Was aus Trotz werden kann: Dr. Holger Christel hat mittlerweile die 13. Höhlerfest-Postkarte heraus gebracht

Dr. Holger Christel mit seiner ersten Höhlerfest-Postkarte aus dem Jahr 2002. Die Fotos hierfür entstanden an der Stelle, wo kurz darauf ein großes Einkaufszentrum gebaut wurde.
Trotz war es, der Zahnarzt Dr. Holger Christel veranlasste, eine Höhlerfest-Postkarte heraus zu bringen. Das ist mittlerweile zwölf Jahre her. Auf den Fotos sind die Höhler Nr. 128, 141 und 147 zu sehen. Es könnten die letzten Fotos von diesen Höhlern sein. Kurz darauf sind sie in einer riesigen Baugrube im Bereich Johannisgasse/Bachgasse verschwunden. Die Geraer wissen, was hier entstanden ist. “Hätte man nicht einen Glasfußboden mit Blick auf die Höhler einziehen können“, zeigt sich Christel heute immer noch entsetzt.

Dass aus einer Trotz-Postkarte anlässlich des 12. Höhlerfestes einmal eine Serie werden würde, hatte Christel damals nicht geahnt. Ebenso wenig, dass er zum Zeitchronisten wird. Bereits die erste Karte verdeutlicht dies. Schließlich ist auf ihr Ralf Rauch beim Fassbieranstich zu sehen, der als damaliger Oberbürgermeister die Geschicke der Stadt Gera leitete. „Und er hat den Anstich noch inmitten des Volkes gemacht“, zeigt sich Christel begeistert. 1000 Stück wurden damals gedruckt. Die Karten gingen ratzfatz weg.

Und im Jahr darauf? 2003? Für Trotz gab es keinen Grund. Dafür feierte der Verein zur Erhaltung der Geraer Höhler sein zehnjähriges Bestehen. Anlass genug für Christel, sich an seiner zweiten Höhlerfest-Postkarte zu probieren. Die vier auf der Karte zu sehenden Höhler gibt es noch, sie wurden nicht weggebaggert. Es folgten in den nächsten Jahren zig Ansichten verschiedener Höhler, Außenansichten der Gebäude, unter denen die Höhler sind, manchmal historische Vergleichsfotos, Geraer in historischer Kleidung, die sich im Höhlerverein engagieren, fahrendes Volk, eigene Zeichnungen vom Höhlergeist Höhli sowie von Prof. Felix Müller. Mit vielen der Fotos ist Christel zum Chronist geworden. Manche zu sehende Geschäfte gibt es nicht mehr. Fassaden sind inzwischen saniert. Man sieht, wie sich Gera wandelt.

Mittlerweile ist die 13. Postkarte erschienen, erhältlich in seiner Praxis, im Stadtmuseum, der Kanitzschen und Brendelschen Buchhandlung und logischerweise beim Höhlerverein. Wo all die Karten der vergangenen zwölf Jahre gelandet sind, weiß der Zahnarzt nicht. Auf Sammlerbörsen und bei eBay sind sie nicht zu finden. Von Bekannten weiß er, dass sie nach Kanada, Österreich und in die USA verschickt worden. Er selbst hat schon Höhlerfest-Post aus Australien und Italien bekommen. Viele der Karten scheinen sich in Sammlerhänden zu befinden.

Gera hat um die 200 Höhler. „Wenn ich jedes Jahr drei, vier vorstelle… Oh Gott, wie alt muss ich da werden?“, fragt sich Christel wohlwissend, dass die Serie wohl nie komplett werden wird – zumindest nicht aus seiner Hand. Verdienen tut der Zahnarzt übrigens nichts an den Karten. Im Gegenteil. Für die Druckkosten kommt er selbst auf. Und der Verkaufserlös geht an den Verein zur Erhaltung der Geraer Höhler.
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2 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 01.10.2014 | 14:14  
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Hannelore Grünler aus Artern | 02.10.2014 | 11:05  
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