Energiespender Mais

Landwirt Hartmut Köhler ist sehr zufrieden mit seinem Mais, der dieses Jahr sehr ertragreich ist - und mittlerweile in seinen Silos lagert.
Gera: LA-PRO-HA | Gute Ernte sichert das Futter für "die Mädels" und die Biogasanlage

Cretzschwitz. Mannshoch stand der letzte, noch zu erntende Mais auf den Feldern rund um Cretzschwitz. Nach kurzer „Zwangspause“ für das Erntefahrzeug wegen des aufgeweichten Feldbodens nach dem Regen, lagert er nun mittlerweile gehäckselt in den Silos. LA-PRO-HA-Chef Hartmut Köhler ist zufrieden mit dem Ertrag. „Wir hatten in diesem Jahr eine ausgesprochen gute Mais- und Getreideernte. Insbesondere die Maispflanzen standen gut und wir haben auf 220 Hektar Fläche rund 13 000 Tonnen Silomais geerntet – das sind rund 60 t pro ha“, so der Landwirt.

Das ist die Menge, die den eigenen Bedarf im Unternehmen deckt. Zu einem Viertel als Futtermittel für „die Mädels“ – wie Hartmut Köhler liebevoll seine 200 Milchkühe nennt – und drei Viertel als „Futter“ für die Biogasanlage, denn in seinem Landwirtschaftsbetrieb ist die Energiewende längst angekommen.
Neben der Photovoltaikanlage auf dem Lagerdach investierte er bereits vor fünf Jahren in eine Biogasanlage. „Natürlich ist die Thematik Umwelt, Nachhaltigkeit und Energiewende wichtig, aber in erster Linie bin ich auch Kaufmann. Der Milchpreis ist schlecht, die Kosten steigen, die Einnahmen sinken. Ich muss einen Betrieb am Laufen halten, trage die Verantwortung für meine Mitarbeiter, die pünktlich ihren Lohn möchten. Das trieb mich an bei meinen Überlegungen für die Investition in die Biogasanlage als weiteres Standbein. Die Voraussetzungen waren perfekt – die Kühe liefern die „Gülle“ – rund 20 Tonnen am Tag, unsere Maisfelder ausreichend Futter für Tiere und Anlage“, erläutert er. 3500 Kubikmeter Gülle und Maissilage fasst die Anlage, die Verweildauer liegt bei 85 Tagen, ehe die Biogasbrühe – dann wesentlich weniger geruchvoll - als natürlicher Dünger direkt in den Boden der Felder verbracht wird.

Eine gute Investition, die durch Erlöse beim Strom und Ersparnis beim Heizen Früchte trägt – und die Refinanzierung auf sichere Füße stellt. Gut auch für die Umwelt. Kurze Wege und ein in sich geschlossener Kreislauf. Die Anlage produziert stündlich etwa 550 Kw Strom pro Stunde, im Monat sind das 400 Megawatt, die komplett ins EON-Netz ausgespeist werden. Rein rechnerisch lassen sich damit 1500 Haushalte mit Strom versorgen.

Die Biogasanlage arbeitet mit Ottomotoren. Durch den Verbrennungsvorgang entsteht Abwärme, die selbstverständlich genutzt wird. Für die Biogasanlage selbst: die Bakterien, die in ihrem Inneren „arbeiten“, mögen es schön warm. „Außerdem haben wir im Ort 1400 Meter Haupt- und Verteilerleitungen gelegt, jeder private Haushalt hat eine Station mit Wärmetauscher für die Heizung. Unsere Dorfbewohner sparen damit gegenüber Öl etwa die Hälfte der Kosten. Wir selbst beheizen Stallanlagen und Gebäude. Der ganze Ort profitiert also davon. Ein weiteres Plus ist die Einsparung von jährlich 200 Tonnen CO2.“

Die Diskussion über die Konkurrenz zwischen Lebensmitteln und Biokraftstoffen hält er für unsinnig. Die Flächen, auf denen Nutzpflanzen für die Bioenergieproduktion hergestellt werden, seien verschwindend gering. Der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln läge bei ganz anderen Faktoren – weltweiten Missernten, Weltbevölkerungswachstum und die Spekulation auf Nahrungsmittel.
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