Langsam, aber es wird: Wiederaufbau der Villa Bardzki in Gera

Willi Grabengiesser versucht mit den verschiedensten Reinigungsmethoden Brandschäden am Kamin zu beseitigen. An eine grundhafte Sanierung ist aus Kostengründen vorerst nicht zu denken.
 
Fertig: Vorhalle zur Diele
Bei 600 Besuchern hatte er aufgehört zu zählen. Wahnsinn! Als die Villa Bardzki voriges Jahr zum Denkmaltag erstmals seit Jahren ihre Türen öffnete, riss der Besucherstrom nicht ab. Und dabei gab es nicht mal viel zu sehen: Das Souterrain, der Empfangsraum und durchs Muschelzimmer über die herrschaftliche Treppe in den Garten. Die oberen Etagen und das Kellergeschoss waren eine riesige Baustelle und konnten nicht besichtigt werden. In guter Erinnerung hat Willi Grabengiesser, der die Villa im Auftrag des Hausherren betreut, eine ältere Dame, die sich als früherer Coiffeur der Familie Bardzki zu erkennen gab. Sie brachte ihre Freude zum Ausdruck, dass die Villa wieder aufgebaut wird. Auch viele frühere Musikschüler (die Villa wurde zu DDR-Zeiten unter anderem als Musikschule genutzt) kamen. Vor allem ältere Besucher äußerten den Wunsch, dass es in der Villa ein Cafe geben sollte.

Was ist daraus geworden? „Wir haben diesen Wunsch nach dem Denkmaltag in die Bauplanung aufgenommen“, erklärt Grabengiesser. Im ehemaligen Herrenzimmer und Salon entsteht ein Cafe. Da die Villa unter Denkmalschutz steht und der Eigentümer Ralf Besold keinerlei öffentliche Gelder für den Wiederaufbau in Anspruch nimmt, ziehen sich sämtliche Arbeiten in die Länge. In den beiden Räumen für das künftige Cafe müssen Feuchtigkeitsschäden an Einbauschränken, Fenster und Türen fachgerecht aufgearbeitet werden. Die Kassetten- und Stuckdecken werden durch Stuckateure rekonstruiert. Der Fußboden wurde rekonstruiert, im Mauerwerk befindliche Nischen freigelegt. Die Vorhalle zur Diele und die Garderobe sind fertig. Derzeit wird der Türbogen zum Muschelzimmer rekonstruiert, weitere Stuckarbeiten stehen an. Während das Erdgeschoss bereits in einem guten Zustand ist, ist an den Ausbau des Obergeschosses noch gar nicht zu denken. Dort wurden vorerst weitere Sicherungsmaßnahmen zum Schutz des Hauses vorgenommen. Im Außenbereich wurden erste Arbeiten vorgenommen, den klappsymmetrischen Park wieder sichtbar zu machen. Und, und, und.

„Viel, viel, unendlich viel Arbeit!“, resümiert Grabengiesser. Und auf alles hat der Denkmalschutz ein Auge. So könnte manche Aufgabe einfacher gelöst werden, auch selbst. Letztlich muss doch eine Fachfirma ran. Und das kostet! Nicht nur Geld, auch Zeit. Die Geduld verliert er dennoch nicht: „Es ist schön, etwas Altes instand zu setzen. Es fordert viel Idealismus. Man muss dahinter stehen, es mit Liebe machen“.

Trotz, dass die Villa eine riesige Baustelle ist, gibt es immer wieder Anfragen, sie für Veranstaltungen nutzen zu können. Für die Nachbarn augenscheinlichste Veranstaltung, sozusagen erste große Bewährungsprobe, war eine Hochzeitsparty vor kurzem. An zwei Tagen jeweils 80 Mann. Dass die Gäste sich wohl gefühlt haben, gibt Besold und Grabengiesser Mut für die Zukunft: „Wir sind auf dem richtigen Weg!“.


Mehr Informationen über die Villa Bardzki, wie der Zustand im August 2012 war, und historische Fotos sind hier zu finden:

http://www.meinanzeiger.de/gera/ratgeber/vor-dem-v...
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2 Kommentare
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 27.08.2013 | 22:14  
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Renate Jung aus Erfurt | 28.08.2013 | 13:58  
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