Fremde Augen sehen mehr. Hanni Stolker aus der holländischen Partnerstadt Arnheim hat sich in Gera verliebt

: Hanni Stolker kann nicht von Gera lassen. Die Künstlerin aus der holländischen Partnerstadt Arnheim mischt sich bereits zum zweiten Mal für mehrere Wochen unters Gersche Volk.
Sie wohnt gleich um die Ecke vom Dudock, wo es die berühmte Trüffel-Torte gibt. Das Café direkt unter dem majestätischen Turm der Eusebius Kirche in Arnheim ist ein beliebter Treff inmitten der turbulenten Einkaufsstraßen. Hanni Stolker ist in ihrem Viertel bekannt wie ein bunter Hund, würde man auf Deutsch sagen. In vielen der ansässigen Geschäfte und Vereine hat sie bereits ihre künstlerischen Spuren hinterlassen. Sie ist ein Multitalent: Zeichnen, Malen, Singen, Performen. Und das alles mit der berühmten holländischen Leichtigkeit und Unbekümmertheit, die auf eher strenge und geradlinige Deutsche manchmal etwas befremdlich wirkt.

Hanni Stolker ist freischaffende Künstlerin, hat Psychologie, Kunst und Kultursoziologie studiert. Ihre Inspiration holt sie aus zahllosen Begegnungen mit den Menschen in Arnheim, in ganz Holland, in Spanien, in Finnland, in Kanada und derzeit auch in Gera.

Die deutsche Partnerstadt Arnheims kannte sie früher nur aus Zeitungsberichten. Das änderte sich mit der von Gera in Arnheim initiierten Ausstellung „Zu wahr um schön zu sein - der kritische Realismus von Dix & Co 1920 - 1940“ Ende 2010. Hanni Stolker zeigte sich begeistert. Von Otto Dix hatte sie bis dato nur beiläufig gehört. Auch wenn die von ihm umgesetzten Themen wie beispielsweise Krieg, Verletzte, Elend und Huren nicht unbedingt ihre sind, so schätzt sie seine Arbeiten doch sehr. Besonders seine Art zu porträtieren fasziniert sie derart, dass sie mehr über Dix und seine Geburtsstadt Gera erfahren möchte. Der damalige Oberbürgermeister Geras, Dr. Norbert Vornehm, ermöglichte es, dass die Arnheimer Künstlerin im Jahr darauf zwei Monate in Gera verbringen konnte. Nach Dix'schem Vorbild entstanden viele Porträts heutiger Geraer. Zu sehen waren sie unter dem Titel „Arnhems Meisje meets Otto Dix“ in einer Ausstellung in der hiesigen Stadt- und Regionalbibliothek.

Hanni Stolker kann nicht von Gera lassen. Jetzt ist sie auf Einladung des Vereins „Ja für Gera“ wieder für zwei Monate hier. Für Volker Tauchert, Vereinsvorsitzender von „Ja für Gera“ ist das mehr als nur ein Künstlerbesuch. Auch wenn er selbst noch nicht in Arnheim war, weiß er, dass dort mit leerstehenden Gebäuden anders umgegangen wird. Wenn sie nicht einem Neubau weichen, werden sie ohne viel Bürokratie und schwindelerregende Kosten jungen Gewerbetreibenden oder Künstlern zur Verfügung gestellt. Mit städtebaulichen Planungen in den vergangenen Monaten sehr stark in Erscheinung getreten, hofft man im Verein auf einen regen Erfahrungsaustausch, ob nicht auch die eine oder andere in Arnheim angewandte Methodik in Gera umsetzbar wäre. Letztlich sei man im Verein bestrebt, dem internationalen Aspekt künftig mehr Rechnung zu tragen. Die bereits bestehenden Beziehungen zu den Partnerstädten sind dafür eine gute Voraussetzung.

Zustande gekommen ist der jetzige Künstlerbesuch durch Vermittlung des Netzwerkes Gera-Arnheim. „Wir kennen Hanni Stolker bereits vom ersten Besuch in Gera. Sie hat großes Interesse an der Stadt, ihren Bewohnern und der aktuellen Entwicklung gezeigt. Seitdem sie Gera kennt, hat sie auch viele Gersche durch ihre Heimatstadt geführt und gegenüber ihren Landsleuten von der ostthüringischen Stadt geschwärmt. Das ist gelebte Städtepartnerschaft“, freut sich Claudia Kuhlage.

Und was möchte Hanni Stolker in den nächsten Wochen in Gera anstellen? „Viel Spaß haben, viel trinken und abnehmen“, kommt die Antwort wieder Mal hollandtypisch. Für Textilarbeiten ist es zu heiß. Angefangen zu Malen hat sie bereits. Derzeit ist sie auf der Suche nach einem leeren Schaufenster, dass sie gern gestalten würde. Kontaktaufnahme über E-Mail hannistolker@yahoo.com.

Ausstellung in der Stadt- und Regionalbibliothek Gera am Puschkinplatz


Bis zum 29. August zeigen Studenten des Regionalen Ausbildungszentrums „ROC Rijn Ijssel“ Arnheim ihre Arbeiten unter dem Titel „Sign oft he Times - Zeitzeichen“

Die Ausstellenden absolvieren eine Ausbildung in der Fachrichtung Typographie & Design. In der Präsentation sieht man Arbeiten, die während der Unterrichtsstunden Typographie und Formgestaltung und während des praktischen Unterrichts entstanden sind.

Öffnungszeiten: Montags 14 - 19 Uhr, dienstags bis freitags 10 - 19 Uhr, samstags 10 - 13 Uhr
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige