In die dritte Dimension. Fasziniert von Symbolrätseln: Horst Richter aus Gauern fertigt sie selbst

Jetzt treibt Horst Richter seinen Rätselspaß auf die Spitze: Er präsentiert sein erstes dreidimensionales Symbolrätsel in die Kamera.
Gauern: Horst Richter | Gessen Sorge-Settendorf plus Gessen Culmitzsch ist gleich Lichtenberg Sorge-Settendorf. Wie bitte? Jeder Ortsname steht für eine Ziffer. Gleiche Ortsnamen sind gleiche Ziffern. Komplett wäre das Symbolrätsel mit drei waagerechten und drei senkrechten Aufgaben. Das klingt verwirrend – zumindest im ersten Moment.

Was uns Horst Richter aus Gauern da zur Aufgabe stellt, hat seinen Ursprung bereits in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. In seiner Studienzeit hat der inzwischen 75-Jährige begonnen, sich für Symbolrätsel zu interessieren. Besonders die aus der Tageszeitung „Junge Welt“ hat er nicht nur gelöst, sondern auch gesammelt. Besonders die dahinter stehende Logik hat ihn fasziniert.

Beim Sammeln ist es im Laufe der Jahre nicht geblieben. Vor zwölf Jahren kam der frühere Berufsschullehrer für Mathematik und Physik auf die Idee, bei den Symbolrätseln die geometrischen Figuren durch Bildsymbole zu ersetzen. So wird auf einmal mit gestempelten Briefmarken, Klöppelarbeiten der Frau, farbigen Büroklammern, Verkehrszeichen oder wie im eingangs beschriebenen Rätsel mit Ortseingangsschildern in den vier Grundrechenarten gerechnet. Das System bleibt immer das gleiche: „Jedes Bildsymbol steht für eine Ziffer. Gleiche Symbole sind gleiche Ziffern. Das Symbolrätsel ist gelöst, wenn die drei waagerechten und die drei senkrechten Aufgaben als richtig erkannt werden“, erklärt Richter.

Bei den auf A4-Format ausgedruckten Rätseln sollte es nicht bleiben. Warum die Rätsel nicht wirklich körperlich herstellen? Richter verbringt Stunden in seiner Werkstatt. Befestigt Münzen, Batterien, Kunstblumen, Kaffeesahnen, kleine Schokoladentafeln, farbige Wäscheklammern und Spielzeugautos in Rahmen und fügt sie zu Symbolrätseln zusammen. Über 150 derartige Rätsel – einschließlich der auf Papier sogar über 1400 - gibt es bereits. „Jeder hat sein Hobby“, meint seine Ehefrau Helga und lässt ihm seinen Spaß. „Aber die Wäscheklammern muss er sich selbst kaufen. Ich brauche meine. Und er muss aufpassen, dass ich ihm die Schokolade nicht aus den Rätseln wegnasche“, scherzt sie.

Die Rätsel haben bei Familienfesten, im Bekanntenkreis und beim Dorffest bereits für amüsante Kurzweil gesorgt. Kaum ist ein Rätsel auf den Tisch gepackt, machen sich mehrere Leute an der Lösung zu schaffen. Horst Richter wundert sich nicht, denn seine Rätsel sind weitaus anspruchsvoller als Sudoku. Er ist sich sicher, dass das dafür notwendige Kopfrechnen Alt und Jung in Schwung hält. Genau aus diesem Grund war er schon an umliegenden Schulen unterwegs – mit eher mäßigem Erfolg. „Die Rätsel sind nicht nur etwas für Partys und Familienfeiern. Sehr viele Menschen im höheren Lebensalter beschäftigen sich gern mit Inhalten, die das Denken anregen. Auch Genesungsprozesse von Kranken können damit unterstützt werden“, erklärt er und meint damit, dass die Rätsel etwas für Altersheime, Reha- und Kinderkliniken wären.

Kontakt: hrgauern@t-online.de
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Hannelore Grünler aus Artern | 15.03.2015 | 17:24  
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