Gelebte Freundschaft. Das Netzwerk Gera-Arnheim hat einen neuen Mitstreiter – den ehemaligen Oberbürgermeister Ralf Rauch

Eine neue Freundschaft ist geboren: Arnheims Bürgermeister Herman Kaiser (links) und Geras Ex-Oberbürgermeister Ralf Rauch.
 
Das Rozet ist das Zentrum für Kultur, Wissen und Bildung in Arnheim und beherbergt unter anderem die Bibliothek.
 
Mariane Pas von der Partnerschaftsstiftung Jumelage empfängt den früheren Oberbürgermeister von Gera, Ralf Rauch. Im Hintergrund ist Birgit Muncke vom Netzwerk Gera-Arnheim zu sehen.
 
Ralf Rauch betrachtet sich die Ausstellung anlässlich des 25. Jahrestages der friedlichen Revolution und des Mauerfalls.
Klar könnte er sich zurück lehnen und sagen, dass es ihn nichts mehr angeht. Acht Jahre ist es her, dass Ralf Rauch den Stuhl des Oberbürgermeisters der Stadt Gera geräumt hat. Nicht zu den Pflichtaufgaben der Stadt gehörend, lagen ihm die Städtepartnerschaften während seiner Amtszeit besonders am Herzen. Dabei verfolgte Rauch immer das Ziel, sie mit Leben auch außerhalb der kommunalpolitischen Verbindungen zu füllen.

Eine der intensivsten Beziehungen pflegt Gera mit dem niederländischen Arnheim. Rauch war immer ein Befürworter und Förderer, dass es Begegnungen im Bereich der Jugend, den Senioren, der Kirchen, zwischen Sportvereinen, in den Bereichen Kunst und Soziales gibt. Letztlich sind daraus viele über die Jahre gepflegte private Kontakte entstanden.

Aktuellstes Beispiel für die gelebte deutsch-holländische Beziehung ist eine Ausstellung anlässlich des 25. Jahrestages des Mauerfalls in der Bibliothek Arnheim, die in Zusammenarbeit des Stadtjugendpfarramtes Gera, der Partnerschaftsstiftung Jumelage und dem Rijn Ijssel College entstand. Die in der Ausstellung zu sehenden Fotografien dokumentieren die Geschehnisse im Herbst 1989 in Gera.

Die Idee, den Besuchern der Ausstellung die Möglichkeit der Begegnung mit einem Zeitzeugen zu bieten, entstand während der Feierlichkeiten anlässlich der 777-Jahr-Feier der Stadt. Arnheims Bürgermeister Herman Kaiser war erstmals zu Gast in Gera. Beim Empfang der Städtepartner begegnete Kaiser dem früheren Oberbürgermeister von Gera, Ralf Rauch. Von ihm mit ins Leben gerufen, interessierte sich Rauch natürlich für den aktuellen Stand der städtepartnerschaftlichen Beziehung. So erfuhr er von Birgit Muncke und Claudia Kuhlage vom Netzwerk Gera-Arnheim von der geplanten Ausstellung in der Bibliothek und dass es doch schön wäre, einen Zeitzeugen in Arnheim zu Wort kommen zu lassen. „Es bedurfte nicht viel Überredungskunst, Rauch dafür zu begeistern“, erinnert sich Birgit Muncke.

Das Netzwerk Gera-Arnheim hat einen neuen Mitstreiter: Ralf Rauch. Und die Holländer zeigen sich begeistert. So haben sie aus erster Hand erfahren, was damals in der DDR und speziell in Gera passierte. Von zitternden Knien bei den Demos damals sprach Rauch ebenso, wie von den rasanten Änderungen, an die im Sommer 1989 keiner zu träumen wagte. In der anschließenden Fragestunde kam Rauch auch auf die aktuelle politische Situation in Thüringen zu sprechen. Rauch sprach von einem machtgierigen Mensch, der Ministerpräsident werden möchte und dass das nicht der Wählerwille der Thüringer sei.

Arnheims Bürgermeister Herman Kaiser ließ sich Rauchs Vortrag und Gesprächsrunde in der Bibliothek nicht entgehen. Er gestand ehrlich, dass man in Arnheim schon ernsthaft über die Fortführung der Städtepartnerschaft nachdachte. Die alten deutsch-holländischen Wunden seien geheilt und mittlerweile ist doch alles „Friede, Freude, Eierkuchen“. Gleichwohl stellte er fest, dass den holländischen Zeitungen nicht zu entnehmen ist, wie die Deutschen und speziell die Thüringer denken. In den Zeitungen sei nicht zu erfahren, dass Demokratie und Freiheit selbst 25 Jahre nach dem Mauerfall nicht selbstverständlich sind. Das zu erfahren, bedarf es persönlicher Kontakte. Den Auftritt von Rauch - nicht als Kommunalvertreter, sondern als Privatperson – zum Anlass nehmend, versicherte Kaiser, die Beziehungen zwischen seiner Heimatstadt und Gera auch weiterhin zu fördern.

Vor Ort aufgeschnappte Meinungen:

Birgit Muncke, Netzwerk Gera-Arnheim:
Ich hatte Gänsehaut bei den von Ralf Rauch geschilderten Erlebnissen und war begeistert vom Interesse der Arnheimer. Herman Kaiser gab mir an die Adresse unserer Oberbürgermeisterin Hahn gerichtet die Worte mit, dass das „Kapital“ der Stadt Gera nicht auf einer Bank liege, sondern bei deren Bürgern zu finden sei.

Marianne Pas, Partnerschaftsstiftung Jumelage: De presentatie van de Stichting Jumelage Arnhem in samenwerking met het Rijn IJssel College en de Bibliotheek Arnhem in Rozet op 8 november was een zeer geslaagde onderneming. Op deze dag was er een fototentoonstelling te zien met beelden uit onze partnerstad Gera rondom de val van “de muur” op 9 november 1989. Bijzonder was het persoonlijke verhaal van Ralf Rauch, oud Oberbürgermeister van Gera. Hij vertelde zijn verhaal van voor en na de Wende op een indrukwekkende manier.
De toehoorders waren zeer geïnteresseerd hetgeen ook bleek uit de vragen die naderhand werden gesteld. Wij willen de heer Rauch dan ook hartelijk danken dat hij, met zijn vrouw, naar Arnhem heeft willen komen om dit verhaal met ons te delen. Tevens dank aan Birgit Muncke van het Netzwerk Gera-Arnheim en Steffen Weiss, journalist, die de familie Rauch begeleidden.

Die Präsentation der Stichting Jumelage Arnhem in Zusammenarbeit mit Rijn IJssel College und Bibliotheek Arnhem in Rozet am 8. November war eine gelungene Veranstaltung. An diesem Tag gab es eine Fotoausstellung mit Bilder aus Gera rundum das fallen „der Mauer“ am 9. November 1989. Ganz besonders war die persönliche Geschichte von Ralf Rauch, früherer Oberbürgermeister von Gera. Er erzählte seine Geschichte „der Wende“ auf beeindruckende Weise. Die Zuhörer waren sehr interessiert, was sich in den gestellten Fragen widerspiegelte. Wir wollen Herr Rauch ganz herzlich danken, dass er zusammen mit seiner Frau nach Arnheim gekommen ist, um diese Geschichte mit uns zu teilen. Genauso danken wir Birgit Muncke vom Netzwerk Gera-Arnheim und Steffen Weiß, Journalist, die die Familie Rauch begleiteten.

Rene van Werkhoven: Voor wie de inwoners van gera een warm hart toe draagt en dicht bij de gebeurtenissen staat van 25 jaar geleden, waren de woorden van de Oberburgemeister indrukwekkend. Zijn persoonlijke verhaal raakte je direct in het hart en de emoties waren voelbaar. Zijn openheid, zijn eerlijkheid, geen enkele vraag uit de weg gaan, was fantastisch. Het gaf een enorme diepgang aan de totale bijeenkomst! Dat de Oberburgemeister grote indeuk heeft gemaakt bleek uit het dankwoord van de burgemeester van Arnhem: Arnhem zal Gera blijvend als "zuster" blijven zien en de relatie versterken!

Für jeden, der sich mit den Einwohnern von Gera verbunden fühlt und von den Ereignissen vor 25 Jahren ergriffen ist, waren die Worte des Altbürgermeisters eindrucksvoll. Seine persönliche Geschichte traf direkt ins Herz und die Emotionen waren fühlbar. Seine Offenheit, seine Aufrichtigkeit, keiner einzigen Frage aus dem Weg zu gehen, waren fantastisch. Das gab der ganzen Zusammenkunft einen enormen Tiefgang. Dass der Altbürgermeister großen Eindruck gemacht hat, zeigen die Dankesworte des Arnheimer Bürgermeisters: Arnheim wird Gera immer als "Partner" sehen und die Verbindung verstärken.

Rob und Lo Ancona: Afgelopen zaterdag zijn we door de Jumelage Arnhem uitgenodigd om de opening van de tentoonstelling van de 25-jarige herdenking van de val van de muur en de betekenis hiervan voor onze zusterstad Gera, in het Rozet in Arnhem bij te wonen. Aangezien wij ook al jaren banden hebben met de stad Gera waren wij zeer geinteresseerd om de persoonlijke verhalen over de gebeurtenissen destijds in Gera en de hele DDR te horen. Allereerst bekeken wij de banieren met indrukwekkende foto's en uitleg uit die tijd, die in het Rozet waren opgesteld. We vonden het heel bijzonder om de persoonlijke verhalen te horen, die de heer Rauch (oud burgemeester van Gera) ons en de andere aanwezigen vertelde over zijn ervaringen van voor 1989 en tijdens de val van de muur. De heer Rauch vertelde alles op een heel begrijpelijke manier voor ons, maar toch blijft alles voor ons onbegrijpelijk. We hadden er al veel over gehoord en gelezen, maar echt kunnen begrijpen hoe het is om als een soort gevangene in je land vast te zitten en niets te horen en te leren over de rest van Europa, de wereld etc. is voor ons niet te bevatten. Je gewoon niet kunnen verplaatsen over de landsgrenzen, wat voor ons, als vrije mensen in Nederland de gewoonste zaak van de wereld was en is. En dan te bedenken dat het eigenlijk allemaal zo vlak bij ons gebeurde. Nog geen 5 uur rijden met de auto naar Gera. Rob en ik hebben er nog lang over nagepraat en ons afgevraagd hoe dit toch ooit zo heeft kunnen gebeuren. En dat we zo blij zijn dat we nu gewoon vrienden hebben in Gera, wat toen echt onmogelijk zou zijn geweest. Voor hen vooral, maar ook voor ons zou dit een enorm gemis zijn geweest.

Am vergangen Samstag waren wir von der Stichting Jumelage eingeladen worden, um der Eröffnung der Ausstellung anlässlich des 25. Jahrestages des Mauerfalls und dessen Bedeutung für unsere Partnerstadt Gera in der Bibliothek in Arnheim beizuwohnen. Da wir auch seit Jahren Kontakt mit der Stadt Gera haben, waren wir sehr daran interessiert, die persönlichen Geschichten über die Ereignisse damals in Gera und in der ganzen DDR zu hören. Zuerst haben wir uns die Aufsteller mit den eindrucksvollen Fotos und den Erklärungen angesehen, die in der Bibliothek aufgestellt waren. Für uns war es etwas sehr Besonderes, die persönlichen Geschichten zu hören, die Herr Rauch (Altbürgermeister von Gera) uns und den anderen Anwesenden über seine Erfahrungen von vor 1989 und während des Mauerfalls. Herr Rauch erzählte alles in verständlicher Art und Weise, und doch bleibt für uns alles unbegreiflich. Wir hatten darüber schon viel gehört und gelesen, aber echt begreifen, wie es ist, um als eine Art Gefangener im eigenen Land fest zu sitzen und nichts zu hören oder zu lernen über den Rest von Europa, die Welt usw. ist für uns nicht zu begreifen. Dass man Landesgrenzen nicht passieren kann, was für uns als freie Menschen in den Niederlanden die selbstverständlichste Sache der Welt war und ist. Und dann darüber nachzudenken, dass alles so nah dran passierte. Keine fünf Stunden fährt man mit dem Auto nach Gera. Rob und ich haben noch lange darüber gesprochen und uns gefragt, wie das doch jemals so passieren konnte. Und dass wir so froh sind, dass wir jetzt ganz selbstverständlich Freunde in Gera haben, was damals echt unmöglich gewesen wäre.
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 12.11.2014 | 20:11  
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