Dr. Viola Hahn erhält Ehrenmedaille der Bundeswehr - Europäischer Kulturdialog mit Nato-Botschafter Martin Erdmann in Gera

Die Soldaten der Pionierkaserne Gera, angeführt vom Wehrbereichmusikkorps III Erfurt, marschieren...
 
...zum Appell auf.
Gera: zum hain 1 | Von Regina Pfeiler (Fotos: Steffen Weiß)

GERA. Ein grauer Nachmittag ist dieser Nachmittag des 16. Mai. Über dem Appellplatz der Pionierkaserne am Hain weht ein scharfer Wind, der den Aufmarsch des Bataillons Nr. 701 mit dem Musikkorps an der Spitze zwar festlich, doch auch ein bisschen frostig erscheinen lässt.

Die ersten geladenen Gäste, darunter die Geraer Finanzamtsleiterin Dr. Viola Hahn, sowie die anwesenden Soldaten wurden mit freundlichen und aufmunternden Worten von Kommandeur Kurt Dannenberg begrüßt.

Afghanistan macht auch nicht vor Gera halt. Auch aus unserer Pionierkaserne waren Männer dort im Einsatz. Vier von ihnen wurden mit der Einsatzmedaille ausgezeichnet. Eine Beförderung zum Stabsfeldwebel wurde vor dem Bataillonsappell vollzogen.

Doch dann wurde überraschend für sie selbst, Dr. Viola Hahn, die Ehrenmedaille des Bundesverteidigungsministeriums verliehen, denn sie hat sich für die Erhaltung des militärischen Standortes Gera eingesetzt und den Europäischen Kulturdialog hier initiiert. Dies wurde durch den Brigadegeneral Gerd Kropf in besonderer Weise hervorgehoben. Die Europahymne beendete den Appell und stimmte auf den nachfolgenden Europäischen Kulturdialog im Kinosaal ein.

Vor dem Haus wartete schon die Geraer und Landespolitische Prominenz. Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm (SPD) bezeichnete in seiner Eröffnungsrede unsere Stadt liebevoll als Dix-Stadt und Sport-Stadt. Auch Landtagspräsidentin Birgit Diezel (CDU) war gekommen und brachte mit ihrer pink-roten Jacke Farbe in den Saal, die einen satten Kontrast zum Grau der Uniformen bildete. Dies erinnerte an die gute alte Viola Krumfleck, die einst charismatisch die Sozialdezernentenstelle einnahm und mit dem Herz auf dem rechten Fleck und kreativen Ideen für ein soziales Gera kämpfte.

Doch was war das Credo des Kulturdialoges, bei dem Menschen aus Politik und Wirtschaft das Wort ergriffen? Der Stargast Martin Erdmann, NATO-Botschafter für Deutschland, brachte den Fokus auf das Krisenmanagement, das vor dem Ausbruch des Konflikts wirksam werden soll. Wohingegen der Thüringer Innenminister Jörg Geibert die enorme Bedeutung der Bundeswehr für Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe hervorhob.

Wichtigstes Thema ist und bleibt jedoch die Erhaltung des Standortes auf Geras idyllischem Hain. Hat dieser doch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Infrastruktur in unserer Stadt und nicht zuletzt den Wohnungsmarkt und Warenmarkt. Wo Leute Geld haben, wird auch verzehrt und gewohnt.

Und bei der Veranstaltung "Bundeswehr trifft Klassik" am 25. Mai im Theater Gera wird das Bataillon einen direkten Beitrag zur Kultur in unserer Stadt leisten. Allemal ist dies ein guter Beitrag für mehr Verständnis und kulturellen Dialog.



Weitere Informationen zum Europäischen Kulturdialog Gera, Teil 5, von Holger Lisse

Ein kleines blaues Heftchen hielt Martin Erdmann , Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der NATO, während seines Vortrages beim 5. Europäischen Kulturdialog am 16.05.2011 in Gera in seiner Hand. Auf wenigen Seiten zusammengefasst beinhaltet es das Strategische Konzept der NATO, das vor sechs Monaten in Lissabon beschlossen wurde. „Die NATO, einst als militärisches Bündnis gegen den Warschauer Pakt gegründet, wandelt sich zum global agierenden Sicherheitsbündnis“, so Erdmann. Und die Bündnisstaaten werden heute mit vielfältigen Bedrohungslagen konfrontiert. Von der instabilen Lage in Nordafrika – insbesondere Libyen- , über Al-Kaida-Terrorismus und Piratenangriffe vor Somalia bis hin zu täglich hundertfachen Hacker- und Cyberattacken auf staatliche und Unternehmensnetzwerke reichen die Szenarien. Auch wenn die NATO den Vereinten Nationen ihre Rolle nicht streitig machen werde, so verstehe man sich nicht nur als militärische, sondern insbesondere auch als politische Kraft.

Evert Dudok, Vorsitzender der Geschäftsführung der Astrium GmbH, führte die Zuhörer mit seinem Vortrag in den Weltraum. Die Astrium GmbH, die zum EADS-Konzern gehört, hatte 2010 die Jena-Optronik gekauft, die wiederum Sensortechnik für die Raumfahrt herstellt. „Ohne Satellitenaufklärung sind die vielfältigen Missionen von NATO und Bundeswehr nicht mehr denkbar“ erläuterte Dudok.

Dr. Michael Mertin , Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG, zeichnete ein nachdenkliches Bild von der Stellung Europas in der Welt. „Als bekennenden Europäer ist es für mich erschreckend, dass man z.B in Russland die EU nicht als Endpunkt der europäischen Geschichte wahrnimmt.“ befand Mertin. Wenn auch die USA ca. 80 % des Militärhaushaltes der NATO aufbrächten, so müsse Europa mit einer eigenständigen und wettbewerbsfähigen Verteidigungsindustrie in Europa eigenständige Akzente setzen.

Nach den einleitenden Grußworten von Generalmajor Lidsba und Geras OB Dr. Norbert Vornehm hatte sich Thüringens Innenminister Jörg Geibert vehement für die Beibehaltung der Bundeswehrstandorte in Thüringen ausgesprochen.

Landtagspräsidentin Birgit Diezel hob in ihrem Schlusswort die Bedeutung der Bundeswehr und insbesondere des Pionierbatallions 701 für die Region Gera hervor.

Dem Europäischen Kulturdialog ging ein Batallionsappell voraus, bei dem der Kommandeur des Pionierbattaillon 701 Oberstleutnant Dannenberg vier Soldaten für besondere Verdienste auszeichnen und einen weiteren Soldaten befördern konnte. Eine seltene Ehrung für Zivilpersonen wurde Dr. Viola Hahn vom Rotary Club Gera zuteil. Brigadegeneral Gerd Kropf verlieh der Initiatorin des Europäischen Kulturdialoges die Ehrenmedaille der Bundeswehr in Anerkennung ihres Einsatzes für die Bundeswehr.
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3 Kommentare
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Petra Seidel aus Weimar | 24.09.2011 | 17:36  
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Renate Jung aus Erfurt | 24.09.2011 | 22:00  
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Hannelore Grünler aus Artern | 25.09.2011 | 03:02  
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