Die Lügen der selbsternannten „Dissidenten“

Die Lügen der selbsternannten „Dissidenten“
- Wie Kriminelle zu „Gesinnungsgefangene“ umfunktioniert werden-

Die Neo-Nationalsozialisten behaupten lautstark, gegen "den Kommunismus" zu sein und beklagen dessen Opfer. Wenn es aber konkret wird, sind ihnen Opfer politischer Diktaturen völlig egal.
Auf den rechtsextremen Altermedia-Seiten ist ein Bericht zu dem Film über Ai Weiwei zu lesen. Da wird u.a. behauptet, dass es im Film "vor allem darum geht, sich in innere Angelegenheiten der souveränen Volksrepublik China einzumischen und gegen deren Menschenrechts-Politik zu hetzen."
Im Gegenzug wird Horst Mahler zu einem "Dissidenten" und "Gesinnungsgefangen" hochstilisiert. Der Unterschied zwischen beiden Männern ist augenfällig:

Ai Weiwei setzt sich für künstlerische Freiheit, demokratische Reformen und Achtung der Menschenrechte ein.
Horst Mahler dagegen ist bekennender Antisemit, will das Grundrecht auf Meinungsfreiheit abschaffen und den Weg zu einer neuen Diktatur ebnen.

In diesen Zusammenhang steht auch ein Aufruf der NPD und militanten Kameraden zu einem Aufmarsch am 17. Juni in Gera, in dem u.a. steht:
„Am 17.06.1953 erhoben sich hunderttausende Männer und Frauen in der DDR um für die Freiheit Deutschlands zu kämpfen. Anlass waren die ständigen Erhöhungen der Arbeitsnormen, die schlechte Versorgungslage und die andauernde Verfolgung/Verschleppung Andersdenker bzw. vermeintlicher Regimegegner. Auch heute gibt es ähnliche Entwicklungen, die Ziehsöhne der ehemaligen Machthaber sitzen noch heute an den Schalthebeln der Macht und unterdrücken mit Hilfe der konservativen Feiglinge politische Dissidenten.„

Hier werden die politischen Verhältnisse in unserer Demokratie mit denen in der DDR gleichgesetzt – und die einzig wirkliche Opposition sei das rechtsextreme Lager.
Als Aktivist der DDR-Menschenrechtsbewegung halte ich es für unerträglich, dass sich Personen und Gruppen, die sich auf politische Ideen beziehen, in denen Menschenrechte, Demokratie und Freiheit klar abgelehnt werden, nun als "Dissidenten" und "Kämpfer der Meinungsfreiheit" in der Nachfolge des Widerstandes gegen die DDR/Diktatur aufspielen.

Die Opposition in der DDR war sehr vielschichtig und bunt. Oft war man sich untereinander nicht einig.
Doch darin stimmte man überein: der Kampf galt den Freiheits- und Menschenrechten, einer demokratische Gesellschaft. Eine neue Diktatur, Menschenverachtung im neuen Gewand – welcher Art auch immer – war per se im Widerspruch zu den Zielen wirklicher Dissidenten.
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Hannelore Grünler aus Artern | 14.06.2012 | 02:08  
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