„Vorhang auf, Manege frei“ - Circus Hein gastierte bei Grundschülern und Kita-Kindern mit seinem „Projekt Circus“

Nach drei Fehlversuchen: Es war doch Wasser im Eimer.
 
Oh Schreck! Da war doch gerade noch ein Kaninchen drin.
Kraftsdorf. „Vorhang auf, Manege frei“ hieß es kürzlich bei den Schülern der Grundschule Kraftsdorf und den Kindern der Kita Niederndorf. In einer Manege, aufgebaut in der Turnhalle, mit buntem Manegeteppich, einem prunkvollen Artisteneingang, fantastischer Beleuchtung, umgeben von Logenplätzen, schnupperten die Kinder, gekleidet in glänzenden Kostümen und mit bunt geschminkten Gesichtern, echte Circusluft.

Die Faszination Circus, einmal nicht als Zuschauer, sondern als Akteur erleben, dies bieten die Mitglieder des Circus Hein. Haben die Artisten einst mit wilden Tieren und atemberaubender Akrobatik die Zuschauer begeistert, geben sie heute ihre Erfahrung an Kinder weiter. Von ihnen wurde das „Projekt Circus“ konzipiert, welches jedes Kind zu einem Star werden lässt. Einerseits erstaunlich, wie schnell die Grundschüler ihre Rollen erlernen, andererseits aber auch nicht verwunderlich, bei der professionellen Anleitung.

Für den 8-jährigen Till, in seinem bunten Clowns-Kostüm und den riesengroßen Schuhen vielleicht die Rolle seines Lebens. Danach gefragt, ob er diese Rolle auch in seiner Klasse spielt, meint der Drittklässler „manchmal schon“. „Fast immer“, kontert der 9-jährige Oliver, was Till als einen Scherz wegsteckte. Es sind eben nur Clowns. Eigentlich wollte Oliver ja Zauberer sein, aber die Requisiten eines Clowns waren dann doch für den Viertklässler reizvoller.

Zuerst hatte sich Lena den Ziegen zugewandt, sich dann aber doch für die Tauben entschieden. Angst hatte die 9-jährige vor den flatternden Tauben nicht, die ab und an den Manegeboden verunreinigten. „Macht nichts, dass müssen andere weg machen“, sagt die Viertklässlerin mit einem Lächeln.

Gefallen hätte Marie-Luise auch ein Auftritt mit den Ziegen oder den Tauben. Doch ihr fiel die Rolle der Moderatorin zu. „Wir waren drei, die ausgewählt wurden. Zwei wollten es nicht, da habe ich gesagt: ich mache es“, erzählt die 10-jährige Viertklässlerin.

Doch es waren nicht nur die Darbietungen mit Ziegen und Tauben, die unter der großen Besucherzahl teilweise Beifallsovationen auslösten. Zauberer, artistische Akrobatik, orientalisches Flair, Jonglieren, mexikanische Lasso- und Messerspiele, Tuchdarbietungen gehörten ebenso zum Repertoire wie die Seiltänzerinnen oder Schlangen und selbst ein Alligator, der zwar sehr kinderlieb ist, wie Benjamin Hein versichert, aber dem man doch vorsichtshalber einen Maulkorb angelegt hatte.

Bei den Grundschülern wie auch den Besuchern, vor allem den Eltern, Großeltern, Geschwistern der Schüler, den Lehrern und Erziehern, kam das „Projekt Circus“ sehr gut an.

„Hinter uns liegt eine viereinhalbjährige Ausbildung an der Fachschule für Artistik. Wir führen die Kinder spielerisch an die Geheimnisse einer Welt aus Magie, Gaukelei, Märchen und Circus-Artistik heran. Dabei steht uns nur ein Tag Probe mit den Kindern zur Verfügung. Tags darauf die Kostümanprobe und dann folgen schon die Generalprobe und die Galaprogramme. Übrigens verfügen wir über einhundert phantasievolle Kostüme, die in unserer eigenen Kostümwerkstatt aufwendig und liebevoll im Detail entworfen und gefertigt werden“, erzählt Benjamin Hein, der kein Geheimnis daraus macht, dass er Stolz darauf ist, der Circus-Dynastie Hein anzugehören, was übrigens auch für alle anderen Artisten gilt.

Die Circus-Familie Hein hat Wort gehalten. Mit ihrem Motto: Kunststücke gelingen – Freude bringen“, trafen sie voll ins Schwarze. Adelheid und Rudolf Hein hatten 1933 den CirCus Hein gegründet. Die Wurzeln der Circus-Dynastie Hein sind am Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelt. Den über Generationen so gesammelten Fundus an Erfahrungen geben sie in der Familie weiter und lassen andere Menschen daran teilhaben.
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Mariett Demirelli aus Erfurt | 04.10.2011 | 22:34  
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