Das schräge Interview mit dem Weihnachtsmann: Zugangsdaten gibt's per SMS

Der Weihnachtsmann hat in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Hier ist er in der Erwachsenen-Abteilung seiner riesengroßen Werkstatt zu sehen.
 
Sprechstunde des Weihnachtsmanns auf dem Märchenmarkt Gera.
Gera: Märchenmarkt | Gibt es dich wirklich?

Natürlich! Warum sollte man nicht an den Weihnachtsmann glauben? Es gibt so viel Schlechtes auf der Welt. Da kann man doch an etwas Gutes glauben.

Bist du verheiratet?

Ja. Mit der Weihnachtsfrau. Und zwei Kinder habe ich auch.

Kaum jemand hat noch einen Kamin. Und wenn doch, sind die Essen recht schmal. Wie passt du da durch?

Das ist reine Magie. Ich kann mich schlanker machen. Und wenn’s doch mal zu eng wird, dann komme ich eben durch die Tür. Meine Rentiere prüfen vorher, welchen Weg ich wählen sollte. Gerade in den „Neubau“-Gebieten gibt es ja tatsächlich keine Essen.

Und wenn du durch die Tür gehst: Musst du die Stiefel ausziehen?

Gott sei Dank erlauben mir die Eltern, dass ich die Stiefel anbehalten darf. Die sind übrigens immer blitzblank. Wichtel Simon ist dafür zuständig.

Wie schaffst du es eigentlich am Heiligabend, überall auf der Welt gleichzeitig zu sein?

Wieso gleichzeitig? Durch die Zeitzonen haben wir doch eine Zeitverschiebung. Und zudem habe ich an diesem Tag die Möglichkeit, die Zeit etwas langsamer laufen zu lassen.

Mit was für einem Gefährt bist du unterwegs?

Regulär mit dem Rentierschlitten. Wenn kein Schnee liegt, muss ich auf die Rentierkutsche umsteigen. Beide haben ordentlich Power unter der „Haube“: Acht RTS (Rentierstärken).

Wie passen all die Geschenke in den Sack?

Das ist reine Magie und der Zauber der Weihnacht. Der Sack ist wahnsinnig groß und wird nie leer. Es geht bei den Geschenken jährlich um mehrere Tonnen. Und wenn es doch mal eng werden sollte, gibt es zur Not ja noch Paketdienste.

Aha, der Weihnachtsmann geht also mit der Zeit. Dann verschenkst du wohl auch keine Bücher mehr, sondern nur noch E-Books?

Bücher sind nach wie vor gefragt. Aber es werden tatsächlich immer mehr E-Books, vor allem auch für Kinder.

Und wie verschenkst du die E-Books? Verschickst du die per E-Mail oder hast du einen USB-Stick dabei?

Ich brauche nur noch die Zugangsdaten per SMS verschicken. Dabei ist mir meine EDV-Abteilung behilflich.

Traditionelle Geschenke sind bei den Kindern wohl nicht mehr gefragt?

Doch, doch! Polizeiautos, Krankenwagen und Baumaschinen sind nach wie vor Renner. Und bei den Mädels die ganzen Prinzessinnen-Geschichten.

Und was ist mit den Ponys? Die passen doch sowieso nicht in den Sack.

Wenn sich bei mir ein Mädchen ein Pony wünscht, dann versuche ich erst mal heraus zu finden, ob denn die Wohnung dafür groß genug ist. Dann hat sich Thema meistens schon erledigt. Vielleicht sollte ich mir aber auch mal eine Schere einpacken. Dann wird eben kurzerhand ein Pony geschnitten.

Bist du mit Krawatten- und Sockenherstellern verwandt oder verschwägert?

Natürlich nicht! Ich finde solche Geschenke auch schrecklich und nicht besonders originell. Das sind irgendwie Notgeschenke der liebenden Frauen an ihre Männer.

Von wem bekommst du eigentlich Geschenke?

Von der Weihnachtsfrau. Viele Kleinkinder schenken mir übrigens ihren Nucki. Das belohne ich dann wieder mit kleinen Kuscheltieren. Nicht zu vergessen die Geraer Stadtväter. Ich war vollkommen von den Socken, dass sie mir dieses Jahr 160 Kilogramm Schokolade geschenkt haben. Natürlich nicht für mich, sondern für die Kinder. Und wenn die Knirpse strahlende Augen bekommen, ist das für mich das größte Geschenk.

Alle haben sich lieb und sind lieb. Da brauchst du wohl gar keine Rute?

Das mit der Rute ist nur ein Mythos. Ich habe keine. Das ist doch der Knecht Ruprecht, der mit der Rute kommt.

Wie bekommst du mitgeteilt, wer sich was wünscht? Per SMS? E-Mail? Facebook? Es schreibt doch keiner mehr Wunschzettel, oder?

Von wegen! Natürlich sind die per Hand geschrieben. Und mit viel Liebe gebastelt. Auch wenn man den Wunschzetteln oftmals ansieht, dass die Mutti geholfen hat, so gibt es doch nichts Schöneres.

Wann hast du dich das letzte Mal rasiert?

Oh, ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr daran erinnern. Das muss schon etliche Jahre her sein. Das heißt aber nicht, dass ich keine Arbeit mit meinem Bart habe. Für das Kämmen und die Pflege brauche ich jeden Tag anderthalb Stunden. Die Weihnachtsfrau hätte mich übrigens lieber ohne Bart. Da könne man besser kuscheln, sagt sie.

Was gibt es bei dir am ersten Weihnachtsfeiertag zu essen?

Da brauche ich keine Gans und Klöße. Ich bin noch satt von den vielen Plätzchen und dem Kakao, den ich bei den vielen Familien als Wegzehrung bekomme.

Und was ist, wenn Weihnachten vorüber ist? Was machst du das ganze Jahr?

Karibikurlaub. Auch der Weihnachtsmann liebt die Wärme. Natürlich nur ein kurzer Urlaub. Im Februar beginnen schon die Vorbereitungen für das nächste Weihnachtsfest.

Eine Frage hätte ich noch: Was ist mit Denjenigen, die nicht an dich glauben?

Es ist komisch, Geschenke wollen sie alle. Dann werden deren Geschenke eben etwas kleiner! Sie können sich ja davon überzeugen, dass es mich tatsächlich gibt. Ich bin jeden Tag noch bis zum 23. Dezember auf dem Märchenmarkt Gera zu meiner einstündigen Sprechstunde anzutreffen.
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4 Kommentare
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Gunter Linke aus Saalfeld | 09.12.2014 | 18:27  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 09.12.2014 | 19:42  
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Renate Jung aus Erfurt | 10.12.2014 | 00:25  
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Antje Hellmann aus Jena | 11.12.2014 | 14:06  
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