Bürgersprechstunde zur Erstaufnahmestelle in Gera-Liebschwitz – Landesverwaltungsamt stellt aktuellen Planungsstand vor– Diskussion über aktuelle Fragen

Präsidenten des Thüringer Landesverwaltungsamtes Frank Roßner gibt aktuelle Informationen zum Stand der Erstaufnahmeunterkunft in Gera-Liebschwitz
 
Christian Hollandmoritz vom Ortsteilrat moderiert die Diskussion
Gera: Keller 25 | Zur letzten Bürgersprechstunde in Gera-Liebschwitz hatte der Ortsteilrat neben Teilnehmern vom Runden Tisch für Toleranz und Menschlichkeit, Abgeordnete des Geraer Stadtrates und Mitgliedern vom neu gegründeten Verein "Akzeptanz!" den Präsidenten des Thüringer Landesverwaltungsamtes Frank Roßner eingeladen.
Im Keller25 waren etwa 30 Liebschwitzer und Gäste zusammengekommen.
Da Ortsteilbürgermeister Michael Schleicher im Urlaub ist, wurde die Veranstaltung von den Ortsteilratsmitgliedern Karl-Heinz Winnerlich und Christian Hollandmoritz moderiert.
Zu Beginn der Diskussion wollten Liebschwitzer Bürger, die Quelle eines Schreibens und Aufrufes über die Internetseite http://www.gera-nazifrei.com/ erfahren. Darin heißt es. "..so ziemlich alles, was man aus vergangenen Debatten von Rassisten, Nazis, AfD, Pegida usw. kennt, musste man am Freitag den 6.3.2015 in Liebschwitz auf dem Sportplatz ertragen."
In einer turbulenten Diskussion erklärte Pfarrer Michael Kleim, dass dieses Schreiben nicht vom Sprecherrat des Runden Tisches stammt und er wiederholte die Aussagen, die er bei der aktuellen Stunde vor dem Geraer Stadtrat verlesen hat. Im Laufe der Diskussion wurde wohlwollend registriert, dass Minister Lauinger und Marwan Abou Taam während der Podiumsdiskussion am 19.5.2015 im Geraer Rathaussaal die Liebschwitzer Bürger nicht in die rechte Ecke schieben. Leider, so die Bürger im Gespräch, ist mit obengenannten Aussagen in der Öffentlichkeit viel Porzellan zerschlagen worden.
Mit großem Interesse verfolgten die Anwesenden die Ausführungen vom Präsidenten des Thüringer Landesverwaltungsamtes Frank Roßner. Im Moment werden von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) die Pläne des derzeitigen Besitzers der Immobilie in Gera-Liebschwitz geprüft, um das Schulgebäude und den Verwaltungstrakt unter Einhaltung aller Thüringer Gesetze für eine Erstaufnahmestelle nutzbar zu machen. Hierbei solle, so Roßner, die Bemessungsgrenzen für Aufenthaltsräume großzügiger gestaltet werden, so dass derzeit, bei maximaler Vollbelegung, von höchstens 180 Flüchtlingen und Asylbewerbern ausgegangen werden könne. Wenn die Planungen und Realisierungen fristgemäß umsetzbar sind, erklärt Roßner, könne Ende September die Einrichtung genutzt werden, da auch die Landeserstaufnahmestelle in Eisenberg dringend schrittweise saniert werden muss.
Die Bürger betonten erneut, dass sie zu der demokratisch herbeigeführten Entscheidung, 150 Flüchtlinge in Liebschwitz aufzunehmen, weiterhin stehen und baten Herrn Roßner diese Information nach Erfurt mitzunehmen, um eine endgültige Aussage, zu der von ihm genannten Vorgehensweise auch von der Landesregierung zu erhalten.
Trotz der teilweise kontroversen Diskussion mit reichlichen Emotionen zwischen Liebschwitzern und ihren Gästen wurde klar, dass allein eine sachliche Ebene bei allen Meinungsverschiedenheiten weiterhilft. Die Tür für Gespräche ist geöffnet worden, so Frank Schmitt von der Liebschwitzer Bürgerinitiative, die Probleme müssen gemeinsam gelöst werden, auch wenn Misstrauen und Missverständnisse groß sind. Mitglieder vom Verein "Akzeptanz!", sowie die Vertreter des Runden Tisches für Toleranz und Menschlichkeit in Gera boten ihre Unterstützung an, voneinander und miteinander zu lernen und auch bei weiteren Bürgergesprächen dabei zu sein. Frank Schmitt brachte zum Schluss einige Vorschläge vor, die auch von den Vertretern der Stadtverwaltung begrüßt wurden. Darin heißt es, dass unabhängige Bauunternehmer, Architekten und Brandschutzsachverständige das Konzept des Eigentümers der Immobilie begutachten sollten, das Hausverbot vom Besitzer Haubold gegenüber Ortsteilbürgermeister Michael Schleicher aufgehoben werden müsse und eine persönliche Entschuldigung von Herrn Weber, wegen seiner Äußerungen vor dem Stadtrat noch ausstehe.
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