Zeppelin über Gera. Gera zu Dix’ Zeiten. Stadtmuseum präsentiert Fotografien zwischen 1890 und 1910

Wann? 09.04.2012 bis 25.08.2012

Wo? Stadtmuseum, Museumsplatz 1, 07545 Gera DE
Ansicht von Gera mit Zeppelin-Luftschiff, Postkarte, gelaufen, 1909
 
Luftschiff LZ III über Gera am 2. September 1909, Postkarte 1909
Gera: Stadtmuseum | Wie hat „Gera zu Dix‘ Zeiten“ ausgesehen? Dieser Frage spürt seit Mittwoch die gleichnamige Studioausstellung im Stadtmuseum Gera nach.

Mit mehr als 60 historischen Fotografien lädt die Schau zu einem Bummel durch das Gera zwischen 1890 und 1910 ein. Die Exposition anlässlich des 120. Geburtstages von Otto Dix (1891-1969) versucht, die Stadt mit den Augen des jungen Dix zu sehen, bringt Ereignisse nahe, die in diesem Zeitraum stattfanden, führt durch bekannte und unbekannte Straßen.

„Die Ausstellung zeigt uns, wie Dix die Stadt Gera als Kind und als junger Mann erlebt und gesehen haben könnte“, sagte Geras Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm zur Eröffnung. “Damit beleuchtet sie einen Aspekt, der sicher großen Einfluss auf das weitere Leben und das Werk von Otto Dix gehabt hat. Deshalb ist diese Schau eine gute und gelungene Ergänzung zu den vielfältigen Aktivitäten in unserer Stadt im Rahmen des Dix-Jubiläums."

Der heutige Geraer Stadtteil Untermhaus bildet um 1900 eine noch selbständige, aber rasant wachsende Gemeinde. 1891, dem Geburtsjahr von Otto Dix, zählen Untermhaus und das Nachbardorf Cuba mehr als 4000 Einwohner, neun Jahre später sind es bereits 6300, im Jahr 1909 schließlich über 7000.

Untermhaus zeigt damit zwei gegensätzliche Gesichter: Der alte Dorfkern ist mit der Marienkirche, Fachwerkhäusern und dem „Gasthaus zum Mohren“ noch gut erkennbar. Zugleich entsteht auf der gegenüber liegenden Seite der Weißen Elster ein „Neu-Untermhaus“ mit zahlreichen Mietshäusern und Villen.

Wie in den anderen ehemals dörflichen Gemeinden um Gera ist der Zuwachs vor allem auf die zahlreichen Arbeiter zurückzuführen, die in den Geraer Industriebetrieben arbeiten.

Auch Dix stammt aus einer Proletarierfamilie. Sein Vater arbeitet in einer Eisengießerei, seine Mutter ist gelegentlich in der örtlichen Porzellanfabrik beschäftigt. Otto Dix besucht von 1897 bis 1906 die Volksschule in Untermhaus und beginnt anschließend eine Lehre als Dekorationsmaler in der Geraer Firma Carl Senff. Mit dem Abschluss der Lehre 1910 und der Aufnahme eines Studiums an der Kunstgewerbeschule in Dresden endet die Geraer Zeit des jungen Dix.

Otto Dix ist ein typisches Stadtkind. Straßenbahnen, Fabriken, Lokomotiven, elegante Passanten und Bettler gehören für ihn zum täglichen Erscheinungsbild. Wie jeder Junge seines Alters kennt er aber auch die Wälder um Untermhaus herum mit den dahinter beginnenden Feldern, Wiesen und Dörfern.

Der Hainberg mit den alten Mauern des Schlosses Osterstein, der gegenüberliegende Weinberg und die dazwischen liegende Fuchsklamm sind nur einen Steinwurf entfernt. Mit Sicherheit nimmt er regen Anteil an den Geschehnissen seiner Umgebung und im nahe gelegenen Gera.

Vielleicht ist er mit den Eltern schon 1894 bei der Einweihung des Tschirchdenkmals auf dem Neustadtplatz dabei. Er wird den Bau der Elisenbrücke über die Elster verfolgen, um die riesige Baustelle des Fürstlichen Theaters schleichen, sich auf den jährlichen Schützenfesten vergnügen oder den ersten Zeppelin über der Stadt beobachten. Kindliche Neugier treibt ihn möglicherweise zur Parade des Fürsten vor dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Johanniskirche oder zur Ankunft von Kaiserin Auguste Viktoria am Hauptbahnhof.

Die Ausstellung „Gera zu Dix‘ Zeiten“, die durch Unterstützung der Sparkasse Gera-Greiz möglich wurde, ist bis 26. Februar 2012 zu sehen. Das Stadtmuseum erwartet seine Besucher – wie alle Museen der Otto-Dix-Stadt – dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 11.00 bis 18.00 Uhr. Am 23., 24. und 31. Dezember bleiben die Häuser geschlossen.

PS:

Zu sehen ist auf den Fotos natürlich nur ein Teil der ausgestellten Bilder. Auch die Erläuterungen zu den Bildern sind in der Ausstellung weitaus umfangreicher.

PPS:

Einen Bericht über die Ausstellung „Mit Volldampf in die neue Zeit“, die bis 9. April 2012 zu sehen ist. finden Sie hier:

http://www.meinanzeiger.de/gera/kultur/mit-volldam...
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8 Kommentare
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Gunter Linke aus Saalfeld | 24.11.2011 | 12:35  
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Steffen Weiß aus Gera | 24.11.2011 | 13:52  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 24.11.2011 | 14:09  
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Steffen Weiß aus Gera | 10.12.2011 | 17:58  
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Steffen Weiß aus Gera | 27.02.2012 | 08:45  
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