Aktiver Senior Erhard Müller aus Ronneburg tritt leidenschaftlich gern in die Pedale

Regelmäßig "parkt" der Ronneburger Erhard Müller sein Fahrrad vor dem Druckhaus Löbichau und genießt in der Kantine Mittagessen in Gesellschaft, ehe er wieder nach Hause oder durch die Landschaft radelt.
Ronneburg. Wenn’s schmeckt, nimmt Erhard Müller gern ein paar Kilometer mehr in Kauf. Dann radelt er – seit 1996 - mehrfach in der Woche von Ronneburg mal eben in die Kantine des Löbichauer Druckhauses. Fast jeder kennt ihn, der regelmäßig zwischen halb und um 12 Uhr dort isst. „Das sind doch nur ein paar Kilometer, ein Katzensprung“, lacht der 74-jährige.
Als Alleinstehender mache das Kochen zu Hause keinen Sinn. „In Gesellschaft schmeckt’s besser und man lernt Leute kennen“, meint er. Sonntags ist er dann bei seiner Schwester eingeladen. Der Senior ist seit seinem (Un)Ruhestand leidenschaftlicher Radfahrer. Als sein „Uralt-Fahrrad“ nicht mehr zu gebrauchen war, schenkten ihm seine Nichten nebst Familie ein neues. Das hat 49 000 km auf dem Buckel und steht mittlerweile schon wieder „ausgemustert“ in der Garage.
Erhard Müller zeigt auf den Kilometerzähler seines jetzigen Rades, der stolze
87 000 km anzeigt. Er ist fast täglich auf Achse, auch im Winter, wenn das Wetter keine Kapriolen schlägt. Ausnahme ist der Montag, da ist Skat angesagt. Und am Donnerstag trifft man sich am späten Nachmittag im „Goldenen Adler“ am Stammtisch auf ein Bierchen.

Die meisten Kilometer fährt er auf Routen rund um seine Heimat. Viel nach Gera und Umgebung oder in Richtung Zeitz. Da kommen schnell mal 75 km pro Tag zusammen. Mal nach Collis, wo er sich in „Kutschbachs“ Biergarten eine Pause gönnt, oder mal eben 35 km mit Umweg nach Vollmershain zum Eisessen. Selbst zu seinem Friseur in Lumpzig wird geradelt. „Es gibt hier so viele Ecken zu entdecken, die ich noch nicht kenne, da geht noch einiges“, meint er. Und dann frönt er mit gleich gesinnten Radfreunden längeren Touren. Mal entlang der Weser, Mosel und Ems, mal an den Leipziger Seen oder ganz im Norden Deutschlands.

„Ich habe mal ein bisschen mit Zahlen gespielt. Wenn ich im Durchschnitt mit 15 kmh fahre, heißt das - mal hochgerechnet - ich saß ungefähr 378 Tage nonstop auf dem Rad“, meint er und resümiert: „Auf dem Sofa herumsitzen ist nichts für mich, dann lieber auf dem Sattel – so lange ich gesund und fit bin“. Natürlich gibt es Tage, da ist er nach einer (Tor)Tour richtig „groggi“ oder es melden sich seine Knie. Das ist am nächsten Tag aber schon wieder Geschichte. Von größeren Unfällen blieb der rüstige Radler bisher verschont. „Nur einmal trug ich bei einem Sturz ein paar Blessuren an den Ellenbogen davon.“ Unter größeren Verschleißerscheinungen „leidet“ da eher sein Fahrrad. Für Wartung und Reparaturen investierte er schon soviel, dass es für zwei neue Räder reichen würde… Aber er ist sich sicher, dass es ihn noch an viele schöne Flecken bringen wird.
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