Ausfinanzierung der Geraer Kita's

Am 10.04.2014 hatte der Stadtelternbeirat für Kindertagesstätten in Gera (StEB) zu einer Diskussionsrunde über die “Ausfinanzierung der Geraer Kita’s” ins Clubzentrum COMMA geladen. Der StEB veranstaltete zum ersten Mal ein Event dieser Art in Gera.
Anwesend waren Vertreter des Thüringer Sozialministeriums, der Thüringer Landeselternvertretung der Kindertagesstätten, der Stadtverwaltung Gera, und Vertreter der aktuellen Stadtratsfraktionen sowie Kandidaten für die bevorstehende Stadtratswahl.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Sandy Kirchner (Landeselternsprecherin Kitas in Thüringen). Nach einer kurzen Aufklärung über die Einnahmen- und Ausgabenseite in der Stadt Gera durch die Sozialdezernentin Sandra Schöneich wurde festgehalten, dass bei Gesamtausgaben von 23,8 Millionen Euro ein Zuschuss von 2,2 Millionen durch die Stadt Gera zu leisten sei. Der Anteil der Elterngebühren an der Gesamtfinanzierung läge in Gera bei rund 13%, so Schöneich. Thüringenweit sei dieser Wert bei zirka 15% angesiedelt. Durch das Haushaltssicherungskonzept wäre durch das Landesverwaltungsamt allerdings eine Quote von 15-18% gefordert!

Nachdem der Vertreter des Thüringer Sozialministeriums Christian Möller die Zahlen so bestätigt hat, gab es eine sehr intensive Diskussionsrunde zwischen den Diskussionspartnern im Podium und den dem zahlreich anwesenden interessierten Eltern und Erzieherinnen und Erziehern, welche Großteils geschlossen hinter dem bisherigen Gebührenmodell stehen und Gebührenerhöhungen ablehnten.
Die Träger versuchen weiterhin wie bisher auf bestmöglichen Wege Wohl unserer Kinder mit der Stadt zusammen zu arbeiten, so Michael Hoffarth (Geschäftsführer des KV AWO).

Durch Heiner Fritzsche (SPD), sowie auch Ines Wegner (Bündnis Grüne), wurde angemahnt, das bei der Eigenanteilsquote der Elternbeträge die Gebührenübernahmen der Stadt herausgerechnet werden müsse. Diese Übernahmen seien nicht von zahlenden Eltern verschuldet sondern eine von der Stadt zu erbringende hoheitliche Aufgabe. Somit würde in einer Neubetrachtung der Deckungsquote in Gera über 21% Elternanteil aufweisen, und eine vom HaSiKo aufgezwungene Erhöhung der Gebühren wäre somit vom Tisch.
Die Verringerung der Zuschüsse durch die Stadt Gera, wie im HaSiKo vorgesehen, würde sonst zwischen 30-50 Euro pro Kind und Monat betragen.

Weiterhin wurde intensiv über die Art und Weise der finanziellen Leistungen vom Land an die Kommune diskutiert, welche im KitaG geregelt sind. Die Stadt erhält die Gelder aus zwei Töpfen, zum einen als Direktzuweisungen, zum anderen über nicht zweckgebundene Schlüsselzuweisungen. Die Gelder der Schlüsselzuweisungen darf die Kommune letztendlich selbst verwalten.
Bei vielen Anwesenden wurde der Wunsch und die Forderung laut, dass der Gesamtbetrag von 525 Millionen des Landes Thüringen zur Kita-Finanzierung in die Kommunen als zweckgebundene Direktzahlung fließen müsse, um weitere Diskussionen über die Ausfinanzierungen der Einrichtungen, welche letztendlich auch Bildungseinrichtungen sind, zu beenden.

Diese Eindrücke nahm Herr Christian Möller als Aufgabe mit und wird diese Frau Ministerin Taubert überbringen.
Wie diese Finanzierung letztendlich aussehen könnte blieb offen und muss auch mit dem Finanzministerium diskutiert werden.

Ab dem 25. April wird die Diskussionsrunde im OKG ausgestrahlt, sowie online als Video verfügbar sein.

Die Aussagen aller im Podium beteiligten Vertreter, dass es zu keiner Erhöhung der Elterngebühren kommen darf, beruhigt uns erst einmal etwas, sagte Sandy Kirchner im Anschluss an die Veranstaltung. Die frühkindliche Bildung ist ein wichtiger Grundstein im Leben eines jeden Kindes, so Kirchner.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige