Geraer Musiker Alan Torres wurde seiner Instrumentensammlung beraubt

Mit dem Mut der Verzeiflung trommelt Alan Torres ins Gewissen der Diebe auf einem von zwei übriggebliebenen Instrumenten: der Gatham, einer indischen Ton-Trommel.
Gera. „Die Geschichten kann ich erzählen, sie sind in mir fest verwurzelt - aber ihnen fehlt die Stimme“, sagt traurig Musiker Alan Torres. Die Stimme, damit meint der in Gera heimisch gewordene Mexikaner seine Instrumente aus aller Welt, die er über 20 Jahre lang auf seinen Reisen durch die Kontinente gesammelt hat. Und von denen der Großteil vor wenigen Tagen gestohlen wurden. Etwa 30 Instrumente aus Afrika, Asien und Mexiko samt Auto, die dort schon fertig eingepackt für ein Konzert lagen.
„Es war ein Schock, als ich früh aus dem Fenster schaute und unser Auto nicht mehr auf dem Parkplatz stand“, erzählt Alan. Das Auto fand die Polizei später unweit des Wohnhauses, es war bis auf zwei Instrumente und CDs leer geräumt. Das Bambus-Xylophon aus Bali war wohl zu groß und sperrig, mit der Gatham konnten sie vermutlich nichts anfangen, die indische Trommel sieht aus wie ein großer Tonkrug.
Seit Jahren begeistert Alan Torres Erwachsene und vor allem auch Schul- und Kindergartenkinder mit seiner „Weltmusik“. Nimmt sie mit auf eine fantasievolle, musikalische Reise in exotische Länder, zu deren Menschen und Kultur. Alan Torres studierte in seiner Heimat Mexiko Musik und wurde Pianist. Überall auf der Welt war er unterwegs, lernte dort von den Einheimischen deren Instrumente zu spielen und nahm jedes Mal eines mit. Echte Handwerkskunst mit einzigartigem Klang. Eine Huehuetl (Holztrommel) - von einem alten mexikanischen Indianer, ein Didgeridoo von einem Aborigine, von einem Nepalesen tibetanische Klangschalen, aus Indien ein Tambura, aus Ägypten eine Darbouka oder das Kalimba aus Afrika… Jedes mit seiner eigenen Geschichte. Nun ist der Musiker fast aller seiner Unikate beraubt. „Es ist, als fehle ein Stück von mir.“
Klar – irgendwie könnte man im Laufe der Zeit neue Instrumente mit erheblichem Aufwand und finanziellen Mitteln beschaffen. „Aber ihnen fehlt die Seele, die in den Originalen lebt“, weiß Alan. Mit dem Mut der Verzweiflung hat er beschlossen, nicht aufzugeben. Es geht um seine Existenz.

„Ich werde weitermachen, diese Musik ist mein Leben.“ Und er glaubt noch immer an das Gute im Menschen.
Daher richtet er seinen Appell an die Diebe, ihm bitte seine Instrumente zurück zu geben.
Die Familie hat sogar eine Belohnung ausgesetzt, wenn sie die Instrumentensammlung zurück erhält oder für Hinweise Dritter, die zu ihrem Auffinden führt.
Infos und Hinweise: Fam. Torres, Gera : 0365/773 99 76; 0171 967 66 99 ; www.alantorresklangwelten.com

Gestohlen wurde außerdem ein Sombrero (breitkrempiger Hut) - vielleicht ist jemand aufgefallen, der plötzlich einen solchen trägt?
PS: In der Zwischenzeit gab es viele tröstende Worte und Hilfsangebote von unterschiedlichsten Menschen. Auch die Pädagogische Werkstatt/Globales Lernen in Gera e.V., , wo Alan Torres als Referent mit Kindern arbeitet, bot an, für ihn ein Spendenkonto einzurichten.
Pädagogische Werkstatt/Globales Lernen Gera e.V.
BLZ: 83050000
Kto.-Nr. 670 32
Verwendungszweck: Alan Torres
Wer eine Spendenquittung benötigt, schickt eine Mail an
globales-lernen-gera04@t-online.de
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Michael Kleim aus Gera | 20.08.2013 | 13:04  
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