Danke für die Gastfreundschaft! Ein Ungar lernt auf dem Heimweg von England in Weida mal fix Deutsch

Bettina Gunckel zeigt dem Ungar Zoltan Pigniczki vom Garten der Osterburg aus Weida.
Weida: Osterburg |

Nein. Nicht München, nicht Hamburg und nicht Berlin! Zoltan Pigniczki aus Ungarn hat sich für Weida entschieden, um dort Deutsch zu lernen. Und er staunt über die Freundlichkeit, mit der er hier aufgenommen wird.

Auf dem Heimweg noch fix einen Crashkurs in Deutsch. Seit drei Jahren ist Zoltan Pigniczki schon unterwegs. Er möchte die Sprachen lernen, die ihm wichtig für sein Leben und die Arbeit sind.

Zusammen mit seinem Bruder hatte er vom heimischen Ungarn aus Ausstellungen hauptsächlich in Rumänien, Griechenland und in den Ex-Jugoslawien-Staaten organisiert. Oder mit der eigenen Firma Sonnenkollektoren in China gekauft und in Ungarn und Rumänien verkauft. Und überall ist Zoltan Pigniczki auf das gleiche Problem gestoßen: Mangelnde Englischkenntnisse. Englisch ist nun mal Handelssprache.

So hatte sich der Ungar auf nach England gemacht, um dort deren Sprache zu lernen. Es hört sich zwar aus dem Mund eines Ungarn etwas komisch an, aber seine erste Station London kommentiert er mit den Worten: „Hier sind mir zu viele Ausländer“. Er meint damit, dass in der multikulturellen Weltmetropole zu wenig Engländer anzutreffen sind. So zog es ihn aufs Land in eine kleine Gemeinde nahe Hampshire. Auf dem College hat er sein Examen in Englisch nachgeholt.

Englisch beherrscht der Ungar inzwischen perfekt in Wort und Schrift. Für den internationalen Handel zwar weniger bedeutungsvoll, liegt ihm ebenso Deutsch am Herz. „Könnte man das nicht gleich noch auf dem Rückweg von England nach Ungarn lernen?“ Pigniczki fragte seine frühere Deutschlehrerin Veronika Harmati aus seinem Heimatort Mezötúr, ob sie nicht wisse, wo man in Deutschland für ein paar Tage gut aufgehoben wäre. Nicht Berlin, nicht München oder Hamburg gab sie zur Antwort. Weida! Die Ungarin kennt Weida, war auch schon hier. Kein Wunder: Mezötúr ist die ungarische Partnerstadt von Weida.

Zoltan Pigniczki ist ganz und gar aus dem Häuschen, wie hilfsbereit Deutsche sind. An einem Freitag hatte er an Bettina Gunkel, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Weida, eine E-Mail-Anfrage zu seinem Vorhaben geschickt. Drei Tage später gab es nicht nur eine Einladung nach Weida, sondern ein komplettes Programm, was er die gewünschten zehn Tage hier machen könnte. Und was er alles inzwischen erlebt hat! Der Ungar hat beim sozialen Projekt „Fundgrube“ mitgearbeitet. In der Gerberei hat er von Manfred Kratzer eine eigene Führung bekommen. Seine Gastfamilie hat ihn zum Essen eingeladen. Und auf der Turmspitze der Osterburg war er mittlerweile auch. Der Ungar kann es kaum fassen, wie freundlich er in Weida aufgenommen wird: „Das habe ich doch gar nicht verdient“. Und so ganz nebenbei lernt er bei den vielen Gesprächen mit den Einheimischen Deutsch.

Diesen Freitag geht es zurück ins ungarische Szeged. Sein Bruder kann es kaum erwarten, dass Zoltan nach drei Jahren wieder nach Hause kommt. Bettina Gunkel zieht hochachtungsvoll ihren Hut vor dem Ungarn: „Er macht sich auf in die Welt, um etwas zu lernen. Und das auch bei uns in Weida!“.

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Renate Jung aus Erfurt | 09.04.2014 | 23:02  
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