Sonntag ist Monkey Day - Sex auch außerhalb der Brunft

Neugierig schaut Tamina in der Jackentasche von Conny Guhr nach, ob sich darin womöglich noch eine Nuss versteckt. Diesen Sonntag ist „Monkey Day“. Der Ehrentag für Affen ist eine gute Gelegenheit, den Berberaffen im Geraer Tierpark einen Besuch abzustatten.
  Gera: Tierpark |

Am Sonntag, dem 14. Dezember, ist „Monkey Day“ – zu gut deutsch Affentag. Der Tag wurde im Jahr 2000 in den USA ins Leben gerufen. Inzwischen wird er weltweit in verschiedenen Ländern gefeiert. Der Allgemeine Anzeiger nimmt den Tag zum Anlass, den Geraer Primaten zu huldigen. Vielleicht machen auch Sie am Sonntag einen Abstecher in den Tierpark Gera, schließlich zählt der Affenwald zu den Attraktionen.

Nelly ist die Freche. Sie bricht auch schon mal aus. „Aber sie bleibt immer in der Nähe. Klaut den Schweinen ihr Futter oder räumt den Papierkorb aus“, so Conny Guhr. Strolch ist der Chef. „Er hat die höchste Position in der Gruppe. Das sieht man an seiner stolzen Brust und wie er sein Futter verteidigt. Tamina hingegen ist das ganze Gegenteil. „Sie ist zurückhaltend, guckt eher in den Jackentaschen der Pfleger nach, ob da noch Futter versteckt ist“, erklärt die Tierpflegerin.

Neben den Löwen, den Kängurus und seit diesem Jahr den Poitou-Eseln sind die Berberaffen die Hauptattraktion im Tierpark Gera. Inmitten des Affenwaldes eine Fütterung mitzuerleben, ist bei den Besuchern beliebt. Täglich 15 Uhr besteht dazu die Möglichkeit. Auch wenn die Berberaffen noch so putzig wirken, ein paar Verhaltensregeln müssen sein: „Nur nicht in die Augen starren. Das empfinden sie als Drohung. Auch wenn sie ihr Maul aufreißen und dabei die Zähne zu sehen sind, heißt das nicht, dass sie müde sind und gähnen. Das sind Drohgebärden. Und ganz wichtig: Keine Tüten, Taschen und Essen mit hinein nehmen“, erklärt Steffen Horn, der stellvertretende Tierparkleiter.

Natürlich sind die Fütterungen auch eine gute Gelegenheit, mit den Tierpflegern ins Gespräch zu kommen. So ist zu erfahren, dass den Berberaffen die hiesige Kälte nichts ausmacht. Sie sind die einzige in Europa - an der Straße von Gibraltar - vorkommende Affenart. „Und bei strengem Frost sitzen sie im Kreis zusammen, die Jüngsten mittendrin, um sich gegenseitig zu wärmen“, erklärt Horn. Und wussten Sie, dass die Berberaffen Allesfresser sind? Tierisches Futter bekommen sie in Gera aber nicht so viel. Derzeit stehen vor allem Obst und Gemüse auf dem Speiseplan und zum Frühstück Zwieback, Knäckebrot, Nüsse und Sonnenblumenkerne. „Das variiert natürlich je nach Jahreszeit“, so Horn, der sich freut, dass das Futter nicht gekauft werden muss. Es wird von einem Trebnitzer Großmarkt gesponsert.

Die Affenzucht hat im Tierpark eine lange Tradition. Die ersten Berberaffen – zwei Weibchen und ein Männchen – kamen 1992 nach Gera. „Wenn alles gut läuft, gibt es jährlich Jungtiere“, so Horn. Berberaffen sind bereits mit drei, vier Jahren geschlechtsreif. „Es gibt zwar eine reguläre Brunftzeit im Spätherbst, aber Berberaffen haben auch außerhalb dieser Zeit Sex“, weiß er zu berichten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Population in Gera in kurzer Zeit bis auf 16 Tiere angewachsen ist. „Das waren allerdings zu viel für unser Gehege. Der Wald hat darunter gelitten“. So wurde die Gruppe im Laufe der Jahre auf derzeit drei Weibchen und drei Männchen reduziert.

Im Wesentlichen sind zwei Pfleger für die Berberaffen zuständig. Petra Geppert arbeitet bereits seit 1979 im Tierpark und war von Anfang für die Affen zuständig. Sie kennt die Tiere wie die sprichwörtliche Westentasche. Ihr zur Seite steht Conny Guhr. Zudem werden im Affenwald – der übrigens 1997 zum Tierpark- und Dahlienfest eingeweiht wurde - zusätzliche Arbeitskräfte eingesetzt, um den Besuchern die notwendigen Verhaltensregeln zu erläutern. „Es ist schon passiert, dass ihnen von den Affen Taschen und Tüten weggenommen wurden“, so Horn.

Übrigens gibt es im Geraer Tierpark noch weitere Affenarten. Die sind allerdings alles andere als winterhart. Die beiden Grünen Meerkatzen sind bereits schon etwas älter (das Weibchen wurde 1993 geboren, das Männchen 1996), bekommen sozusagen hier ihr Gnadenbrot. Ebenfalls in einem so genannten Warmhaus untergebracht, gibt es noch ein Pärchen Zwergseidenäffchen zu bestaunen. Das Weibchen war leider bei der Geburt des Nachwuchses im vergangenen Februar verstorben. Da Zwergseidenäffen nur als Paar gehalten werden können, wurde kurz darauf ein neues Weibchen aus Bochum geordert. „Beide waren sich schnell einig“, freut sich Horn. Aber auch das neue Paar scheint nicht vom Glück verfolgt zu sein. Im Oktober gab es leider eine Totgeburt.

Sein Besucherziel – 100.000 pro Jahr – hat der Tierpark dieses Jahr schon längst erfüllt. Bislang wurden über 120.000 Besucher gezählt. „Und das trotz der Erhöhung des Eintrittspreises“, freut sich Steffen Horn. Die Besucherzahlen im Tierpark sind stark wetterabhängig. „Wir hatten dieses Jahr Zoowetter“.

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Hannelore Grünler aus Artern | 10.12.2014 | 20:27  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 10.12.2014 | 22:00  
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Renate Jung aus Erfurt | 11.12.2014 | 00:28  
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