Ausstellung anlässlich des Van-de-Velde-Jahres: „Haus Schulenburg Gera – Baugeschichte, Rekonstruktion“

Rechtsanwalt Hans-Ulrich Staiger (München), Enkel von Paul Schulenburg, gemeinsam mit seiner Tochter Bettina Staiger im original erhaltenen Schlafzimmer seiner Großeltern.
 
„Haus Schulenburg Gera – Baugeschichte, Rekonstruktion“ heißt die neue Ausstellung im Rahmen des diesjährigen Van-de-Velde-Jahres.
Gera: Haus Schulenburg | „Haus Schulenburg Gera – Baugeschichte, Rekonstruktion“ heißt die neue Ausstellung im Rahmen des diesjährigen Van-de-Velde-Jahres. Beeindruckende Detailaufnahmen, Fotos von 1920 und heute sowie Momentaufnahmen aus 17 Jahren Aufbauarbeit dokumentieren fast 100 Jahre Haus Schulenburg.

Wiederentstanden ist ein Gesamtkunstwerk von Weltniveau, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den revolutionären Gestaltungsideen Henry van de Veldes geprägt wurde. Zu Recht erhielten die Eigentümer Rita und Volker Kielstein 2012 für die Rettung von Haus Schulenburg den Thüringischen Denkmalschutzpreis. Am 16. März wurde die Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft des Botschafters des Königreiches Belgien S.E. Renier Nijskens und des Repräsentanten der Flämischen Regierung in Deutschland Walter Moens steht, eröffnet. Großformatige Bilder, historische Materialien und Baupläne stellen vor Ort die verblüffende Genauigkeit der Rekonstruktion von Haus und Garten heraus.

Henry van den Velde war Maler, Architekt, Designer, er schrieb Baugeschichte. Ohne ihn hätte es das Bauhaus wohl nie gegeben. Sein Werk wird mit dem diesjährigen Van-de-Velde-Jahr in Thüringen gewürdigt.

Haus Schulenburg schuf er 1913/14 für den Geraer Textilfabrikanten, Orchideenzüchter und Kunstsammler Paul Schulenburg. Der Park mit wieder angelegten Terrassen, historischen Gehölzen und Pflanzgruppen war 2007 offizielles Begleitprojekt der Bundesgartenschau. Eine bemerkenswerte Sammlung von Buchgestaltungen, Möbeln und Entwürfen Henry van de Veldes sowie Kunstwerke aus seinem geistigen Umfeld sind im Privatmuseum zu sehen. Das Haus ist sowohl Ausstellungszentrum, als auch ein beliebter Veranstaltungsort.

„Für unsere neue Ausstellung haben wir ein Konzept entwickelt, dass Van-de-Velde-Kenner begeistert und neue Besucher staunen lässt“, sagt Volker Kielstein. So dokumentieren in den einzelnen Zimmern historische und Schadenfotos die Ausgangssituation. „Im Kontrast dazu erlebt der Besucher den perfekt rekonstruierten Raum“, erklärt Volker Kielstein weiter.

Doch wie genau ist die Rekonstruktion? „Fast deckungsgleich“, so Volker Kielstein. „Meine Frau und ich haben uns auf lokale und weltweite Spurensuche begeben: originale Baupläne aus dem Stadtarchiv Gera, Fotodokumente aus der Familie Schulenburg, der Königlichen Bibliothek in Brüssel, dem Bildarchiv Marburg, Stoffproben aus Zürich. Es wurden alte Fußböden ausgegraben, an Wänden und Türen nach Spuren von Holz, Stoffen und Farben gesucht. Möbel haben den Weg von Brasilien über München zurück gefunden und bringen so das gewisse Flair ins Haus. Vor einem Jahr haben wir eine fast komplette Zimmereinrichtung von einem Schulenburg-Enkel als Leihgabe bekommen. Besonders freuen wir uns darüber, dass wir Möbel zeigen können, die bisher öffentlich noch nie zu sehen waren.“.

Paul Schulenburg kaufte 1906 bei einem Besuch der internationalen Kunstausstellung in Dresden ein Speisezimmer Van-de-Veldes und war begeistert. „Er hat Haus Schulenburg um das Speisezimmer herum bauen lassen“, erzählt Volker Kielstein.

Mit den Originalabbildungen der Raumausstattungen van de Veldes 1906 in den Dresden beginnt der systematische Teil der Ausstellung. Es folgen die Baupläne von 1913/14 und Möbelentwürfe für Haus Schulenburg sowie Ausführungspläne von Van-de-Velde für ein Wohnzimmer aus dem Jahr 1928. Diese Wohnzimmerpläne waren zuletzt 1991 zur Van-de-Velde-Ausstellung in Tokio zu sehen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Material-, Stoff- und Tapetenproben sowie Bilddokumente der Gewächshausanlage, die van de Velde 1921 entwarf und die bereits 1937 weitgehend zerstört wurde.

„Es gibt kaum ein Van-de-Velde-Gebäude, das so genau wieder hergestellt wurde.“, ist sich der Volker Kielstein sicher und empfiehlt eine Führung durch Haus Schulenburg.

Die neue Ausstellung ist bis 31. Oktober 2013 montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 18 Uhr, vom 1. November bis 22. Dezember 2013 montags bis freitags 10 bis 16 Uhr, Samstag/Sonntag/Feiertag 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung zu sehen. Weitere Informationen bekommen Interessenten unter der Telefonnummer 0365/826410 oder unter www.haus-schulenburg-gera.de.


Mehr über Henry van de Velde und/oder Haus Schulenburg ist hier zu erfahren:

http://www.meinanzeiger.de/gera/themen/henry-van-d...
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5 Kommentare
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Jürgen Schaab aus Gera | 18.03.2013 | 11:58  
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Hannelore Grünler aus Artern | 18.03.2013 | 19:51  
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Steffen Weiß aus Gera | 02.04.2013 | 14:39  
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Steffen Weiß aus Gera | 04.04.2013 | 08:47  
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Steffen Weiß aus Gera | 26.04.2013 | 08:02  
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