Stolpersteine für Gera

Wann? 17.06.2011 15:00 Uhr

Wo? Marienstraße, Marienstraße, 07546 Gera DE
Gera: Marienstraße | Durch den Kölner Künstler Gunter Demnig werden am 17. Juni 2011 die nächsten neun STOLPERSTEINE in Gera gelegt. Sie sollen wiederum an Menschen erinnern, die in Gera gelebt und gewohnt haben und während der Zeit zwischen 1933 und 1945 im Widerstand zum Nationalsozialismus standen und Opfer dieser Diktatur wurden.
Die Interessengruppe „Stolpersteine für Gera“ leistet damit einen Beitrag gegen das Vergessen von Unrecht und Widerstand während dieser Zeit. Es erinnert daran wer unsere Nachbarn waren.

Beginn der Verlegung ist 15:00 Uhr vor dem Gebäude Marienstraße 13. In diesem Haus wohnte und lebte Erich Wilke mit seiner Familie bevor er 1934 im Gerichtsgefängnis Amthorstraße ermordet wurde.

Gegen 15:30 Uhr werden vor dem Gebäude Nicolaistraße 3 für Anna Orlamünder und Leo Karlsruher Stolpersteine gelegt. Sie sollen daran erinnern welche Auswirkungen die Nürnberger Rassegesetze auf das persönliche Leben zwischen nichtjüdischen und jüdischen Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus hatten. Leo Karlsruher starb 1940 im KZ Buchenwald nachdem er bereits 1935 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, deren Ursache auf die Rassegesetze und dem provokanten Verhalten der Nazis zurückzuführen waren.

Gegen 16:00 Uhr wird vor der Lessingstraße 1 in besonderer Weise der Familie Löwenstein gedacht. Emil Löwenstein war der letzte Vertreter der jüdischen Gemeinde in Gera und war Vorsitzender der „Israelischen Religionsgemeinde“ von 1939 bis 1942. Im März 1942 wurde er verhaftet und ins KZ Belzyce wie im gleichen Jahr sein Sohn Heinz-Hermann deportiert. Auch Käthe Löwenstein wurde 1942 ins KZ Auschwitz deportiert. Kein Familienmitglied hat den Holocaust überlebt.

Gegen 16:30 Uhr werden vor der Schloßstraße 2 /Ecke Sorge weitere Stolpersteine für die Familie Brüg verlegt. Damit wird an Getrud Brüg gedacht, die wie viele jüdische Mitbürger 1942 deportiert wurde und in Majdanek ums Leben kam. Günter Brüg, Sohn der Familie konnte 1939 nach England fliehen, kämpfte später gegen die faschistische Wehrmacht und überlebte. Auch Hannelore Silberberg geb. Brüg überlebte nach ihrer Verhaftung 1944 die Vernichtungslager Theresienstadt, Ausschwitz, Groß-Rosen und Bergen-Belsen.

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt sind herzlich zur Legung der STOLPERSTEINE in Gera eingeladen.
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4 Kommentare
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Michael Kleim aus Gera | 31.05.2011 | 18:53  
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Günter Domkowsky aus Gera | 31.05.2011 | 20:46  
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Mike Strunkowski aus Gera | 17.06.2011 | 02:12  
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Günter Domkowsky aus Gera | 21.06.2011 | 13:13  
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