Giftig oder essbar? Pilzsachverständiger Bodo Wagner rät zur Vorsicht

Anhand nur eines Fotos kann dies auch der Pilzsachverständige nicht bestimmen.
Da kann das Foto noch so gut sein. Es reicht nicht, dem Pilzberater nur ein Foto zukommen zu lassen. Pilzberater Bodo Wagner würde beim nebenstehenden Beispiel die Manschette unter die Lupe nehmen. Wäre sie gerieft, würde es sich um einen essbaren Perlpilz handeln. Wäre sie nicht gerieft, käme der giftige Grüne Knollenblätterpilz in Frage.

Auch die Stilbasis – eines der wichtigsten Erkennungsmerkmale in diesem Fall - ist auf dem Foto nicht erkennbar, da sie noch in der Erde steckt. „Pilze, die man eindeutig kennt, sollten abgeschnitten werden. Bei unbekannten Pilzen ist es notwendig, sie vorsichtig heraus zu drehen“, so Wagner. Wenn das bei diesem Beispiel gemacht worden wäre, hätte der Pilzfachmann erkennen können, ob der Stiel eine sackartige Hauttasche (Volva) hat. Dann könnte es wieder der Grüne Knollenblätterpilz sein. Es gibt auch noch weitere Erkennungsmerkmale, die nicht anhand eines Fotos bestimmbar sind.

Hieße das im Umkehrschluss, dass der Laie mit dem gefundenen Pilz in der Hand und einem Pilzbestimmungsbuch den Pilz auch nicht 100-prozentig bestimmen könnte? „In einem Buch sind die Pilze mit etwa zehn verschiedenen Merkmalen beschrieben. Dazu zählt unter anderem die Hutform, die Anwachsstelle des Stiels, der Form des Ringes, Stilbasis, Lamellenschneiden, Stilformen, Lamellenansatz, Sporenfarbe, Farbe des Fleisches, Geruch und Hutfarbe. Solle auch nur eins der Merkmale (außer Farbe und Größe, die variieren können) nicht mit der Beschreibung im Buch übereinstimmen, sollte unbedingt ein Pilzexperte zu Rate gezogen werden“, so Wagner.

Laien empfiehlt er, vor allem Lamellenpilze und Röhrenpilze mit rotem Futter besser stehen zu lassen. Pilzsammler finden nach seiner Auskunft dank der feuchtwarmen Witterung derzeit beste Bedingungen vor. Frühmorgens, wenn es im Wald noch feucht ist, sind die Chancen natürlich am besten. Bei Temperaturen unter zwölf und über 26 Grad lohne es sich hingegen nicht.

Wer mehr zum Thema Pilze erfahren und lernen möchte, sollte sich bei seiner örtlichen Volkshochschule nach einem Kurs erkundigen. Bodo Wagner gibt ebenfalls Pilzkurse, die jeweils 15 Schulstunden umfassen. Praktisch sind natürlich auch Pilzexkursionen. Die nächste in Gera findet am Samstag, dem 9. August, 9 Uhr, Treffpunkt Vollersdorfer Straße, Ecke Straße des Friedens, statt. Anmeldung über die VHS Gera, Telefon 0365/55254314. Es wird ein Unkostenbeitrag erhoben.

Hinweis:

Bodo Wagner ist Pilzsachverständiger für Gera und Umgebung. Terminvereinbarungen sind unter Telefon 0176/21524524 möglich. Weitere Pilzsachverständige sind auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Mykologie e.V. zu finden.
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6 Kommentare
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 06.08.2014 | 21:07  
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Hannelore Grünler aus Artern | 07.08.2014 | 04:05  
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 08.08.2014 | 17:33  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 08.08.2014 | 17:49  
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 08.08.2014 | 20:12  
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Renate Jung aus Erfurt | 09.08.2014 | 10:15  
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