Happy End: Wie ein oller Helm glücklich macht

Petra und Wilfried Hofmann freuen sich, dass sie Anja Zipress (Mitte) und damit auch der eigenen Enkelin helfen konnten.

Erinnern Sie sich an die Titelgeschichte vom vorigen Mittwoch? Wir hatten vom 50. Geburtstag der Schwalbe geschrieben. Von Anja Zipress als Schwalbe-Fan war die Rede und vom 2. Geraer Vogelzug. Eher beiläufig war zudem zu lesen, dass der Gerschen zu ihrem Glück noch ein alter Helm fehlt.

Nicht schlecht staunte sie, als bereits am Donnerstagvormittag das Diensthandy klingelte. Nein, da wollte bei der Köchin und Ausbilderin niemand Essen bestellen. Von einem Helm war die Rede und vom Zeitungsartikel. Zwar etwas verdutzt, da schließlich im Artikel keine Telefonnummer angegeben war, verabredete sich Anja Zipress noch am gleichen Tag mit der Anruferin. Das war Petra Hofmann aus Langenberg.

Sie ist begeisterte Zeitungsleserin. Kaum hatte sie den Artikel und den bislang unerfüllten Wunsch der Porträtierten gelesen, fragte sie ihren Mann: „Wollen wir unseren alten Helm weggeben?“. Wie sich heraus stellt, macht diese Frage durchaus einen tieferen Sinn. Den Helm weg zu geben, ist in diesem Fall doch etwas mehr als nur die Garage zu entrümpeln. Der Helm ist sozusagen ein Synonym für die Jugendliebe von Petra und Wilfried Hofmann. Heiß verliebt – das sind sie übrigens heute noch – sind sie damals gemeinsam auf einer Schwalbe durch die Gegend gedüst. Ähnlich wie Anja Zipress hat Petra Hofmann die Schwalbe damals für die Fahrten zur Arbeitsstelle genutzt.

Wie sich jetzt heraus stellt, muss diese Schwalbe wohl eine der ersten gewesen sein. Schließlich liegen die Erinnerungen an den Kauf der Schwalbe 50 Jahre zurück. „Zehn Jahre lang hat sie uns gute Dienste geleistet“, freut sich Wilfried Hofmann noch heute, der sich einzig an ein paar Zündkerzenprobleme erinnert.

„Okay, wir geben den Helm weg“, sind sich die beiden Hofmanns einig. Und wie es sich für rüstige Senioren gehört, sind sie auch fit am Computer. Über die im Artikel benannte Interessengemeinschaft „Historische Mobile Gera“ haben sie keine Kontaktdaten zu der jungen Schwalbe-Fahrerin herausfinden können. „Also einfach den Namen googeln“, erklärt die Langenbergerin, als wäre sie eine Mittzwanzigerin. So ist sie zur Telefonnummer gekommen.

Anja Zipress ist happy: „Genauso eine Eierschale wollte ich. Und zudem ist sie 50 Jahre alt, wie die Schwalbe! Jetzt bin ich der Star mit meiner Schwalbe.“. Denken Sie nicht, dass die Gersche den Helm geschenkt bekommen hat! An dem alten Ding Geld verdienen will das Langenberger Ehepaar nicht. Aber: So ganz rein zufällig sind sie Großeltern einer Europameisterin. Josie Hofmann, Europameisterin im Speedskaten. „Und der Sport ist teuer!“, weiß Petra Hofmann. Demzufolge hat sie sich für den Helm eine Spende für die Enkelin erbeten. Die hat neue Besitzerin gern gegeben.
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Renate Jung aus Erfurt | 16.07.2014 | 22:25  
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