Wie ist das Leben als Balletttänzer, Herr Herm?

Baletttänzer Simon Herm, Mitglied des ThüringenBalletts.
 
Baletttänzer Simon Herm mit Balettpartnerin Anastasiya Kuzina (Foto: Foto: Stephan Walzl)
Gera: Theater | „Balletttänzer – ein Beruf für Idealisten, mit vielen schönen Momenten, aber auch bitteren Enttäuschungen, die man überwinden lernen muss.“


Wo? Ballettschulen: u.a. Berlin, Dresden, Essen, Frankfurt, Hamburg, München, Köln, Stuttgart

Was? Hauptfach Klassischer Tanz, erweiterte Fächer in anderen Genres wie z.B. zeitgenössischer/moderner Tanz, parallel Schulunterricht,
Tanzgeschichte, Theatergeschichte (Theorie)

Wie lange?
8-9 Jahre

Voraussetzungen
Günstigstes Einstiegsalter 10 Jahre (5. Klasse), bestandener Eignungstest für die Zulassung zur Aufnahmeprüfung, bestandene Aufnahmeprüfung (medizinische Eignung, ästhetisches Erscheinungsbild, künstlerische Begabung etc.)

Vita Simon Herm (29 Jahre)
Im Alter von 12 Jahren Ausbildung zum Balletttänzer an der Staatlichen Ballettschule Berlin (1995-2003),
1. Engagement 2003 am Theater Nordhausen, dann an den Landesbühnen Sachsen, dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und dem Tiroler Landestheater in Österreich. Seit der Spielzeit 2011/12 ist er ‚sesshaftes“ Mitglied des ThüringenBalletts.

„Ballett bedeutet für mich, am Ende einer harten Arbeit auf der Bühne stehen und den Moment genießen zu dürfen, in dem hunderte Menschen dem Tanz zuschauen und am Ende begeistert applaudieren“, so der gebürtige Hamburger, der über den Kampfsport zum Ballett kam. „Angesteckt“ innerhalb der Familie: Seine Mutter war, seine Schwester ist Balletttänzerin.
Tanzen ist für Simon Herm Leidenschaft. „Man wird als Tänzer geboren. Man muss es
unbedingt wollen, für den Job brennen und dafür viele körperliche Strapazen auf sich nehmen. Und es auch noch toll finden, dass man sich quälen darf“, erzählt der Tänzer.
Denn es ist ein immer währender Prozess, der eiserne Disziplin verlangt. Hochleistungssport. Die Ausbildung in der Ballettschule bildet die Basis, auf der man aufbauen kann. Dann beginnt täglich ein neuer Lernprozess auf dem sehr langen Weg zum Profi. Immer wieder von vorn. Jeder Tag bedeutet Kampf, bei dem man seinen Körper neu kennen lernen, sich gefühlsmäßig in eine Rolle hineintanzen, mit ihr verschmelzen muss.
Und wer denkt, ein Tänzer kennt durch tagtägliches Training und Proben keinen Muskelkater mehr, irrt. „Er ist dein ständiger Begleiter“, schmunzelt er und nennt ihn den ‚guten’ Schmerz. Kung Fu-Training und Besuche im Fitnessstudio geben Simon Herm zusätzlich mehr Sicherheit. Körperliche Fitness senkt das Verletzungsrisiko.“

Der Konkurrenzkampf um Jobs ist hart und man weiß zuvor nie, ob man die gewünschte Rolle dann auch tatsächlich bekommt. „Balletttänzer ist ein Beruf für Idealisten. Ein Job, in dem man nicht reich wird, mit vielen schönen Momenten, aber auch bitteren Enttäuschungen, die man überwinden lernen muss“, fasst er zusammen. „Ein harte Lebensschule, in der man lernt, sich mit Willen, Fleiß, Disziplin und Ehrgeiz überall durchzubeißen.“
Denn ab einem gewissen Alter – bei Tänzern ab 30 und Tänzerinnen ab 35 – muss sich jeder Gedanken machen, was nach dem Tanzen kommt. „Viele bleiben am Theater und machen dort andere Jobs. Für mich persönlich habe ich entschieden, mich komplett neu zu orientieren.“
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige