Gespielte Witze - Bei der AG "Neulandfilm" an der Pfortener Schule stehen Kinder vor und hinter der Videokamera

Konzentration beim Filmdreh im Klassenzimmer – Fabian Richter, Alina Kwiatkowski und Cedric Löscher (v.l.), dahinter Stefan Gabel, Leiter der AG "Neulandfilm" an der Pfortener Schule
 
Stefan Gabel gibt letzte Hinweise – Dreharbeiten in der Pfortener Schule – Alina Kwiatkowski und Fabian Richter am Ton, Cedric Löscher an der Kamera und Emily Köhler als Darstellerin
Gera: Pfortener Schule | Ein Rettungswagen rollt auf den Schulhof. Zwei Sanitäter stürmen in eines der Klassenzimmer. Ein ohnmächtiger Lehrer braucht ihre Hilfe. Doch noch bevor die Sanitäter zu ihrer Tasche greifen, versuchen sie ihn durch leichtes Schlagen ins Gesicht aufzuwecken. "Halt" ruft da ein Schüler, "Darf ich das machen, auf diesen Moment habe ich schon lange gewartet!" So oder ähnlich werden Sketche und Witze von den Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse an der Pfortener Schule in Szene gesetzt. Ob nun vor oder hinter der Kamera, beides macht den Kinder sichtlich Spaß. Im Rahmen des Kurssystems in den Unterrichtshalbjahren bietet die Arbeitsgemeinschaft "Neulandfilm", als Medienpädagogisches Projekt mit Kindern, Einblicke in die Film- und Videoproduktion.
Alle Phasen, von der Planung, über Produktion bis hin zum Filmschnitt werden besprochen. Die Schuler erlernen den Umgang mit Videokamera, Ton und der Szenengestaltung. Die schauspielerischen und technischen Talente werden hierbei gleichermaßen gefördert. In jedem Kurs-Halbjahr entsteht ein Filmprodukt. Stefan Gabel ist seit 15 Jahren Erzieher an der Schule und leitet schon fast genauso lange die Arbeitsgemeinschaft. "Gerade die schnellen Ergebnisse spornen bei der Arbeit an und vermitteln Spaß und Freude am Ganzen.", sagt der Kursleiter.
Die Ideen für die Themen kommen in der Regel von den Kindern selbst. Diesmal haben die 12 Teilnehmer an der AG lustige Kurzgeschichten ausgesucht, die an der Schule oder zu Hause spielen.
45 Minuten stehen wöchentlich für die Film-AG zur Verfügung, viel zu wenig, wie Stefan Gabel meint. "Diese Zeit nutzen wir, um alle Detail, Drehorte, Darsteller, Kostüme oder technische Voraussetzungen zu besprechen. Zum eigentlichen Dreh kommen wir jedoch nur außerhalb der Schulzeit, d.h. meist nur an den Wochenenden", sagt Gabel.
Die Arbeit mit Kindern findet der Erzieher als etwas einmalig Schönes: "Kinder sind meist sehr spontan. Es gibt immer neue, unerwartete Situationen. Ich finde es gut, Begabungen zu entdecken, die man fördern kann. In der AG versuchen wir zudem Hemmungen abzubauen und die Kinder nach ihren Fähigkeiten und Interessen einzusetzen." Vielleicht, so hofft Stefan Gabel, werden beim Umgang mit diesen Medium Interessen geweckt, die später in die Berufswahl einfließen.
An den Wochenendterminen sind oft auch die Eltern dabei. Sie kümmern sich um die Versorgung, beschäftigen die Kinder, die gerade nicht am Drehset beteiligt sind oder übernehmen selbst kleine Rollen in den Produktionen. Die entstandenen Schülerfilme sorgen in Gera für Aufsehen, laufen im OK, dem Bürgerfernsehen der Stadt oder waren bereits bei Filmwettbewerben und Festivals in Thüringen erfolgreich. Im letzten Jahr hat der Film "Tretminen in Pforten" in der Kategorie „Bester Beitrag Nachwuchs Fernsehen“ beim Rundfunkpreis Mitteldeutschland mit einer Nominierung ein Preisgeld erhalten. Der Film über Hundekot auf Fußwegen zeigt deutlich, wie sich die Schüler kritisch mit ihrer Umwelt auseinandersetzen.
Unterstützung erhält die AG "Neulandfilm" durch den "Filmklub Gera Pforten e.V." Als Vorstandsmitglied kann Stefan Gabel auf alle Ressourcen für seine Arbeit in der Schule zurückgreifen. Der Filmclub hilft bei den Dreharbeiten. "Catering und Produktionskosten werden vom Filmclub übernommen, damit die Kinder kostenlos an den Filmprojekten teilnehmen können.", erklärt Stefan Gabel. Vereinsvorsitzender Michael Werner koordiniert die Arbeit organisatorisch und logistisch. An den Dreharbeiten nehmen zumeist auch Elke Richter (Kamera) sowie Ronny Leisner und Sven Kruscha, als Erwachsenendarsteller in den Sketchszenen teil. Der Förderverein der Pfortener Schule unterstützt diese ehrenamtliche Arbeit des Vereins finanziell.
Als Höhepunkt im jedem Jahr präsentiert der Filmclub Gera Pforten auf seiner Premierenveranstaltung alle Filme, auch die Schülerproduktionen der AG "Neulandfilm", vor einem breiten Geraer Publikum. Für das nächste Schulhalbjahr steht das AG-Thema bereits fest. Das Projekt Seniorpartner in School (SiS) hilft Eltern und Schülern bei der Konfliktbewältigung. Auf Wunsch der Senioren soll ihre Arbeit in einem Schülerfilm dokumentiert werden.

Kleine Auswahl der Produktionen unter
Mitwirkung der AG "Neulandfilm" der letzten Jahre:

Geküsst wird erst ab 14
Max und Josi - Geboren um zu tanzen
Haltestelle Otto Dix
Hammer, Hammer
Bei Müllers hat´s gebrannt
Wer isst hier eigentlich verrückt?
Tretminen in Pforten


Alle Filme auf youtube:
https://www.youtube.com/user/filmclubgerapforten/v...
Homepage Filmclub Gera Pforten:
http://filmclub-gera.de/
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2 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 11.02.2015 | 12:30  
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Hannelore Grünler aus Artern | 14.02.2015 | 13:17  
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