der Runde Tisch der Stadt Gera positioniert sich zum geplanten Erstaufnahmestelle in Liebschwitz

Gera: Rathaus | Runder Tisch
für Toleranz und Menschlichkeit, gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit
in der Stadt Gera



Menschlichkeit für Flüchtlinge, Sachlichkeit in der Diskussion

der Runde Tisch der Stadt Gera positioniert sich zum geplanten Erstaufnahmestelle in Liebschwitz


Der Runde Tisch für Toleranz und Menschlichkeit, gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit in der Stadt Gera hat auf seiner Sitzung am 12. März 2015 sich mit der geplanten Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Liebschwitz auseinandergesetzt. Der Umgang der Stadt Gera mit Migranten beschäftigt den Runden Tisch, der ein offizielles Gremium des Stadtrates ist, bereits seit seiner letzten Sitzung.

Die Stadt Gera hat sich in ihrem Stadtprogramm verpflichtet, Toleranz und Menschlichkeit umzusetzen und aktiv gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit zu wirken. Von diesem Auftrag her positioniert sich der Runde Tisch auch zu der geplanten Einrichtung einer Erstaufnahme in Liebschwitz.

Wir nehmen den Anspruch ernst, eine bunte, tolerante und weltoffene Stadt zu sein. Deshalb sehen wir Gera auch in der Pflicht, Verantwortung für einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen zu übernehmen. Eine solche Verantwortung kann nicht einem einzelnen Stadtteil übertragen werden, sondern ist ein Auftrag für die ganze Stadt. Darin sind Stadtrat und Behörden, Zivilgesellschaft und Einwohner gleichermaßen eingebunden. Unsere Solidarität mit Menschen in Not kann und darf nicht nur Einzelinteressen oder politische Profilierungen in Frage gestellt werden.

Wir erleben derzeit die größte globale Flüchtlingsbewegung seit dem 2. Weltkrieg. Diese Situation stellt Staaten und Gesellschaften weltweit vor großen Herausforderungen. Uns ist klar, dass die Aufnahme von Flüchtlingen – ob in Liebschwitz oder an anderen Orten – auch Konflikte mit sich bringt. Unbequeme Nachfragen und kritische Einwände gehören zum Selbstverständnis einer Demokratie. Die Suche nach dem Weg, wie ein humaner Umgang mit Flüchtlingen konkret gestaltet werden kann, gelingt aber nur im Rahmen eines von Respekt und Dialogbereitschaft geprägten gemeinsamen Gesprächs. Klar weisen wir alle Versuche deutlich zurück, dieses Thema politisch zu missbrauchen und mit rassistischen Einstellungen, Sozialneid und Vorurteilen die Stimmung anzuheizen.
Gewalt in Sprache und Internet führt zu Aggressivität auf der Straße. Hasspropaganda werden wir auch bei diesem Thema grundsätzlich nicht dulden und gegebenenfalls mit rechtlichen Mitteln dagegen vorgehen.

Wir laden alle Bürger von Gera und Umgebung, insbesondere auch die Einwohner im Stadtteil Liebschwitz dazu ein, konstruktiv und besonnen an humanen Lösungen mitzuwirken. An uns ist es, eine attraktive Willkommenskultur zu gestalten, die sowohl Flüchtlingen als auch bisherige Einwohner gut tut.

Im Auftrag des Runden Tisches
Der Sprecherrat
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