Der Herr der bunten Steine

Der "Herr" der (bunten) Steine: Tibor Hoffmann, Lego-Fan aus Gera, auf seiner "Großbaustelle Lego-City" im Elster-Forum Gera.
 
Blick auf einen Ausschnitt von "Lego-City" während der bauarbeiten im Elster-Forum
Gera: legocity | Im Porträt: Der Geraer Lego-Fan Tibor Hoffmann

„Bauleiter“ Tibor Hoffmann hat alle Hände voll zu tun auf seiner Großbaustelle „Lego-City“ im Ausstellungsraum des Elsterforums, turnt von einer Ecke in die andere. Unter seiner Anleitung entsteht auf 30 qm Fläche nach und nach eine komplette Stadt. Seiner sowie der Fantasie der Geraer Kinder entsprungen, die hier mit größtem Vergnügen als Baumeister mit von der Partie sein dürfen. Bisher „verbauten“ sie mehr als drei Millionen Steine.
Sein Interesse für die bunten Steine entdeckte der Geraer, als seine Söhne ins „Klötzchenalter“ kamen… Damals hieß es, sich für Lego oder Playmobil zu entscheiden. „Lego machte das Rennen, weil es einfach mehr Freiräume, mehr Kreativität zulässt“, erinnert sich Tibor Hoffmann zurück. Das war Anfang der 90-er Jahre, als in ihm „das Kind im Manne“ erwachte und er Fan der bunten Steine wurde.
„Das Faszinierende dabei ist der Prozess. Man baut Gebäude, reißt sie irgendwann wieder ab und schafft Neues. Städtebau im Kleinformat. Dabei die eigenen Ideen Stein für Stein umzusetzen, ist stets eine Herausforderung. Und macht riesigen Spaß.“

An den allerersten Bausatz erinnert er sich noch. „Ein Lkw-Techniksatz. Den bekam mein Sohn zu Weihnachten geschenkt. Während die Familie um den Weihnachtsbaum saß, verschwand ich mit ihm ins Kinderzimmer… Vermutlich bin ich schuld, dass meine Kinder beizeiten hinwarfen - Vaters Enthusiasmus wurde ihnen wohl einfach zuviel“, schmunzelt Tibor Hoffmann. Seine Leidenschaft blieb – bis heute. „Meine Frau ist sehr tolerant, obwohl ich glaube, dass es sie schon manchmal nervte, sich zwischen tausenden Legosteinen den Weg durch die Wohnung bahnen zu müssen… „ Und erleichtert darüber, dass ihr Mann inzwischen sein Hobby in den heimischen vier Wänden einschränkt und sich auf öffentlichkeitswirksame Projekte konzentriert. „Denn nur fürs ‚stille Kämmerlein’ fand ich es zu schade. Andere dafür zu begeistern, das ist meine Intension.“
Bei den Geraer Modelleisenbahnern – und mit dem Versprechen, dass auch seine „bunten“ Züge fahrtüchtig sind – fand er ein offenes Ohr und ein Plätzchen bei einer ihrer Ausstellungen. Es folgten weitere. In Berlin, Erfurt, München… Ein Highlight war die BUGA in Gera, ein Meer aus 4500 Lego-Blumen entstand. Lego-City nun im Elsterforum. Es ist das vorerst letzte Großprojekt des Lego-Fans. Was daraus wird, darüber grübelt er nach. „Lagern kann ich es aufgrund der Größe nicht. Wenn sich jemand dafür interessiert, der kann es gern erwerben. Gera möchte attraktiver werden, vielleicht findet sich in der Stadt ein Ausstellungs-Ort dafür - als weiterer, kleiner Baustein in diese Richtung. Denkbar wäre auch eine Vereinsgründung. Das sind Gedanken, die mich umtreiben“, so Tibor Hoffmann. Leidenschaft heißt für ihn, auch loslassen zu können. Denn Zeit ist begrenzt. Vorrang hat sein Beruf und es gibt weitere angenehme „Baustellen“: Familie, Rennrad fahren und den Golfschläger schwingen.

Vita
- Tibor Hoffmann
- geboren 1964 in Finsterwalde
- seit seinem 12. Lebensjahr in Gera aufgewachsen
- beschäftigt sich als Selbstständiger mit Arbeitsplatzanalysen, die letzten fünf Jahre in Schleswig-Holstein, nun wieder zurück in der Heimat
- verheiratet, zwei Söhne, 18 und 25 Jahre alt
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