Der Ronneburg Kenner - Vor über 30 Jahren begann Thomas Schroot seine Heimatsammlung

Fotos machen war zu DDR Zeiten auf dem Gelände der Wismut verboten. Doch immer wieder wurden heimlich Aufnahmen gemacht. Diese Karte ist die einzige offizielle auf welcher die Halden von Ronneburg zu sehen sind. Bei den Ansichten ging es damals um Dampfloks, aber der Fotograf (Feuereisen Plauen) hat wohl die Stunde genutzt und somit gab es eine Ansichtskarte mit den Halden.
 
Der historische Kalender von Ronneburg für 2013 steht unter dem Slogan „Kreuz und Quer durch Ronneburg“. Thomas Schroot gewährt hier einen Blick auf verschiedene Gebäude von damals und heute. Die 1873 erbaute Zigarrenfabrik war lange Zeit ein bekanntes Gebäude der Stadt. Jüngere kennen das Haus nicht mehr, welches 1991 niederbrannte und danach abgerissen wurde. Heute sieht man in der Wiesestraße nur noch Wiese.
„Fotografien erzählen Geschichten, detaillierter und anschaulicher als geschriebener Text. Augenblicke und Momente werden bewahrt, die wichtig und bedeutsam erscheinen“, so die Worte des Ronneburgers Thomas Schroot. Als er vor über 30 Jahren damit anfing Ansichtskarten seiner Heimatstadt und deren Umgebung zu sammeln, war ihm noch nicht bewusst das dies zu seiner Leidenschaft wird und er damit Geschichte und Entwicklung der Stadt bildlich dokumentiert. Betritt man sein Haus landet man in einer anderen Welt voller Bilder und Utensilien die den Ort betreffen. Fein säuberlich sind Kisten aufgestapelt, in welchen Geschichte steckt. Fragt man ihn zu einem Gebäude der Stadt, schaut er sich kurz um und weiß wohin er greifen muss um Informationen dazu zu finden. Dabei sind nicht nur Bilder katalogisiert und zeitlich geordnet, sondern auch alle zeitlichen Daten und Artikel sind vorhanden, um belegen zu können was wann und warum passierte.

„Meine ersten Ansichtskarten und Bilder bekam ich von der Bäckersfrau des Ortes. Größtenteils bezog ich damals mein Material von Privatleuten und durch Mundpropaganda wusste bald jeder, was ich suche und so kamen die Leute auf mich zu. Nach der Wende änderte sich der Markt und ich fing an auf Flohmärkten und bei Tauschbörsen nach Material zu suchen“ erzählt der 50jährige im Gespräch. Derzeit ist er an fast jedem Wochenende unterwegs um nach weiteren Utensilien aus der Region zu suchen, aber er trödelt auch selbst um sein Hobby zu finanzieren. Dabei beschränkt sich die Sammlung nicht nur auf Bildmaterial, sondern auch auf das ein oder andere Relikt aus der Vergangenheit. Außerdem ist seine Sammlung in verschiedene Kategorien eingeteilt. Ein Punkt hierbei ist die Geschichte der Wismut in und um Ronneburg. „Die Wismut gehört zur Geschichte des Ortes und ich selbst war als Maurer dabei, habe einige Bauten mit hochgezogen und kenne das Gelände dadurch sehr gut. Jedoch war das Fotografieren auf dem Gelände verboten. Hier passte die Wismut Polizei sehr genau auf, aber es gelang trotzdem einigen, Bilder von der Zeit festzuhalten“, erklärt der Sammler dazu. Genau aus diesem Grund ist Material aus der Zeit sehr selten, aber gerade die einstigen Mitarbeiter suchen oft nach Impressionen aus ihrer Vergangenheit. Deshalb behütet der Sammler seine Schätze, aber teilt diese auch gern mit Interessenten. So vervielfältigt er Bildmaterial der Wismut und verkauft die Karten zum Beispiel beim Tag des Bergmanns. Weiterhin gibt es die Buchreihe „Ronneburg in alten Ansichten“, in welchen er einiges aus damaliger Zeit veröffentlicht und macht seit einigen Jahren einen historischen Kalender der nicht nur im Ort erhältlich ist.

„In erster Linie sammle ich aus Interesse zu meiner Stadt. Es freut mich natürlich, dass ich mit meiner Arbeit auch etwas für die geschichtliche Aufklärung und Chronik des Ortes tun kann. Es ist meine Leidenschaft und ich hoffe, das ich auch in den nächsten 30 Jahren noch so einige Schätze finden kann. So wissen viele nicht das Ronneburg bis Anfang der 50iger Jahre Heilquellen hatte und das Wasser bis auf den amerikanischen Kontinent vertrieben wurde. Erst durch die Wismut sind die Quellen versiegt und daher kennt jeder den Ort nur durch den damaligen Großbetrieb“ erzählt Thomas Schroot, während er weitere Bilder zum Thema hervor holt. Jedes einzelne Stück seiner einmaligen Sammlung hält eine dazugehörige Geschichte bereit, die er gern erzählt und dabei in den Erinnerungen aufblüht. Wer Material für Thomas Schroot hat, oder einmal mehr über Ronneburg, seine Umgebung und die Wismut wissen will, sollte auf den Märkten und Festen Ausschau nach ihm halten, denn hier trifft man ihn an und kann mit ihm in der Geschichte des Ortes schwelgen.
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