Begeistert von Gera. Hanni Stolker aus Arnheim bringt ihre Liebe zu Otto Dix zum Ausdruck

Das Bürgerfernsehen ist auf Hanni Stolker aufmerksam geworden. Heinz Roeske interviewt sie vor dem Pavillon im Hofwiesenpark. Auf dem Glas bringt die Künstlerin aus der holländischen Partnerstadt Arnheim ihre Liebe zu Otto Dix zum Ausdruck.
Gera: Hofwiesenpark | „Sie sind doch die Künstlerin aus Holland?“ Wildfremde Menschen sprechen Hanni Stolker auf der Straße an. „Wir haben Sie in der Zeitung gesehen!“ „Ja, ich bin die Hanni aus Arnheim“, antwortet sie mit dem immer freundlichen Lächeln und kommt ins Gespräch über Gott und die Welt und Gera.

Der Freundeskreis ist in den letzten Wochen, seitdem die Arnheimer Künstlerin in Gera wohnt und arbeitet, enorm gewachsen. Und dank dem Aufruf im Allgemeinen Anzeiger hat sie auch alle Hände voll zu tun. Überall in der Stadt hat sie mittlerweile ihre Spuren hinterlassen. Zum Beispiel an den Fensterscheiben der Ehrenamtszentrale auf dem Kornmarkt. „Nein, die sind nicht bemalt“, korrigiert sie. Malen sei etwas anderes, ein flächiger Farbauftrag. „Das, was ich mache, ist Zeichnen. Das sind grafische Arbeiten. Mit Stiften“, so die Holländerin.

Schwieriger gestalteten sich die Arbeiten an den Scheiben des Stadtverbandes Die Linken. Da von innen auf das Glas gezeichnet wird, muss das Dargestellte immer spiegelbildlich sein, damit es von außen korrekt zu sehen ist. Von daher schreibt sie Schrift gern von außen vor. Bei nicht zu öffnenden Fenstern in oberen Etagen funktioniert das natürlich nicht.

Hanni wäre nicht Hanni, wenn sie nicht auch singen könnte. Die Geraer Chorvereinigung Cantabile ist für ihre enge Zusammenarbeit mit der Partnerstadt Arnheim bekannt. Klar, dass Hanni Stolker zu einem gemeinsamen Abend eingeladen wird. Dabei soll es nicht bleiben. Jetzt wollen die Geraer mit ihr gemeinsam zwei holländische Lieder einstudieren.

In den vergangenen Tagen wurde die Arnheimerin oft im Hofwiesenpark gesehen. Als wäre es nicht warm genug, saß sie mit Stiften bewaffnet im Glaspavillon und hat ihre persönliche Liebe zu Otto Dix zum Ausdruck gebracht. Schließlich war er es auch, der daran „schuld“ ist, dass ihr Interesse an Gera geweckt wurde. Mit der Dix-Ausstellung in Arnheim begann die neue Freundschaft.

In diesen Tagen schwingt die Künstlerin den Zeichenstift noch in der früheren Blumenverkaufsstelle nahe der UCI Kinowelt. Das ist sowieso ein Thema, was sie nicht versteht. „Bei uns in Arnheim gibt es keine leerstehenden Gebäude. Wenn keine Nachnutzung gefunden wird, dann wird es abgerissen. So viele alte verlassene Gebäude wie in Gera habe ich noch nie gesehen! Manchmal sehen sie ja romantisch aus. Aber es ist doch eher traurig“, empfindet sie.

Ansonsten ist Hanni Stolker kein sprichwörtliches Kind der Traurigkeit. Sie hat in den vergangenen Wochen viel unternommen, viele Geraer getroffen und herzlich beim Kabarett Fettnäppchen gelacht. „Die Geraer sind lieb und nett“, zeigt sie sich begeistert und wird dies noch bis Ende August erleben können. Und eines steht schon heute fest: Das wird nicht die letzte Begegnung mit Gera und seinen Bewohnern bleiben.
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