Liebesspiel in Blau - verpasst…

Ein kleiner, hübscher Grasfrosch zeigte sich im Erlenbruch des Birkhäuser Teiches. Die gesuchten Moorfrösche blieben leider im Verborgenen.
Paradiesische Zeiten für Amphibien und Vögel an Birkhäuser Teich und Frießnitzer See
Birkhausen. Nach einer guten Stunde fast regungslosem Verharren am moorigen Erlenbruch des Birkhäuser Teiches, die Kamera „schussbereit“ im Anschlag, gab sich lediglich ein kleiner Grasfrosch als Fotomodell her. Die avisierten Moorfrösche, wegen denen ich eigentlich auf der Lauer lag, ließen mich hängen. Waren nicht vor die Linse zu bekommen. Nur ihr quaken verriet ihre Anwesenheit. Oder lachten sie mich vielleicht aus? Getreu dem Sprichwort: wer zu spät kommt…
Weil sich der Frühling um fast vier Wochen verspätete, sputeten sich die Moorfrösche bei der Paarung so sehr, dass ich dieses Schauspiel wohl um zwei, drei Tage verpasste. Schade! Um den Weibchen zu imponieren und ihren Fortpflanzungstrieb zu signalisieren, färben sich die Männchen in dieser kurzen Zeit nämlich blau – was wäre das für ein Schnappschuss geworden!
Christoph Kummer vom Naturschutzbund (NABU) Gera-Greiz war selber überrascht, wie schnell Frösche, Molche und Kröten in den ersten warmen Tagen den Teich wieder besiedelten. Auch er bekam lediglich ein unvollständig verfärbtes Moorfrosch-Männchen zu Gesicht, hörte aber ihre zahlreichen Rufe. Manchmal muss eben alles schneller gehen…

Doch Hauptsache, die Amphibien haben sich nach der Kur ihres Teiches wieder einquartiert und fühlen sich hier gemeinsam mit Stockenten, Blässhühnern und anderen Wasservögeln heimisch. Selbst ein Silberreiher ist schon Gast. Sie alle finden hier optimale Laich- und Brutbedingungen. Erst im vergangenen Spätsommer wurde ihr Lebensraum erneuert. Der Teich entschlämmt und ein neuer Zufluss angelegt, um eine konstante Wasserführung zu gewährleisten. Der alte war über die Jahre stark verlandet. Paradiesische Zeiten also.
Der Teich gehört zum zirka 355 Hektar großen Naturschutzgebiet, das von Birkhausen über den Sandberg und die Struthniederung bis zum Frießnitzer See reicht.
Letzterer ist eines der wertvollsten Gewässer Ostthüringens und Vogelschutzgebiet. Über 80 verschiede Brutvogelarten werden hier neben anderen selten Tieren und Pflanzen beobachtet. Im Jahr 2012 begann die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Eigentümerin von 22 Hektar des Gebietes, gemeinsam mit dem NABU Gera-Greiz ein umfangreiches Revitalisierungsprojekt. Um das ökologische Gleichgewicht des Gewässers wieder herzustellen, wird der acht Hektar große See entschlämmt, der Bachlauf des Struthbachs wurde bereits neu modelliert, demnächst sollen Wasserbüffel die angrenzenden Feuchtwiesen beweiden. Für Wander- und Vogelfreunde entsteht bis zum Sommer der Brehm-Rundwanderweg mit Infotafeln. Dann wird auch der neue, hölzerne Beobachtungsturm seiner Bestimmung übergeben und eine grandiose Aussicht auf das Kleinod sowie manch ungeahnten Einblick in das Leben der heimischen Vogelwelt gewähren.
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