Arnheim reicht die Hand. Geraer Schüler von den Gedenkfeiern für die Opfer der Schlacht um Arnheim ergriffen

Birgit Muncke (von links) vom Netzwerk Gera-Arnheim und Bürgermeister Kurt Dannenberg haben am Airborne Plein unweit der John-Frost-Brücke einen Kranz niedergelegt und gedenken gemeinsam mit den Schülerinnen Paula Kerndt und Anna Hempel den Opfern der Schlacht um Arnheim vor 70 Jahren.
 
Emotional berührend ist in Arnheim nicht nur die Teilnahme der Kriegsveteranen an den Gedenkfeiern, sondern vor allem, mit welcher Hingabe die einheimische Bevölkerung die Zeitzeugen begrüßt und feiert.
Dass Deutsche an den Gedenkfeiern anlässlich der Schlacht um Arnheim teilnehmen dürfen, ist nicht selbstverständlich. Noch heute gibt es zahlreiche holländische Orte, die dies nicht dulden. Geras Partnerstadt Arnheim hat erstmals 2009 die Hand versöhnlich ausgestreckt. Und die Geraer wissen diese Begegnung als Ehrerweisung mit dem nötigen Respekt zu nutzen.

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums von Marked Garden - der größten Luftlandungsoperation der Militätgeschichte - fielen die Gedenkfeiern dieses Jahr noch größer aus. Die Multimediashow am Originalschauplatz John-Frost-Brücke nach der Kranzniederlegung am Airborne Plein verfolgten 20.000 Gäste. 60.000 waren es einen Tag später bei den Fallschirmspringern auf Ginkel Heath.
Von ergreifenden Momenten und Gänsehaut spricht Anna Hempel (17 Jahre), Schülerin der zwölften Klasse der IGS Gera. Sie war mit Mitschülerin Paula Kerndt dabei, als Geras Bürgermeister Kurt Dannenberg mit Birgit Muncke vom Netzwerk Gera-Arnheim einen Kranz am Airborne Plein für die gefallenen Soldaten niederlegten. In Ginkel Heath und auf dem Soldatenfriedhof in Oosterbeek legten sie den Kranz sogar selbst nieder.

Fünf Tage waren die beiden jungen Damen gemeinsam mit Niklas Rinke und Kevin Fuchs und ihrer Englischlehrerin Susan Bonk als Teilnehmer der „Internationalen Airborne Jugendkonferenz“ vor Ort. "Ich war besonders beeindruckt davon, zu sehen, wie sich unsere Schüler innerhalb kürzester Zeit verändert haben. Zunächst waren alle vier recht zurückhaltend und haben sich nur wenig zugetraut, doch schon am zweiten Tag begannen sie nicht nur auf Englisch mit den anderen Jugendlichen zu sprechen, sondern sie beteiligten sich auch aktiv an den verschiedenen Arbeitsgruppen und bei der "Model United Nations" Konferenz. Sie überwanden problemlos Sprachbarrieren oder gingen bei Problemen mutig auf andere zu.", freut sich Susan Bonk.

Gemeinsam mit Paula Kerndt repräsentierte Anna Hempel in der Konferenz Finnland. „Themen, die während dieser Konferenz bei uns besprochen wurden, waren zum einen das Münchener Abkommen und der Angriff von Deutschland auf Polen 1939“, erklärt Anna Hempel. „Die Woche hat bei mir tiefe Eindrücke hinterlassen. Was ich hier an Wissen gewonnen habe, kann mir keiner mehr nehmen, ich habe Geschichte hautnah erlebt“, fasst sie zusammen. Paula Kerndt sagt es mit den Worten: „Es war ein besonderes Erlebnis und ich bin froh diese Chance bekommen zu haben. Es war sehr emotional und ergreifend vor so vielen Menschen einen Kranz nieder zu legen und danach auch mit Kriegsveteranen reden zu können. Im Gespräch mit anderen habe ich dann erfahren, dass viele Menschen darüber geredet haben, dass sie es gut finden, dass wir als Deutsche daran teilnehmen und auch Kränze niederlegen.“.

PS: Die zu sehenden Fotos entstanden im Rathaus Arnheim, bei der anschließenden Gedenkfeier am Airborne Plein, dem Marsch der Veteranen und Ehrengäste an den Rhein und der Mulimediashow an der John-Frost-Brücke.

Hier noch der Film von Heinz Roeske vom Offenen Kanal Gera:

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Michael Kleim aus Gera | 24.09.2014 | 21:47  
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Michael Kleim aus Gera | 24.09.2014 | 21:47  
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Hannelore Grünler aus Artern | 03.10.2014 | 04:59  
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