iran Protest zukommen lassen
Unterstützung Shahin Najafis mit einem Stipendium, um ihm seine musikalische Arbeit weiter zu ermöglichen

Verlinkung von Shahin Najafis Liedern auf eigenen Homepages, insbesondere die verfemten Titel :
http://www.youtube.com/watch?v=4rDXhjIN030 Naghi
http://www.youtube.com/watch?v=YMmS_DKCKLM Istadeh Mordan

Und Musiker sollten so bald als möglich ein Solidaritätskonzert auf die Beine stellen!!!

Ein Interview mit Shahin Najafi ist zu finden unter:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/rapper-shahi...
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1 Kommentar
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Renate Jung aus Erfurt | 10.06.2012 | 21:53  
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