Aus Schnapsidee wird Kunstobjekt

Der Geraer Mark Friedrich mit seinem mittels LED beleucheten Portal aus knapp 13 000 Kümmerlingfläschchen, das seinen Platz in den "Museumsstuben" fand und auf selbigen im Guinnessbuch der Rekorde hofft. Daumen drücken!
Gera: mark friedrich | Gera. Es war buchstäblich eine kuriose Schnapsidee, die der Geraer Mark Friedrich vor vier Jahren mit der Planung eines außergewöhnlichen Bauvorhabens hatte. Angelehnt an seine Kugel mit einem halben Meter Durchmesser, die er aus kleinen Kümmerlingflaschen baute und die in einer Ausstellung im Geraer „Blackbox“ ihre Fans fand. „Da geht doch mehr, habe ich mir gedacht. Und als mir später ein ehemaliger Arbeitskollege von zwei Leuchttürmen aus Flaschen erzählte, die er im Spreewaldurlaub entdeckt hatte, war mein Ehrgeiz geweckt“, erzählt der 39- jährige Bieblacher, der als Glaser schon beruflich ein Fable für diesen Werkstoff hat.

Ein imposantes, mannshohes gläsernes Portal aus den Miniflaschen sollte es sein. Skizzen und exakte Zeichnungen entstanden, jeden Schritt des Baus hielt er akribisch in einem Hefter fest. Das muss sein, denn er möchte sich damit für das Guinness-Buch der Rekorde bewerben. „Ob es klappt, kann ich schwer einschätzen. Aber einen Versuch ist es allemal wert“, sinniert er mit stolzem Blick auf sein fertiges Werk. Das steht jetzt zur Freude von Wirtin Birgit Tremel und ihren Gästen mit wechselnder Farbenpracht in den „Museumsstuben“.

Es besteht aus 12 711 der kleinen Pullen, 50 Tuben Silikon (15 kg), Stahlstreben und LEDs und wiegt – ohne Stahl - eine halbe Tonne. Jede Säule á 50 cm Außendurchmesser setzt sich aus 90 Flaschenreihen zusammen plus die Reihen für die Kopfbögen. Vor allem die Querung stellte ihn vor eine echte Herausforderung, bei der auch schon mal was zu Bruch ging.
„Die Konstruktion hatte so ihre Tücken und kostete mich manchen Nerv.“

Ich habe es in Segmenten geklebt, damit ich es für den Transport auseinander nehmen kann.“ Denn in seinem Keller, wo er daran arbeitete und so manche Nachtschicht schob, konnte es auf Dauer nicht bleiben. Immerhin ist es knapp 2,20 Meter breit und 2,70 Meter hoch. Zudem wollte er die Nerven seiner Frau nicht überstrapazieren…
An seine allererste Reihe kann er sich bestens erinnern: „Ich verklebte 53 Flaschen in 30 Minuten.“ Apropos Zeit: exakt 5255 Minuten verbrachte er damit, alle Flaschen zu reinigen, zu trocknen, die Etiketten und Sprengringe zu entfernen. 5153 Minuten, um sie zu verkleben. Macht rund 173 reine Arbeitsstunden. Und weil er selbst nur ab und zu einen Kümmerling in Gesellschaft genießt, halfen ihm elf Kneipen, Gasthäuser, Bierbars, Freunde und Bekannte beim Sammeln der Flaschen.
Eine neue Idee spukt inzwischen in Mark Friedrichs Kopf umher – aber die möchte er noch nicht verraten.

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