„Waldverbesserer“ am Werk: Greizer Schüler pflanzen Bergulmen im Waldstück „Kießlingswiesen“

Der neunte? Der zehnte? Christina Grabowsky aus der 5a hat vor lauter Eifer das Zählen vergessen, wie viele Bäume sie schon gepflanzt hat. Sie ist begeistert von der Aktion.
Teichwolframsdorf: Waldstück „Kießlingswiesen“ | „Und runstrum schön festtreten“, meint der Mann vom Forst. Er muss es wissen, schließlich ist er der Fachmann. Die „Waldverbesserer“ sind am Werk. Genauer gesagt sind das 36 Fünftklässler der Greizer Lessing-Schule, die ihren Projekttag in den Wald verlegt haben. Ganze 450 Bäume sind zu pflanzen. Dank der Vorbereitung der Forstwirtschaftsmeister gemeinsam mit ihren Lehrlingen sind die Regelschüler bereits nach einer reichlichen Stunde fertig.

Eigentliches Thema des Projektes ist das Wasser. Aber was hat Wasser mit dem Wald zu tun? Nur wenige Kilometer vom Pflanzstandort entfernt betreibt der Zweckverband Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung Weiße Elster Greiz (TAWEG) die Wasserwerke Neudeck und Krümmetal. Aus einer Tiefe von 60 Metern wird Grundwasser gefördert, das zu Trinkwasser aufbereitet unter anderem die Reudnitzer und Mohlsdorfer versorgt. „Wald ist der beste Wasserfilter. Da kommt kein mechanischer Filter mit“, erklärt Oberforstrat Michael Herrmann den Kindern. Somit leisten die „Waldverbesserer“ an diesem Tag ihren Beitrag für den Wasserkreislauf.

Der Projekttag wurde von der TAWEG - die auch ansonsten viel mit der Lessing-Schule zusammen arbeitet – gemeinsam mit dem Thüringer Forstamt Weida initiiert. Gepflanzt haben die Schüler Bergulmen. Der Baum sei in hiesigen Breiten mittlerweile eher selten zu finden, erklärt Revierförster Uwe Ruder. Grund hierfür sei vor allem das durch einen Pilzbefall hervorgerufene Ulmensterben. Die Aufforstung mit Ulmen auf einer Fläche von 0,25 Hektar trägt somit zur Artenvielfalt am Rand des Werdauer Waldes bei. Wie von der TAWEG-Geschäftsleiterin Ines Watzek zu erfahren war, ist auch eine Erweiterung der beiden Wasserwerke in den kommenden zwei Jahren geplant. So müsse dann noch weniger Fernwasser in das örtliche Netz eingespeist werden.

Eingebettet ist der Projekttag in die Gemeinschaftsaktion Wasser, an der sich zehn sächsische und thüringische Wasserver- und Abwasserentsorger beteiligen. Zusammen mit der Stiftung Wald für Sachsen e.V. organisiert die Gemeinschaftsaktion Wasser das Projekt "Waldverbesserer" und sorgt einmal mehr mit einer ungewöhnlichen Aktion für Wissenszuwachs rund um das kostbare Nass und seine aufwendige Aufbereitung zu Trinkwasser.
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Renate Jung aus Erfurt | 30.04.2012 | 23:38  
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Hannelore Grünler aus Artern | 30.04.2012 | 23:39  
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