Auszug aus Ronneburg - Nach Schlüsselübergabe vom ehemaligen Weltentor schaut das Volk von Caraslan jedoch optimistisch in die Zukunft

Auszug aus Ronneburg. Das Volk von Caraslan ist auf der Suche nach einem neuer Bleibe
 
Symbolische Schlüsselübergabe vor verschlossenen Türen
Ronneburg: Caraslan | "Einen Verein macht nicht das Gelände aus, sondern die Menschen die darin sind", sagt König und Vereinsvorsitzender Peter Thiele auf der Treppe zum Ronneburger Rathaus und macht damit seinem "Volk von Caraslan" Mut, gemeinsam in eine neue Zukunft zu gehen.
Mit einer Prozession brachten die Caraslaner einen symbolischen Schlüssel zum Rathaus, den sie dort vor den verschlossenen Toren ablegten.
Eine lange und bewegte Zeit geht damit zu Ende, erzählt Peter Thiele und schildert die Insolvenz der Weltentor Betreibergesellschaft, die sich bereits zur Eröffnung des Mittelalter-Erlebnisparkes andeutete. Als Nachnutzung eines Teils der Neuen Landschaft Ronneburgs, dem Geländes der Bundesgartenschau 2007 stand das Weltentor-Projekt von Anfang an unter keinem guten Stern. Mit engagierten Leuten ehemaliger Weltentormitarbeiter entstand bereits 2009 der Verein "Das Volk von Caraslan e.V.", der das verwaiste 5 ha große Gelände von der Stadt Ronneburg zur Erhaltung und als Versammlungsstätte pachten konnte. Derzeit hat der Verein 54 Mitglieder.
"Wir haben hier ohne Strom und Wasser begonnen, alles wieder aufzubauen", berichtet der König. "Unser schulpädagogisches Konzert 'Im Kettenhemd zum Unterricht' haben wir ständig weiterentwickelt und wurden stets in den Klassen begeistert begrüßt. In einer vierten Klasse hat der König erst vor kurzen die Zeugnisse übergeben. An diesem Konzept wollen wir festhalten."
Leider erwiesen sich diese Ideen für die derzeitigen Besitzer, die Stadt Ronneburg und die Sparkasse, als nicht tragfähig genug und so geht eine Ära der Stadt Caraslan zu Ende. "Die Unterstützung von Sparkasse und der Stadt Ronneburg kam nicht richtig rüber, es war kein Vertrauen da.", meint Peter Thiele.
Am 31.08. 2015 endete nun der Pachtvertrag und es erfolgte die Schlüsselübergabe an die Ronneburger Bürgermeisterin Krimhild Leutloff (CDU).
Gemeinsam mit Vertretern von Stadtverwaltung und der Sparkasse wurde die Burg, mit dem imposanten Tor, die mittelalterlichen Unterkünfte, Arena, Taverne und das Piratenschiff einzeln übergeben. Im Dokument wird stehen "Keine Mängel". Während des Rundganges sind Vertreter des Volkes von Caralan dabei, die zu diesen letzten Stunden auf das Gelände gekommen sind. Wehmut und auch etwas Wut macht sich breit. "Dieses Ambiente ist besonders für Kinder einmalig und das haben mir so viele Erzieher bestätigt.", sagt Sabine Thiele, die bei der Gründung des Vereins dabei war, und kann dabei die Tränen nicht verbergen. "Einen lebendigeren Geschichtsunterricht kann man nicht bieten. Mich macht es sehr traurig, wenn man das hier vielleicht alles platt macht."
Nun sind die Schlüssel übergeben. Das Kapitel Ronneburg ist zu Ende. Das Volk ist auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Alles Eigentum des Vereins ist untergebracht. Die Ziegen werden ein neues Zuhause finden.
"In diesem Jahr haben wir gut zu tun, auf Mittelaltermärkten, beim Geraer Höhlerfest, dem Dahlienfest in Bad Köstritz und dem Zeitzer Wintermarkt. Wir, das Volk von Caraslan, sind nicht weg", ist sich König Peter Thiele sicher, "wir machen weiter".

Siehe auch: Zusammenpacken ist angesagt auf meinanzeiger.de
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