Anna Hemman zieht es in die Welt. Vor dem Freiwilligen sozialen Jahr müssen noch Spenden gesammelt werden

Anna Hemmann aus Weida möchte ein Freiwilliges soziales Jahr im Ausland absolvieren. Das Bewerbungsverfahren beim Verein Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners erfordert unter anderem auch die Gründung eines Förderkreises.
 
Anna Hemmann, Schülerin des Georg-Samuel-Dörffel-Gymnasiums Weida
Anna Hemmann zieht es immer wieder in die Ferne. Nicht, dass sie ihre Heimatstadt Weida nicht mag. Ganz im Gegenteil. Wissbegierde, Neugierde und Lust auf neue Erfahrungen treiben sie an. Vier Schuljahre lernte sie am Sportgymnasium in Erfurt. Einwöchige Schüleraustausche führten sie nach Frankreich und Ungarn.

Im kommenden Frühjahr wird Anna am Georg-Samuel-Dörffel-Gymnasium ihr Abitur abschließen. Und danach? Gleich mit dem Studium beginnen will sie nicht. Die junge Weidaerin zieht es in die Ferne. Ausschlaggebend sind auch die gesammelten Erfahrungen in Frankreich und Ungarn, obwohl sie weder französisch noch ungarisch spricht.

Bei ihren Recherchen nach den Möglichkeiten für einen Auslandsaufenthalt ist sie auf das Freiwillige Soziale Jahr im Ausland (kurz: FSJIA) und dabei auf den gemeinnützigen Verein „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ gestoßen. Der 1971 gegründete Verein fördert weltweit Initiativen eines freien Bildungswesens und Einrichtungen, die auf der Grundlage der Waldorfpädagogik arbeiten. Seit 1993 bietet der Verein internationale Freiwilligendienste an.

„Ein Jahr mal etwas anderes zu erleben kann ja nicht verkehrt sein“, meinte die junge Weidaerin und forderte im Sommer die Bewerbungsunterlagen an. Die ersten Hürden sind genommen. „Die Trägerzusage habe ich erhalten.“ Aus über 100 möglichen Einsatzplätzen galt es fünf auszuwählen. Die Gymnasiastin hat sich für je einen Kindergarten in Norwegen, Spanien, Italien, Ungarn und Frankreich entschieden. Derzeit verfasst sie die hierfür angeforderten Motivationsschreiben. Darin schreibt sie unter anderem: „Auch wenn ich selbst keine Waldorfeinrichtung besucht habe, bin ich der Meinung, dass ich sehr gut für diese Arbeit geeignet bin, da ich mich generell für alle Ansichten auf das Leben und über verschiedene Lehrmethoden interessiere und gerne einen Einblick in die anthroposophische Pädagogik bekommen möchte. Ich finde das stark zur Natur und zu den Jahreszeiten bezogene Konzept sehr gut und möchte es besser kennen lernen.“.

Anna Hemmann ist nicht der Mensch, der für diesen Auslandsaufenthalt allein in einer eigenen Wohnung untergebracht sein möchte. Vielmehr ist sie am Leben in einer Gastfamilie interessiert, um sich noch schneller in das neue Land, den Menschen, deren Lebensweise und Kultur einleben zu können. Und letztlich auch deren Sprache zu lernen.

Ob es Norwegisch, Spanisch, Italienisch, Ungarisch oder Französisch werden wird, erfährt sie in Kürze. Wenn sie weiß wo es hingeht, wird sie neben den Abiturvorbereitungen die neue Sprache schon mal büffeln. Und so ganz nebenbei muss eine weitere Hürde gemeistert werden: „Bedingung für das FSJIA bei den Freunden ist der Aufbau eines Förderkreises, dessen finanzieller Erlös dem Freiwilligendienst zugutekommt“, erklärt Anna. Das heißt Spenden sammeln. 2300 Euro müssen zusammen kommen, für die es logischerweise auch die vom Finanzamt anerkannten Spendenbelege gibt. Als Gegenleistung würde Anna nach dem Auslandsaufenthalt ihre Erfahrungen präsentieren. Wer der jungen Weidaerin helfen möchte, kann sich per E-Mail anlouhe@t-online.de an sie wenden.

Zur Person:
18 Jahre
Schülerin des Georg-Samuel-Dörffel-Gymnasiums Weida
5. – 8. Klasse Sportgymnasium Erfurt
Danach Übungsleiter beim SV Gera
Mitglied der Wasserwacht Weida
Mitglied beim Kinder- und Jugendparlament der Stadt Weida
Hat den Jugendwettbewerb beim Weidschen Kuchenmarkt organisiert und durchgeführt
Hobbys: Schwimmen, Kochen, Backen, kreative Handarbeit
Bisherige Fremdsprachen: Englisch, Latein

Mutti Claudia: Anna ist sehr offen, freundlich, kommt mit jedem gut aus, ist selbstständig – das sind gute Voraussetzungen für das freiwillige soziale Jahr. Wenn es heutzutage derartige Möglichkeiten gibt, dann sollten sie auch genutzt werden.

Bruder Johann (14): Ich denke schon, dass das was Gutes ist. Mal schauen wie es Anna ergeht. Vielleicht mache ich dann auch ein freiwilliges soziales Jahr.

Vati Frank: Ich habe zwar Bedenken wegen der Erziehungsprinzipien, aber vielleicht sind das doch nur Vorurteile. Ein freiwilliges soziales Jahr im Ausland ist nur etwas für junge Menschen, die wissen worauf sie sich einlassen. Da habe ich bei unserer Tochter keine Bedenken.
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 09.11.2014 | 20:05  
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