Im Porträt: Hans Begale - liebt Handball in aller Form

Hans Begale (l.) wurde zum Geraer Sportlerball 2011 vom Stadtsportbund Gera e.V. ...
 
mit dem "Geraer Sportpreis" ...
Hans Begale sorgt für den Zusammenhalt von Geraer Sportsenioren / Herzliche Grüße zum 85. Geburtstag /

Zum Kuckuck mit dem neuen Alter! Oder: in die Kuckucksdiele lud Hans Begale am 24. März 2012 seine Gäste zu seinem nunmehr 85. Geburtstag. Noch viele mehr waren wohl gedanklich bei ihm. Denn er ist einer, der für Zusammenhalt zu sorgen versucht. Auch in fortgeschrittener Jugend. So trafen sich seit ewig regelmäßig Geraer Sportsenioren zum Kegeln auf den Bahnen im Vereinshaus des ESV Gera. Je fünfzig Kugeln in die Vollen und in die Abräumer schieben, das binnen zwei Stunden, hält fit. Hans Begale ist dann freiwillig für die Besorgung des Essens zuständig und heizt im Winter auch vor. Wer glaubt, das seien die einzigen Aufgaben für den vitalen Oldie, der irrt. Gewaltig.

Denn eine Reihe weiterer Engagements verbinden ihn in Fürsorge mit anderen Sportkameraden. So sorgte er im Sportlerheim wieder für Wärme, wenn sich z.B. Hortkinder aus Untermhaus zu Wettkämpfen ansagen. Diese Kontakte gibt es seit Jahren. Es freut ihn, wenn die Mädchen und Jungen sich eifrig bewegen. Da zeigt er gern ein paar flotte Kugeln vor. Der Technik wegen.
Das war ihm in aktiven Sportzeiten schon wichtig. Da spielte er hauptsächlich als Handballer. Handball – sein Leben. Gerade die Liebe zu diesem Sport führte ihn in wechselvoller Geschichte zum Eisenbahnersportverein und für über 20 Jahre zum Vorsitz mit Herz und Leidenschaft.

Die Laufbahn von Hans Begale schien vorskizziert: Vater war Fußballer; aber die Mutter als Raff- bzw. Handballerin prägend. Der Sportplatz der Freien Turnerschaft lag dem gebürtigen Untermhäuser nahe. Handball wurde noch als Rasensport mit Fußballtoren gespielt. So war es nicht abwegig, dass Hans auch gute Kicks mochte. Er erinnert sich gern an kombinierte Wettkämpfe mit halbzeitweise wechselndem Ball. Er war Rechtshänder als Handballer und Linksfüßer als Fußballer. Auf alle Fälle laufstark und antrittsschnell. Das machte ihn später zum Mittelläufer und Halbstürmer. Er liebte Bogenlampen oder andere Tricks. Viel Sports- und Mannschaftsgeist steckte in der Gemeinschaft. Die suchte er, und die bietet er bis heute.
Feldhandball war nur einmal, wohl auf Betreiben Hitlers 1936 in Berlin, olympisch. Für Hans zu früh. Der gelernte Kaufmannsgehilfe wurde 1941 mit 17 Jahren zum Arbeitsdienst in Schlesien einbestellt. Dann suchte man Schreibmaschinen-tüchtige Leute als Fernschreiber. Begale kam erst Ende April ’45 über den Norden zur Entlassung in den Raum Braunschweig und arbeitete in der Landwirtschaft. Die Gelegenheit zur Rückkehr nach Gera gab es 1946. Er schloss sich wegen des Zusammengehörigkeitsgefühls alsbald wieder Sportfreunden an.
Hans Begale hält seit dem 13. Lebensjahr dem Handballsport in verschiedener Form die Treue, und er spielte liebend gern mit Rückennummer 13. Übrigens fand er einst auch seine Frau beim Handball. Touren zu Turnieren oder Spielen waren oft gemeinsame. Übungsleiter Alfred Schindhelm hatte eine Nase für Talente, meint Begale. Werner Simsohn z.B. wurde später auch ein bekannter Name. Die Erfolge der jungen Leute verblüfften: 1948 als Thüringer Meister, 1949 als Dritter der Ostzonen-Meisterschaft. 1951 wurden die Geraer gar DDR-Vizemeister. Doch das größte Ding gelang ihnen 1955 mit dem FDGB-Pokalsieg als BSG Lokomotive Gera. Die Kristalltrophäe bewahrt Hans Begale auf. In dieser Truppe spielten zu drei Viertel die ehemaligen Jugendtalente. Kein Wunder, dass es den Zusammenhalt noch gibt.

Die Laufbahn des so vielseitig interessierten Sportsmanns verzeichnet noch ein paar schwer erreichbare Superlative: Der Dauer(b)renner gehörte von 1955 bis 1964 nicht nur zum DDR-Oberliga-Team, dessen Chronik bei ihm liegt. Zehn Mal spielte er in der Thüringenauswahl. Fit wie ein Turnschuh sprang er noch als 69-jähriger (!) mit erfolgreich gegen Altenburg ein, als Not am Mann war. So hat er geschätzt rund tausend Spiele bestritten; frönte außerdem jahrzehntelang seiner Vorliebe für sofortige Entscheidungen als Schiedsrichter; gehörte als Finanzer 33 Jahre zum Kreisfachausschuss Handball und übernahm als Abteilungsleiter in politischen Wendezeiten den Vorsitz bei ESV Gera. Sein „Es musste ja weiter gehen.“, klingt angesichts dieses Weges wie Tiefstapelei. Hans Begale hat Orden und Ehrungen zuhauf erhalten; darunter 2008 auch das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik.
Wir hätten sicher zur Recherche noch viele Stunden über allen aktuellen Sport, Handball-Erstligist SC Magdeburg, Reisen zu Sportereignissen, dieses oder jenes spannende Feldhandball-Match usw. plaudern können; übrigens bei Kaffee und Obstkuchen, obwohl er leichtem Diabetes vorbeugen muss. Tut er ja auch. Er sei im grünen Bereich. Allheilmittel für den Fall? ... ist eine weitere Stunde Sport.
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