„Ich bin dann mal weg“ - Schulleiterin Karin Schröter von der Grundschule Saarbachtal geht in ihren verdienten (Un-) Ruhestand

Eine Erinnerungsmappe mit persönlichen Glückwünschen, gestaltet von Schülern der Grundschule „Saarbachtal“, überreicht von Niklas Rauh (r.) an die scheidende Schulleiterin Karin Schröter.
 
Blumen zum Abschied, überreicht von Bernd Kriebitzsch, Leiter Fachdienst Bildung und Sport der Otto-Dix-Stadt Gera an die scheidende Schulleiterin der Grundschule "Saarbachtal" Karin Schröter.
Gera-Scheubengrobsdorf. Ob Ruhe- oder doch mehr Unruhestand, langweilig soll es nicht werden, meinte Karin Schröter, die nach ihrem 40-jährigen Lehrerdasein, davon zwanzig Jahre als Schulleiterin, mit dem letzten Schultag verabschiedet wurde. Es waren nicht nur die Schüler und Lehrer der Grundschule Saarbachtal, die zum Schuljahresabschluss zur traditionellen Verabschiedung der Viertklässler, in die Turnhalle gekommen waren.

Eltern selbst ehemalige Kolleginnen wie auch Vertreter des Fachdienstes Bildung und Sport wollten Karin Schröter nicht gehen lassen, ohne sich bei ihr persönlich für ihr Engagement bedankt zu haben. „Je mehr sie hat, je mehr sie will, nie schweigen unsere Wünsche still“. So etwa könnte man das von Karin Schröter ausgehende Arbeitsklima an der Grundschule beschreiben. Ist einmal ein Anliegen erfüllt worden, hat sie gleich ein neues hinterhergeschickt. Äußerst rührig, immer aufgeschlossen für neue Ideen und wenn es sein muss konnte sie auch ganz schön unbequem sein, so sehen die Mitstreiter ihre Schulleiterin.

Lehrer sein aus Berufung, bedeutete für die heute 60-jährige Pädagogin, eine faszinierende Aufgabe, die keine Chance auf Langeweile bot, aber verbunden ist mit hohem Verantwortungs- und Sinngehalt, gewiss nicht Nerven schonend, aber dafür Beruf und Hobby miteinander vereinend.

Begonnen hat sie als Unterstufenlehrerin in Ranis später wechselte sie in ihre Heimatstadt Krölpa, war dort als stellvertretende Direktorin tätig, bis sie 1989 ihrem Mann, der als Lehrer für Psychologie an der Staatlichen Berufsbildenden Schule Gesundheit, Soziales und Sozialpädagogik lehrt, nach Gera folgte und so von einer neuen Schule in eine der Ältesten Schulen Geras, nach Windischenbernsdorf wechselte. Mit der Neustrukturierung des Schulsystems im Schuljahr 1991/92 übernahm sie die Leitung der heutigen Grundschule „Saarbachtal“ in Scheubengrobsdorf.

„Jetzt konnte ich Schule gestalten, wie ich es wollte.“ Und wie sie es sagt, schwingt ein Stück Stolz in ihren Worten mit, Stolz auch darauf, dass sie bei Lehrern, Erziehern, Schülern, Eltern und sogar bei einem ganzen Bürgerverein Mitstreiter für die Umsetzung ihrer Ideen fand und dabei auch andere zu Ideen anregte.

Bernd Kriebitzsch, Fachdienstleiter Bildung und Sport sprach von einer Grundschule mit einem einzigartig alleinstehenden Merkmal für die Stadt Gera und bezog sich sowohl auf das reformpädagogische orientierte Konzept wie auch auf die Umsetzung des Kneipp-Konzepts und die Aufgeschlossenheit gegenüber der Sonderpädagogischen Arbeit.

Karin Schröter war es auch, die sich mit Unterstützung von vielen Seiten gegen eine Schließung ihrer Grundschule wehrte. An ihrer Seite Ute Müller, die sich noch gut an die Zeit erinnert, als die Schule 47 Kinder und 5 Lehrer zählte. Auch Bernd Kriebitzsch verwies auf die knapp 50 Schüler im Schuljahr 2001/02. Und heute? Heute platzt die Schule mit ihren 130 Schülern förmlich aus allen Nähten. Es sind auch nicht nur die Geraer Eltern, die sich bei der Wahl des Schulstandortes für ihre Kinder für die „Schule im Grünen“ entscheiden. Längst heimisch dort, sind auch Grundschüler aus dem Landkreis Greiz.

Da erscheint es schon fast selbstverständlich, dass man sich nach vier Schuljahren ungern trennt. „Vielleicht liegt es auch daran, dass an unserer Schule der Saarbach entlang fließt“, meinte Ute Müller, deren Augen verrieten, dass sie sich weder gern von den Viertklässlern noch von ihrer Schulleiterin trennt. „20 Jahre gemeinsame Arbeit, dass kann man nicht einfach so abhaken. Frau Schröter zeigte viel Verständnis, war immer fair, offen und nicht nachtragend.“

Dass mit dem „zu nah am Wasser gebaut“, galt auch für einige der Schüler. Zu schön war die Zeit, in der eine ganze Schule immer enger zusammenwuchs, wo auch die scheidenden Schüler bei der Gestaltung von etwas Bleibendem, dem Kneipp-Kräutergarten, mitgeholfen haben.

Der vom Bürgerverein an Karin Schröter überreichte Koffer mit zahlreichen Dingen für ihren künftigen (Un-)Ruhestand enthielt auch ein Paar Handschuhe für die Arbeit im Kneipp-Kräutergarten.

Im Auftrag der Schüler hielt der Viertklässler Niklas Rauh die Laudatio für die scheidende Schulleiterin und überreichte ihr eine Erinnerungsmappe, in der jeder Grundschüler auf seine ganz spezielle Art ein Blatt zur Verabschiedung gestaltet hat.
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