„Wir Wunderkinder“ und „Der Augenzeuge“ - Sommer-Kino-Nostalgie und mehr im Haus Schulenburg

Wann? 23.07.2011 19:00 Uhr

Wo? Haus Schulenburg, Straße des Friedens 120, 07548 Gera DE
Am 9. Juli haben zahlreiche Besucher den warmen Sommerabend für einen Kinobesuch im Haus Schulenburg genutzt. (Foto: Daniel Arndt) (Foto: Foto: Daniel Arndt)
Gera: Haus Schulenburg | An diesm Abend erwartet den Besucher nicht nur Filmnostalgie pur. Bereits
ab 19 Uhr ist Einlass, wenn zu Musik, Ausstellungsführung und Grillen eingeladen wird. Dies sorgt für für eine vergnügliche Umrahmung des Sommerevents. Der eigentliche Filmstart ist um 21.30 Uhr. Sollte das Wetter diesmal nicht so richtig mitspielen, wird der Abend kurzfristig in den stimmungsvollen Veranstaltungskeller verlegt.

Der Kinoabend beginnt mit Reinhard Wähler und seiner Tonkinokoffer TK 35, einem Zeiss-Projektor, der durchaus als legendär bezeichnet werden kann. Mit dieser Art 35mm-Kamera erreichten Leinwand und Wochenschau ab den 60er Jahren die DDR-Dörfer und Städte, in denen es keine Kinosäle gab. 1980 flimmerte letztmalig „Der Augenzeuge“ in den Filmtheatern über die Leinwand. Die Nummer 51 blickt zurück auf die Geschichte der Wochenschau von 1946 bis 1980 und damit auch auf ein langes Stück DDR-Geschichte.

Im Anschluss an den „Augenzeugen“ startet der Hauptfilm vor romantischer Kulisse. Kurt Hoffmann produzierte den Streifen „Wir Wunderkinder“ mit satirischer Rahmenhandlung, bissigen Wortwechseln und Liedern zu einer ernsten Geschichte im Jahr 1958.

Zwei Schicksale, drei Etappen: Kaiserreich, Drittes Reich, Wirtschaftswunderjahre. Da sind Bruno, selbstsüchtig, lebenslustig, unmoralisch und Hans, fleißig, sittsam, strebsam. Zufälle verhelfen dem windigen Bruno zum schnellen Geld, während sich der ehrliche Hans sein Studium mühsam zusammensparen muss. In Zeiten des Dritten Reiches bastelt Mitläufer Bruno an seiner erfolgreichen (Nazi)Karriere und wird in den Wirtschaftswunderjahren mittels Schwarzmarkthandel zum wohlhabenden Geschäftsmann. Hans, der stets die schlechteren Karten hatte, fällt über seine anständige Haltung, verliert im Dritten Reich seinen Job, weil er nicht „braun“ genug ist und hat Probleme, seine Familie zu ernähren. Erst Mitte der fünfziger Jahre holt Hans, inzwischen erfolgreicher Journalist, zum Gegenschlag aus.

Mit- und Überläufer, die erfolgreich Karriere auf Kosten anderer machen, gab es nicht nur in den 50ern. Parallelen zur politischen Wende um 1990 darf und sollte man durchaus ziehen. Überzeugend sind die Filmdarsteller Hans Jörg Felmy, Johanna von Koczian und Robert Graf. Unübertroffen sind die Kabarettisten Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller. Der Film wurde 1959 mit dem deutschen Filmpreis und 1960 mit dem Golden Globe ausgezeichnet.

Weiterer Film:
Samstag, 27. August 2011 „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“
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