Jobprofil: Wie ist das Leben als Krankenschwester, Frau Held?

Stephanie Held arbeitet in ihrem Traumberuf. Zu sehen ist sie auf dem Foto mit Baby Ronja und den Eltern Romy und Johannes Förster.
  Gera: SRH Waldklinikum | „Sehr schön! Es ist mein Traumberuf. Und ich habe nie bereut, diesen Beruf ergriffen zu haben“, meint Stephanie Held ganz spontan. Sie arbeitet gern mit den Neugeborenen und den Mamas zusammen. „Die Entwicklung der Babys in den ersten Tagen ist enorm. Und man sieht, wie sich Familien entwickeln und zusammen wachsen. Ich habe tagtäglich glückliche Schicksale um mich“, bringt sie ihre Freude zum Ausdruck.

Das war nicht immer so in ihrer Berufslaufbahn. Vor der Entbindungsstation war sie sechs Jahre auf der Kardiologie. Da gab es logischerweise andere Schicksale zu sehen. Während auf der Entbindungsstation nur die Sonne scheint, gab es auf der Kardiologie auch Wolken. Und da werde es schon schwieriger, den Job nach Feierabend auf Arbeit zu lassen. Wenn jemand stirbt, fließen auch bei der Krankenschwester schon mal Tränen.

Ihren Berufswunsch hatte Stephanie Held bereits mit zwölf Jahren für sich festgelegt. Ihre Oma lag damals mit Krebs im Krankenhaus. Und sie hatte immer von einem Pfleger geschwärmt, der ihr über die schweren Stunden geholfen hatte. „Das hatte mich tief beeindruckt, dass ein wildfremder Mensch eine derart große Bedeutung im Leben meiner Oma hatte“, erinnert sich Stephanie Held.

Aber einfach Krankenschwester beziehungsweise Krankenpfleger (die Berufsbezeichnungen sind heute so nicht mehr korrekt, werden aber gern noch verwendet – siehe Kasten nebenan) zu lernen empfiehlt Stephanie Held dennoch nicht: „Man sollte unbedingt vor der Ausbildung ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Nur so kann man heraus bekommen, dass der Beruf wirklich der Richtige ist“. Schließlich sei es nicht nur die eigentliche Arbeit am und mit dem Mensch, sondern auch ungewöhnliche Arbeitszeiten. Stephanie Held arbeitet im 3-Schicht-System, selbstverständlich auch am Wochenende. „Da muss die Familie lernen, sich manchmal unterzuordnen“, erklärt sie. Und so kann es eben passieren, dass ihr Lebensgefährte mit dem dreieinhalbjährigen Sohn allein auf eine Familienfeier geht. Ohne einen starken Familienzusammenhalt wäre der Dreischichtbetrieb nicht machbar. „Aber wenn bei mir auf Arbeit ein kleines Baby lacht, ist wieder alles vergessen“, fügt sie an. Knapp 1000 Babys werden pro Jahr auf der Wöchnerinnen-Station des SRH-Waldklinikums Gera geboren. Ein Team von 35 Krankenschwestern, Kinderschwestern und Hebammen ist rund um die Uhr für die Babys und Mütter im Einsatz.

Gesundheits- und Krankenpfleger

Berufsbezeichnung

Die Berufsbezeichnung Gesundheits- und Krankenpfleger wurde am 1. Januar 2004 eingeführt, die die bisherigen Bezeichnungen Krankenschwester und Krankenpfleger ablöst. Seinen Ursprung hat die Bezeichnung Krankenschwester darin, dass die ersten Pflegenden Ordensschwestern waren. Unter den Patienten hat sich die neue Berufsbezeichnung allerdings noch nicht durchgesetzt. Die korrekte Ansprache für das nebenan stehende Beispiel wäre demnach Gesundheits- und Krankenpflegerin Frau Held. Die Patienten bevorzugen nach wie vor die Anrede Schwester Stephanie. Die Kombination aus Schwester plus Vorname birgt für die Patienten viel Vertrauen.

Die Tätigkeit im Überblick

Gesundheits- und Krankenpfleger/innen betreuen und versorgen kranke und pflegebedürftige Menschen, führen ärztlich veranlasste Maßnahmen durch, assistieren bei Untersuchungen und Behandlungen und dokumentieren Patientendaten.

Gesundheits- und Krankenpfleger/innen arbeiten hauptsächlich in Krankenhäusern, Facharztpraxen oder Gesundheitszentren. Beschäftigt sind sie auch in Altenwohn- und -pflegeheimen, in Einrichtungen der Kurzzeitpflege, in Wohnheimen für Menschen mit Behinderung sowie ggf. in Pflegestützpunkten. Darüber hinaus können sie in anderen Einrichtungen, etwa den Krankenstationen oder Hospitälern von Schiffen tätig sein.

Die Ausbildung im Überblick

Gesundheits- und Krankenpfleger/in ist eine bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen für Krankenpflege.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Modellversuche, in denen durch ein Aufbaumodul ein weiterer Abschluss bzw. auch zwei weitere Abschlüsse erworben werden können, sehen eine Ausbildungsdauer von insgesamt 3 1/2 Jahren vor.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, eine Berufsfachschulausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in mit einem Hochschulstudium zu kombinieren.

Weitere Jobprofile sind hier zu finden:

http://www.meinanzeiger.de/gera/themen/jobprofil.h...
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9 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 03.09.2012 | 10:27  
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Petra Seidel aus Weimar | 03.09.2012 | 12:33  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 03.09.2012 | 19:52  
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Karin Jordanland aus Artern | 03.09.2012 | 21:04  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 03.09.2012 | 21:49  
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Karin Jordanland aus Artern | 04.09.2012 | 08:20  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 04.09.2012 | 20:30  
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Karin Jordanland aus Artern | 05.09.2012 | 20:56  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 05.09.2012 | 21:13  
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