Heimatverein Dürrenebersdorf spendet eine Sommerlinde - Die das Dorfbild von Weißig weithin prägende Winterlinde von starker Sturmböe umgeknickt

1
Andreas Gronauer, Vorsitzender des Heimatvereins Gera – Dürrenebersdorf e.V. vor dem Stumpf der 140-jährigen geknickten Winterlinde im Geraer Stadtteil Weißig.
Gera-Weißig. Es ist eben nichts für die Ewigkeit. Dies bekamen die Bewohner von Weißig kürzlich zu spüren, als eine starke Sturmböe, begleitet von einem Schauer, die alte Dorflinde zu Fall brachte. Das Bäume durch Stürme entwurzelt oder geknickt werden, stellt nichts Außergewöhnliches dar, doch bei der Dorflinde handelt es sich um ein weithin sichtbares Wahrzeichen des Geraer-Stadtteils.

Die Linde steht als Symbol für eheliche Liebe, Güte, Gastfreundschaft und Bescheidenheit. Die das Dorfbild prägende Winterlinde war es auch, die einst sogar den Stempel des Ortes zierte. 1871 gepflanzt, wuchs die Linde zu einem mächtigen Baum heran, unter dem eine Sitzgruppe zum Verweilen einlud. Das die ca. 30 Meter hohe Linde der Gewalt der Natur nicht mehr widerstand, lag unter anderem daran, dass sich im Inneren des mehr als drei Meter umfassenden Stamms im Verlauf der Jahre Hohlräumen gebildet hatten.
Das Pflanzjahr lässt darauf schließen, dass die Linde an den Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) erinnert. Es war Brauch, gerade nach Kriegen sogenannte Friedenslinden zu pflanzen. So erinnert beispielsweise die „Friedenslinde am Dreierhäuschen“ im thüringischen Ponitz, an den Westfälischen Frieden von 1648. Alljährlich wurden Anfang Mai unter den Lindenbäumen Tanzfeste gefeiert oder Gericht gehalten. Mit seinem Gedicht „Der Lindenbaum“ – besser bekannt unter: Am Brunnen vor dem Tore“ -, hat Wilhelm Müller dem Baum ein literarisches Denkmal gesetzt. (Erstmals veröffentlicht 1823, vertont von Frank Schubert)

So schnell wie die alte Linde knickte, so schnell soll es in Weißig als Wahrzeichen eine neue Linde geben. Der Heimatverein Gera – Dürrenebersdorf e.V. will sich der Sache annehmen. „Nachbarschaftshilfe ist für uns selbstverständlich und als ein Verein, der sich gewissermaßen dem Schicksal des Baumes verschrieben hat, sollte es ein besonderes Analiegen sein, hier zu helfen“, meint der Vereinsvorsitzende Andreas Gronauer.

Als er von dem „Unglück“ erfuhr, kam ihn der Gedanke, hier könnte der Verein helfen und eine Linde spenden. Einer der Ersten, der von der Idee erfuhr, war der Vorsitzende des Feuerwehrvereins Weißig, Thoralf Müller. Von ihm erfuhr Andreas Gronauer, dass man beabsichtigt, baldmöglichst wieder eine Linde zu pflanzen und dann gern auf das Angebot des Heimatvereins zurückgreifen würde.

Nach Abstimmung im Vorstand, nahm Andres Gronauer, bekannt als Mann der Tat, wenn es um Bäume geht, schon einen Tag später Kontakt mit, wie er scherzhaft sagt, „unserem Haus- und Hoflieferanten“, der Baumschule Grimm auf. So könnte eine Sommerlinde – Baum des Jahres 1991 – bald die Ortsmitte von Weißig wieder zieren.

„Wir können zwischen zwei Varianten wählen: Topf- oder Ballenware. Entscheiden wir uns für die Topfvariante, könnte die Pflanzung schon in den kommenden 14 Tagen erfolgen. Der Stammumfang beträgt ca. 12 bis 14 cm, die Höhe liegt bei ca. 1,20 m. Fällt die Entscheidung zugunsten der Ballenwaren, müsste man bis zum Herbst warten. Der Baum hätte allerdings eine Höhe von 3 bis 4 m und einen Stammumfang von 16 bis 18 cm“, erklärt Andreas Gronauer.

Um an die Größe des Baums als Ballenwaren heranzukommen, braucht die Topfvariante zwischen zwei bis drei Jahren. Andererseits als größeren Baum, bietet die Ballenvariante optisch mehr Power, was wiederum das Warten bis zum Herbst rechtfertigen würde. Bleibt nun abzuwarten, für welche Variante sich die Bewohner des Geraer Ortsteils Weißig entscheiden werden.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
1 Kommentar
39
Andreas Gronauer aus Gera | 14.11.2011 | 18:05  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige