Das Abenteuer ruft. 7500 Kilometer durch zehn Länder für einen guten Zweck: Stephan Roth fährt bei der Baltic Sea Circle mit

Das wird die erste große Aufgabe für Stephan Roth sein: Das Fahrwerk muss für schlechte Straßen verstärkt werden. Aber noch fehlt es an einem mindestens 20-jährigen Auto, dass ihn 7500 Kilometer von Hamburg über Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Polen zurück nach Berlin bringen wird.
Eine offene, übel riechende Fischbüchse bei sommerlicher Hitze 200 Kilometer im Auto mitnehmen. Ein Beweisfoto zusammen mit einem salutierenden Matrosen in Murmansk schießen. Angeln ohne Angel und den Fisch anschließend räuchern ohne Räucherofen. Wo derart eigenartige Aufgaben gestellt werden? Bei der Rallye, bei der nicht Geschwindigkeit die Hauptrolle spielt. Die Rede ist von der Baltic Sea Circle. Die ist bis jetzt vier Mal über die Bühne gegangen und startet am 14. Juni nächsten Jahres in Hamburg zu ihrer fünften Auflage. 7500 Kilometer durch zehn Länder in Nordeuropa in zwei Wochen. Und das alles ohne Navi und Autobahn.

Aber es sind nicht mal die frei wählbaren Routen von Etappe zu Etappe, die Stephan Roth derzeit über 30 verschiedenen Karten sitzend Kopfzerbrechen bereiten. Er hat noch kein Auto für die Rallye. Als Bedingung wird gestellt, dass es mindestens 20 Jahre alt sein muss und nicht mehr wert als 2500 Euro sein darf. Die Marke dürfte beim in Weißendorf angestellten Mercedes-Verkäufer keine Frage sein. Die Wahl ist auf einen 124er Kombi gefallen. Schließlich gibt es bei der Rallye keinerlei Begleitfahrzeuge. Was nicht im oder auf dem eigenen Fahrzeug transportiert werden kann, kommt nicht mit. Das Aussehen des Kombis ist dem Greizer schnuppe – funktionieren muss er. Erst am letzten Wochenende war Roth wieder hunderte Kilometer quer durch Deutschland umsonst unterwegs. „Wenn das Öl schon aus dem Zylinderkopf tropft, dann wird der Benz die 7500 Kilometer wohl nicht überstehen“, ist er sich sicher. Und so sucht er weiter. Die Zeit drängt. Schließlich muss noch das Fahrwerk verstärkt, ein Dachgarten gebastelt werden und, und, und.

Wenn das Auto fertig ist, geht’s damit erst mal auf Sponsorensuche. Nein, nicht um Federbeine & Co. zu finanzieren. Leitgedanke der Rallye ist, etwas Gutes zu tun. Mindestens 750 Euro Spenden für wohltätige Zwecke muss jeder Rallyeteilnehmer zusammenbringen. Roth möchte die Kindernothilfe unterstützen. Mehr darüber ist auf www.helpedia.de/spenden-aktionen/running-bulls zu erfahren.

Apropos Running Bulls. So nennt sich sein Team, bestehend aus ihm und dem oberfränkischen Stefan Kruber, ebenfalls Mercedes-Verkäufer. Ihr gemeinsames Motto – ein Zitat von Wilhelm Neuss – führt ein wenig in die Irre: „ich bin für Tempo 300. Dann kommen wir schneller an. Aber frag mich nicht wo.“. Geschwindigkeit spielt bei der Rallye keine Rolle, zumal sich jeder Teilnehmer an die jeweils gültige Straßenverkehrsordnung halten muss. Und die ist bekanntermaßen in Skandinavien etwas strenger ausgelegt. Taktik spielt eine weitaus größere Rolle. Es geht um die Erfüllung der Tagesaufgaben. Die gibt es erst per Roadbook zum Start ausgehändigt. Die Aufgaben erfüllen zu können, wird viel Zusammenarbeit mit den Einheimischen verlangen. Darauf freut sich der Greizer Abenteurer besonders, notfalls per Verständigung mit Händen und Füßen. Ganz zu schweigen von dem, was er zu sehen bekommt: Was wird wohl vom alten Königsberg noch zu sehen sein?

Mehr über die Rallye auf balticrally.superlative-adventure.com
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3 Kommentare
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Antje Hellmann aus Jena | 11.12.2013 | 15:06  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 11.12.2013 | 20:06  
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Hannelore Grünler aus Artern | 12.12.2013 | 20:49  
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