Singen, tanzen, Spaß haben - Wie Klein- und Vorschulkinder im Geraer Musikgarten gemeinsam musizieren

Kantor Martin Hesse beim Musikgarten mit Kindern am Trampolin
 
Tanzen zur Musik mit bunten Tüchern – Martin Hesse mit Kindern und Eltern beim Musikgarten
Gera: Gemeindehaus Talstr. 30 | Wöchentlich treffen sich Mirjam, Oskar, Anna, Ben, Malte, Marie, Jonas, Pauline, Leo und Leni zum Musikgarten. Mit dabei sind auch Mama, Papa oder Oma und Opa. Dass Musik gerade im sehr jungen Alter viel zur Entwicklung der Kinder beitragen kann, hat das Institut für elementare Musikerziehung GmbH (IfeM) in Mainz schon lange erkannt.
Seit 23 Jahren verfolgt der Musikgarten die von der Amerikanerin Loma Lutz Heyge entwickelte Methode zur Findung musikalischer Talente durch das gemeinsame Musizieren innerhalb der Familie. Immer mehr Eltern entdecken Sinn und Freude dieses Konzeptes. Seit 18 Monaten bietet Martin Hesse, Kantor an der Stadtkirchengemeinde, den Musikgarten in Gera an. Dazu gehören Singen, Echospiele zu Rhythmen und Melodien, Bewegung, Tanz, Klangerzeugung auf einfachen Instrumenten und vieles mehr.
Der Kantor mit einer ausgeprägten musikalischen Ausbildung musste dazu einen speziellen Fortbildungskurs für «Musikgärtner» absolvieren. In jeder Altersgruppe, ob Babys, 1½-Jährige oder für die 3-5-Jährigen wird ein Zertifikat benötigt. Das IfeM entwickelt das pädagogische Konzept ständig weiter. Alljährlich muss daher Kantor Hesse sein erworbenes Wissen auffrischen und die Prüfungen erneuern.
«Jedes Kind reagiert auf Musik anders», stellt Martin Hesse fest. «Man kann mit Musik und Rhythmus die Entwicklung eines jeden Kindes fördern. Das Gehirn, Motorik und Sprache werden angeregt und entwickelt, was sich später positiv auf Schreiben und Rechnen auswirken könnte. Ziel ist es nicht, kleine musikalische Genies zu erziehen. Vielmehr steht der freie, unbefangene und spielerische Umgang mit der Musik im Mittelpunkt. Im Musikgarten gibt es kein Richtig oder Falsch.»
Wichtige Aspekte dieses Angebotes sind Bereitschaft und Mitwirkung von Eltern und erwachsenen Bezugspersonen. Christine Schardt kommt mit ihrem dreijährigen Sohn Oskar seit mehreren Monaten zum Musikgarten. «Ich erlebe den Musikgarten als sehr abwechslungsreich. Besonders gefallen Oskar das Trampolin und die große Trommel. Ich mag besonders, wenn wir mit den Tüchern tanzen und mit den Klanginstrumenten spielen», sagt sie und ergänzt, dass sie ihren Sohn zu nichts zu zwingen braucht, vieles komme zuhause von ganz alleine.
Eine andere Mutter namens Meike hat von diesem Angebot im Kindergarten «Regenbogenfisch» erfahren und ist jede Woche mit ihren beiden Kindern Pauline und Leo (3,1) dabei. «Die Kinder singen die Lieder und wir müssen oft zu Hause Musikgarten spielen. Mir macht es auch Spaß und ich merke, dass die Kleinen positiv auf Musik reagieren, wenn sie mal gestresst oder schlecht gelaunt sind.»
Martin Hesse erkennt, dass die Kinder mit zunehmendem Alter selbstständiger im Umgang mit Musik werden. «Durch Reimspiele entwickelt sich bei ihnen ein Sprachbewusstsein. Das Wahrnehmen von Fingern, Händen und Füßen hilft, die Koordination zu trainieren», sagt Hesse. «Ich bemerke bei meiner Arbeit, dass die intensive Beschäftigung untereinander und gemeinsam mit den Erwachsenen den Kindern sichtlich gut tut. Der Musikgarten möchte Anregungen und einen kulturellen Ansatz mitgeben, die Angst vor dem Musizieren im Familienkreis abzubauen.»
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2 Kommentare
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 06.05.2015 | 09:49  
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Renate Jung aus Erfurt | 07.05.2015 | 01:05  
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