Ruhig und dennoch dramatisch. Premiere des in Gera gedrehten Films „Der Preis“

Kamen nach Gera zur Premiere: Anne Kanis, Elke Hauck und Florian Panzner
Gera: UCI | Kurz war er. Aber besser ein kurzer roter Teppich, als gar keiner. Filmpremiere in Gera. Und in Gera schreiten nicht nur die Hauptdarsteller samt Regisseurin über den besonderen Fußbodenbelag, sondern auch Nebendarsteller und Filminteressierte. „Der Preis“ wurde mit Spannung erwartet. Mit Spannung deshalb, weil größtenteils in Gera gedreht. Und so verwundert es auch nicht, dass unter den Zuschauern sich nicht alle genussvoll der eigentlichen Handlung des Streifens hingeben können, sondern darauf bedacht sind, sich selbst im Film zu entdecken. Das gelingt naturgemäß nicht jedem Komparsen. „Hier, hier müsste ich zu sehen sein“, tuschelt es ab und an durch die Sitzreihen im UCI. Aber dann fehlen doch ein paar Millimeter vom Kameraschwenk. Oder der Fokus liegt nur auf dem Hauptdarsteller und der Komparse verschwindet in der Unschärfe.

„Der Preis“ regt zum Nachdenken an. Und nein, die Moral der Geschichte ist nicht - wie ein Zuschauer vermutete - nicht so viel Bier zu trinken. Obwohl relativ ruhig inszeniert, präsentiert sich der Film dennoch dramatisch. Der Protagonist Alexander Beck, gespielt von Florian Panzner, kehrt als Architekt nach zwanzig Jahren in seine alte Heimat zurück. Die Vergangenheit holt ihn wieder ein. Alex von der FDJ. Eine längst vergessene und verdrängte Zeit. So nimmt die Handlung ihren Lauf. Dem Publikum nahe gebracht wird sie in zwei Zeitebenen. All die damaligen Verstrickungen und der Verrat werden gegenwärtig und fordern ihren Tribut im Heute.

Nicht nur die dargestellten Figuren, auch die Handlung selbst hinterlassen einen lebensnahen Eindruck – zumindest bei den Zuschauern, die beide Gesellschaftssysteme aus eigener Erfahrung kennen. Wie die gezeigte Konformität, Repressionen und das DDR-Mitläufertum von sonstigen Zuschauern aufgenommen wird, bleibt abzuwarten. Das Publikum in Gera wusste den Film jedenfalls mit entsprechendem Applaus zu bedenken.


"Der Preis"

Regie: Elke Hauck
Darsteller: Florian Panzner, Anne Kanis, Sven Gielnik, Vanessa Krüger, Vincent Krüger, Wiebke Bachmann, Guntbert Warns, Robert Gallinowski
Laufzeit: 86
Land: Deutschland
Genre: Drama

Beschreibung
Als Alexander mit einem ambitionierten Bauprojekt zur Umgestaltung von Plattenbauten in Thüringen einen Preis gewinnt und dafür in die ostdeutsche Provinz reist, steht der Architekt nicht nur vor einer beruflichen Herausforderung, sondern auch einer persönlichen. Denn der Ort, in dem er diesen Plan umsetzen soll, ist seine eigene Heimat. Hier kennen ihn die Menschen noch als kleinen Jungen. Und hier trifft er Erinnerungen, alte Freundschaften und unglückliche Lieben wieder. (j.b.)

Mehr Informationen über den Film sind hier zu finden:

http://www.filmgalerie451.de/filme/der-preis/
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 27.03.2012 | 20:57  
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