Das Netz ist toll! Filmemacher Jürgen Wolf über den Klout Score, Facebook & Co

Jürgen Wolf wohnt zwar im abgelegenen Zeulenroda, ist aber dank Social Media doch auf der ganz Welt zuhause.
 
Gewohnt provokativ: So kennen seine Follower den Filmemacher Jürgen Wolf aus Zeulenroda.
„Für mich ist das Netz absolut wichtig. Nicht nur, um selbst viele Besucher auf meine Seiten zu bekommen, sondern vor allem, um weltweit auf Informationen zugreifen zu können. Und das schneller, als es sonstige Medien anbieten können. Und, das ist mir besonders wichtig: Ungefiltert!“, erklärt Jürgen Wolf seine Beziehung zum Internet. Er wohnt in Zeulenroda etwas abgelegen, aber dank Internet und Social Media ist er doch rund um den Globus unterwegs.

Während viele Deutsche gerade über die neuen Allgemeinen Nutzungsbedingungen von Facebook diskutieren und sie kritisieren, kümmert sich der Zeulenrodaer nach wie vor um seinen im Steigen begriffenen Klout Score. Dieser Begriff ist hierzulande weitestgehend unbekannt und es wird ihm längst nicht die Aufmerksamkeit gewidmet, wie in den Vereinigten Staaten. „Mit einem hohen Score bekommt man in den Vereinigten Staaten selbst dann noch ein Hotelzimmer, wenn keins mehr verfügbar ist“, fügt Wolf als Beispiel an.

Was ist dieser ominöse Klout Score? Ein in San Francisco ansässiges Unternehmen erstellt auf der Grundlage der Analyse der sozialen Netzwerke ein Rating von Nutzern. Gemessen wird der Online-Einfluss von Personen. Es können sich Werte zwischen 1 und 100 ergeben. Barack Obama beispielsweise hat einen Klout Score von 99. Jürgen Wolf 63, der Durchschnitt ist viel geringer.

„Mit einem hohen Klout Score kann man Meinungen bilden“, so Wolf. Wer hingegen beispielsweise auf der Interaktionsplattform Twitter nur langweilige Nachrichten ablegt, die von niemand retweetet werden, wer keine Follower hat, wird keinen Erfolg haben. „Die Tweets müssen eigene Gedanken enthalten, können durchaus mal sexistisch, sollten humorvoll sein – ohne dem gibt es keine Reaktion“, erklärt er.

Der freischaffende Filmemacher ist so ziemlich auf allen Kanälen, was Social Media zu bieten hat, unterwegs. Aber Posten nur des Posten willens ist für ihn tabu. Kontrollieren, Auswerten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen sind seine Schlagworte. Die öffentlich einsehbare Klickzahl bei einem auf Youtube veröffentlichten Video ist nur die eine Seite. Wo kommen die User her? An welcher Stelle haben sie das Video weggeklickt? Welche Sequenz wurde wiederholt betrachtet? Die Antworten geben Aufschluss darüber, was interessiert, ob er Qualität produziert hat oder das Video besser in die sprichwörtliche Tonne gehört.

Die Gefahr, sich im Netz und Social Media zu verlieren, gibt es laut Wolf definitiv: „Das Netz kann kritisch sein, vor allem für Jugendliche. Wobei bei Twitter die Gefahr noch größer als bei Facebook ist, weil es ungefiltert ist.“ Viele Jugendliche haben sich nicht mehr unter Kontrolle, sind süchtig. Der Zeulenrodaer spricht bezüglich der vielen Möglichkeiten von Social Media von einem Tummelgraben. Und er stürzt sich da ohne Hemmungen hinein und testet alles aus. Diese Möglichkeit sollten seiner Meinung nach auch Jugendliche nutzen: „Sie zu reglementieren macht wenig Sinn.“

„Das Netz ist toll. Ich finde es gut. Aber es ist auch gut, es mal abzuschalten. Das gehört auch dazu“, versichert Jürgen Wolf. Wann? Bei ihm ist es aus, wenn er ins Bett geht, bei persönlichen Gesprächen, wenn er zum Essen am Tisch sitzt, beim Autofahren. Bei letzterem flunkert er: „Meistens“. Der morgendliche Check, was auf der Welt und bei seinen Freunden passiert ist, ist bereits Routine, da will er keine Nachricht verpassen.

Die Bewegungen im Tummelgraben Social Media sind für Wolf logischerweise nicht statisch. „Facebook ist eine eingeengte Geschichte, zumindest in Deutschland. Ich komme da in meinem Kreis und mit meinem Alter nicht weiter“, erklärt er. Ganz anders sei dies hingegen bei Twitter: „Das ist ein offener Kreis und die Zahl der Follower steigt regelmäßig“. Wolf koppelt die virtuelle nicht von seiner realen Welt ab. „Wenn mich kreative Follower bei einem Film unterstützen, dann sollen sie schlussendlich auch darin vorkommen“, fügt er ein Beispiel an und wird nicht müde, weitere folgen zu lassen. Auf Twitter hatte er einen jungen Mann kennengelernt, der einen Blog über seine Depressionen schreibt. Wolf hat einen Film über ihn gedreht. Oder der österreichische 3-D-Animateur, der ihm jetzt ein kostenloses 3-D-Logo erstellt. Und, und, und.

Wer sich der Welt öffnet, findet mehr Freunde. Gleiches gilt leider auch für unliebsame Bekanntschaften: Wolf kann und will „seine Klappe“ bei Ungerechtigkeiten nicht halten.

Zur Person:

Jürgen Wolf, 48 Jahre, freischaffender Filmemacher, in Zeulenroda angekommen.

Social Media-Profile von Jürgen Wolf:

Youtube
Facebook
Twitter
Instagram
Blogspot
Google
LinkedIn
Xing
Diaspora
Klout Score

Kommt zwar ein paar Tage an dieser Stelle zu spät, aber es passt ganz gut zum Thema:

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