Ein Tag für die Demokratie - der 17. Juni in Gera

Über 250 Menschen haben in Gera auf mehreren Veranstaltungen an den Aufstand des 17. Junis 1953 erinnert. Die Beteiligung zeigte eine große Breite, die vom Verband der Opfer des Stalinismus über die ökumenische Gemeinschaft der Kirchen bis hin zu den demokratischen Parteien, Gewerkschaft, Runder Tisch für Demokratie und Menschlichkeit und dem Geraer Bündnis gegen Rechts reichte. Bei aller Unterschiedlichkeit der Akteure verband die verschiedenen Initiativen eine gemeinsame Grundhaltungen: Die Erinnerung an den 17. Juni verbindet sich mit dem Auftrag, die Demokratie heute vor ihren Feinden zu verteidigen. Aus diesem Grund wurde auf allen Veranstaltungen der Missbrauch des 17. Juni durch rechtsradikale Kreise scharf verurteilt.
Am Nachmittag legten der VOS und der Verein Amthordurchgang im Beisein von Frau Neubert, Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen einen Kranz am Gedenkstein des Volksaufstandes nieder. Anschließend fand ein ökumenisches Gebet in der gut gefüllten Trinitatiskirche statt. Auf dem Geraer Markt protestierte die Geraer Zivilgesellschaft in bunter Vielfalt gegen einen Aufmarsch von NPD und militante Kameraden, der unter dem Motto „Nie wieder Kommunismus“ stand. Die Vertreter des Runden Tisches und des Bürgerbündnisses machten unmissverständlich klar, dass jene Leute, die ihrerseits politische Gegner bedrohen und einschüchtern, die sich auf Gestapo und SS positiv beziehen und die am 6. August ein Hasskonzert in unserer Stadt durchführen wollen, keinerlei Berechtigung haben, sich auf die Opfer des Stalinismus zu beziehen. Im Gegenteil: mit ihrer Veranstaltung verhöhnen NPD und militante Kräfte die Opfer – sowohl die eigenen als auch die des Kommunismus.
In einer Pressemeldung hatte die Union der Opfer Kommunistischer Gewaltherrschaft (Uokg e.V.) bereits im Vorfeld erklärt:“ SED-Opfer: Wir lassen uns nicht vor den Karren der Neonazis spannen...Der 17. Juni und der 13. August gehören zu den wichtigsten Eckdaten der deutschen Geschichte. Wir brauchen eine würdige und angemessene Erinnerungskultur der schrecklichen Ereignisse jener Tage. Nazi-Konzerte gehören hierzu definitiv nicht."
Ebenfalls an diesem Tag erfolgte in Gera die Verlegung weiterer Stolpersteine, die Opfern der Nationalsozialistischen Gewalt Name und Erinnerung verleihen.
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