Wunderbare Welt der Steine

Mineralienexperte und Sammler Dr. Matthias Schreiter in seiner heimischen Miniwerkstatt.
 
Mineralienexperte und Sammler Dr. Matthias Schreiter in seiner heimischen Miniwerkstatt.
Dr. Matthias Schreiter sammelt Mineralien und gibt ihnen den letzten Schliff

Gera. Begeistert hält Dr. Matthias Schreiter ein Stück Schwerspat in der Hand. „Mein Lieblingsstück - ein Baryt aus dem Bergbaurevier Hartenstein. Den habe ich von einem Schulkameraden gegen eine Briefmarke eingetauscht“, erinnert er sich an den Beginn seiner Sammelleidenschaft zurück. Den ersten Funken dazu entfachte damals der sammelnde Schuldirektor bei dem Erstklässler. „In unserer Schule stand eine Vitrine mit Mineralien, ich war sofort Feuer und Flamme.“ Etwas später dann hatte der Zufall seine Hand im Spiel. Ein Kameramann aus Erfurt „stolperte“ über Matthias Schreiter, der gerade durch ein Fenster eines Abstellraumes Mineralien betrachtete, die dort in alten Obststiegen lagen. Selbst Sammler, erkannte er im Gespräch das Interesse des Jungen und lud ihn ein, seine Sammlung anzuschauen. Die war gigantisch und weckte dessen Ehrgeiz. Der Erfurter war es auch, der Matthias Schreiter mit in die Edelsteinschleiferei nach Waltershausen nahm, wo er zum ersten Mal sah, wie synthetische Edelsteine geschliffen wurden. Ein Moment, der ihn nicht mehr los ließ.
Einmal Feuer gefangen, sägte er schon bald sein erstes Stück gediegenes Eisen durch, schliff und polierte es… Seitdem ist es nicht nur das Sammeln, das ihn fasziniert, sondern auch das Bearbeiten der Minerale.
Zu DDR-Zeiten, als Student und später Wismutangehöriger, war das Mineraliensammeln ein mühseliges Unterfangen, manchmal nur heimlich und nicht immer auf legalem Wege möglich… Der erste selbstgebaute Schleifapparat funktionierte, aber es gab kaum Schleifmittel.
Inzwischen ist die Schreiter’sche Sammlung auf rund 1500 Exemplare gewachsen. Wer die perfekt in Szene gesetzten Mineralien in seinen Vitrinen sieht, kann einfach nur begeistert sein. Diese unglaubliche Vielfalt in Form, Farbe und Maserung von Flint, Jaspis, Calcit, Chalcedon, Turmalin oder Quarz ist einzigartig. Kein Mineral gleicht dem anderen, jedes ist ein von der Natur geschaffenes Kunstwerk. Als Findling oft unscheinbar, für den Laien kaum erkennbar, entfaltet er seine Schönheit erst nach aufsägen, schleifen und polieren. Darin ist Dr. Schreiter absoluter Perfektionist. Und Profi für komplizierte Facettenschliffe bei durchsichtigen Steinen, wie Frau sie gern als Schmuck trägt. Autodidaktisch angeeignet und ausgeführt in unglaublicher Präzision. Zum Bearbeiten seiner Minerale zieht er sich in seine „Miniwerkstatt“ im heimischen Flur zurück, die Kopfhörer auf und hört dabei MDR. „Da wird’s nicht langweilig.“
„Es gibt drei große Momente für mich als Sammler. Das Finden eines besonderen Minerales, die Spannung beim Aufsägen des Rohstückes und wenn der Stein fertig geschliffen und poliert in der Hand liegt“, erzählt er. Für diese Momente nimmt Matthias Schreiter dann gern auch mal Strapazen auf sich. Wie vor drei Jahren in Sizilien, wo er mit seinem Kumpel Wolfgang nach mikrokristallinen Quarzen suchte. Bei über 30 Grad in gleißender Sonne. „Es war Knochenarbeit, richtige Buckelei. Am Ende aber mit über 5 Zentnern Mineralgestein ein echter Erfolg, der die Mühsal schnell vergessen ließ“, erinnert er sich. Und plant mit Wolfgang im Mai erneut eine Suche. Diesmal soll’s nach Idar-Oberstein auf Jaspisjagd gehen.
Seit 38 Jahren ist Matthias Schreiter auch Vereinsmitglied der Geraer Mineralien- und Fossilienfreunde, beteiligt sich an Ausstellungen und gibt als Experte sein Wissen gern in Vorträgen weiter.

„Diese Wunderwerke der Natur beeindrucken mich immer wieder aufs Neue.“
Dr. Matthias Schreiter
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